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Bad Eilsen Zementspritze nimmt 90 Prozent der Schmerzen weg
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen Zementspritze nimmt 90 Prozent der Schmerzen weg
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21:10 15.03.2012
Dr. Michael Vahldiek (von links), Professor Dr. Volker Echtermeyer und Dr. Erwin Meyer in der Bückeberg-Klink. Quelle: möh
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Bad Eilsen

Bad Eilsen (möh). Uwe Linke in der Bückeberg-Klinik teilnahmen. Ärzte und Klinik zeigten sich jedoch verstimmt, dass Staatssekretär Heiner Pott aus dem Sozialministerium in Hannover sich kurzfristig (wegen Krankheit) entschuldigt und keinen Vertreter geschickt hatte. Die Doktoren hatten sich bereits im Vorfeld darauf gefreut, mit Experten aus dem Ministerium über die Pläne der Bundesregierung unter dem Thema „Die neue Praxisgebühr – fünf Euro bei jedem Arztbesuch“ zu diskutieren.

 Mit Osteoporose einer Krankheit, unter der früher in der Regel nur Frauen litten, die aber jetzt auch vor Männern nicht mehr haltmacht, beschäftigte sich Dr. Erwin Meyer aus Rinteln. Der Experte in Rheumatologie erklärte, dass es derzeit neue Medikamente gebe, die „bahnbrechende Folgen“ bei der Behandlung der „Osteoporose“ haben könnten. Meyer arbeitet nicht nur mit der Bückeberg-Klinik, dem Rehazentrum, der Weserbergland-Klinik in Vlotho-Bad Seebruch und dem Kreiskrankenhaus in Rinteln, sondern auch mit der Rheumaliga Niedersachsen und mit der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew.

 „Vertebro“ und „Kyphoplastie“ – Begriffe, mit der Nicht-Mediziner nichts anfangen können, waren Themen des Ärztlichen Direktors der Auguste-Viktoria-Klink in Bad Oeynhausen. Dr. Michael Vahldiek referierte über nichts anderes als die Frakturversorgung bei älteren Menschen. Dieser Personenkreis, so Vahldiek, beklage des Öfteren Wirbelbrüche, die aus dem Nichts entstanden seien. Früher habe man Schmerzmittel verschrieben und dann abgewartet, bis die Bruchstelle wieder verheilt sei. Jetzt aber biete sich eine optimale operative Versorgung der Patienten an. Es würde, so der Spezialist, Zement in und an die betroffenen Knochen gespritzt. Der Experte in Sachen Wirbelsäulenchirurgie hob hervor, dass nach einer derartigen Maßnahme in der Regel 90 Prozent der Schmerzen verschwunden seien und der Patient sofort wieder stabil sei.

 Über unvorstellbare hygienische Zustände, unter denen in Katastrophengebieten operiert werden müsse, berichtete Professor Dr. Volker Echtermeyer, früher Chefarzt der Chirurgie im Mindener Klinikum und jetzt im Ruhestand noch Honorararzt der Bückeberg-Klinik. Der Experte, der auch für die Hilfsorganisation „Help“ weltweit unterwegs ist, zeigte anhand von Bildern, wie nach dem Erdbeben in Haiti in einer Intensiv-Station, unter freiem Himmel und nur mit einem Laken von der Öffentlichkeit abgetrennt, operiert werden musste. Hinzu käme die enorme Hitze, unter der die Helfer aus Westeuropa zu leiden hätten. Trotzdem, so der Professor, seien die Menschen, die neben noch nicht geborgenen Leichen in den vom Erdbeben zerstörten Häusern gelebt hätten, unbegreiflicherweise stets freundlich gewesen.

 Eine positive Bilanz der Fortbildung in der Fachklinik für Orthopädie, Innere Krankheiten und Rheumatologie zog Geschäftsführer Ralf Schönwald. Im Vergleich zu 2011 hätten mehr niedergelassene Ärzte mit einer Teilnahme ihr Interesse bekundet.

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