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Zahlen auf Talfahrt: Kurverein sucht Wege aus der Krise

Bad Eilsen / Bilanz Zahlen auf Talfahrt: Kurverein sucht Wege aus der Krise

Katerstimmung im Kurverein: Die Bad Eilser Gäste- wie auch die Übernachtungszahlen sind im zurückliegenden Jahr einmal mehr in den Keller gegangen.

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Die „Torte“ macht’s deutlich: Das Gros der Gäste stellt mit 53 Prozent die Deutsche Rentenversicherung (DRV). Private und Urlauber fallen mit jeweils nur einem Prozent nicht ins Gewicht. 

Quelle: tw

Bad Eilsen. Bad Eilsen (tw). Parallel dazu verliert der Verein weiter an Mitgliedern; nach fünf Austritten gehören dem Zusammenschluss, der einmal knapp 200 Köpfe zählte aktuell nur noch 51 an. Allein das Bankguthaben steigt. Schatzmeister Thomas Bartsch hat derzeit fast 50000 Euro in der Kasse.

 Mit Neuerungen bei der Präsentation der Gemeinde als Gastgeber sowie neuen Aktivitäten wie einem eigenen Internetauftritt und einem einmal im Quartal tagenden Stammtisch für Eilser Gewerbetreibende soll in beiden Fällen jetzt nach Kräften gegen gesteuert werden – und Jens Dütsch will das in den vergangenen zwei Jahren vernachlässigte Gewinnen neuer Köpfe im Verein mit einer erneuerten Satzung als „Headhunter“ zur Chefsache machen.

 „Leider ist die magische Zahl von 200000 Übernachtungen, die wir im Jahre 2008 erstmals seit 1997 wieder verbucht hatten, in den vergangenen Jahren nicht mehr erreicht worden“, bedauert Dütsch. Der Chef des Gremiums bei der jüngsten Generalversammlung im Restaurant „Mosaik“: „Seit dem Jahr 2008 kommen im Schnitt 1000 Gäste weniger nach Bad Eilsen, die insgesamt 10000-mal weniger übernachten.“

 Soll heißen: Die seit 2008 rückläufige Entwicklung hat sich auch 2011 fortgesetzt, hat sich mit einem aber nur leichten Schwund in etwa auf dem Niveau des Vorjahres eingependelt. Konkret verbuchte der Kurort im vergangenen Jahr 12298 Gäste (minus 0,07 Prozent) und 189538 Übernachtungen (minus 0,78 Prozent). „Auffällig“, so Dütsch, „ist dabei der Rückgang der privaten Urlaubsübernachtungen in Bad Eilsen.“ Machten im Jahre 2009 noch 603 Gäste Urlaub im Badeort, waren es im Jahre 2011 nur noch 166 Gäste. Leicht gestiegen sei allein die Zahl der Übernachtungen von Handwerkern – Bau- oder Modernisierungsprojekten wie dem Gesundheitszentrum und der Steuerakademie sei Dank.

 Tragende Säulen der Statistik und das Pfund, mit dem der Kurort wuchern kann, sind nach wie vor das Rehazentrum der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover und die Bückeberg-Klinik. „Das Rehazentrum“, so Dütsch, „gilt als eine der führenden Rehakliniken in Norddeutschland. Auch die Bückeberg-Klinik genießt über die Region hinaus einen ausgezeichneten Ruf: Sie investiert laufend und strebt für ihre Patienten Hotelstandard an.“ Angesichts des Wettbewerbsdrucks werde eine Vollbelegung der Klinik jedoch nicht mehr erreicht.

 Dem neuerlichen Schwund bei den Gästezahlen soll begegnet werden, indem bei der Präsentation der Gemeinde im Gastgeberverzeichnis nun ganz neue Wege gegangen werden. „Erstmals“, so Tourismusmanagerin Elke Dralle, „machen wir kein eigenes Magazin mehr, sondern gehen mit dem Schaumburger Land in einem gemeinsamen und nun jedes Jahr aktualisierten zusammen.“ Positiv sei dabei der – alphabetische – Aufbau dieses Druckwerks. „Bad Eilsen“, freut sich Dralle, „steht gleich ganz vorne.“ Außerdem sei der Verein Schaumburger-Land Tourismusmarketing auf weit mehr Messen vertreten, als sie die Gemeinde alleine bedienen könne. Kommt hinzu: Jeder, der die Landpartie oder den Weihnachtszauber besuchen wolle und Material anfordere, bekomme automatisch auch die Selbstdarstellung des Kurortes mitgeschickt. „In der Summe“, so die Tourismusmanagerin, „bedeutet all das eine Riesenchance für uns.“ Zumal Bad Nenndorf fairerweise entschieden habe, im Magazin nur mit einer Kleinanzeige, nicht aber mit seinen eigenen Gastgebern aufzutauchen. Da bleibt unliebsame Konkurrenz außen vor.

 Bleibt die Frage, was der Zusammenschluss selbst leistet: Aushängeschilder unter den Aktivitäten des Kur- und Verkehrsvereins sind und bleiben die in seinem Namen von Dralle organisierten Bauernmärkte – allesamt Magnete für Menschenmassen. Darüber hinaus steuert der Verein Geld zu Präsentationen des Kurorts in überregionalen Werbemagazinen und auf überörtlichen Messen (ABF) bei. Mit Blick auf den Badeort selbst wird er 2012 dem Heimatverein beim Neubeschildern der Terrain-Kurwege zur Seite stehen und die Gemeinde beim Nachpflanzen von zehn Linden im Kurpark und an der Harrlallee finanziell mit je 150 Euro unterstützen. Zuletzt flossen 4500 Euro in die Sanierung des im Kurpark gelegenen Minigolfplatzes, die die Gefährdetenhilfe Bad Eilsen als günstigster Anbieter übernahm.

 Davon, den Namen „Kur- und Verkehrsverein“ im Zuge des Änderns der 1971 zuletzt angefassten Satzung in „Gewerbeverein“ umzuschreiben, hat der Vorstand im Gegensatz zu früheren Überlegungen Abstand genommen. Er befürchtet, dass die Gemeinnützigkeit vielleicht nicht mehr gegeben sein könnte. Das neue Papier, das es dem Verein leichter machen soll, tourismusrelevante Projekte im Kurort finanziell zu fördern, findet aber auch so den Segen sämtlicher Mitglieder.

 Bleibt nachzutragen: Die bisherige Führungsriege des Kurvereins ist ohne Gegenkandidaten und Gegenstimme bestätigt worden. Chef bleibt demnach Jens Dütsch, Stellvertreter Erwin Sengebusch. Den Posten des Schatzmeisters besetzt Thomas Bartsch, den der Schriftführerin Elke Dralle. Kassenprüferinnen sind Christel Bergmann und Dagmar Söhlke.

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