Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Aus Tierliebe aufs Gaspedal getreten

800 Euro Geldbuße Aus Tierliebe aufs Gaspedal getreten

Tierliebe hat einen 46-Jährigen vor Gericht gebracht. Weil sein Hund nach einem Wespenstich allergische Reaktionen gezeigt hatte, legte Herrchen die Straßenverkehrsordnung auf dem Weg zum Tierarzt großzügig aus.

Voriger Artikel
Notreparaturen für 35000 Euro
Nächster Artikel
Buchholz ist weiterhin Schuldenfrei

Bei diesem Fall hat Justitia eher weniger Arbeit gehabt.

Quelle: Archiv

Buchholz/Bückeburg. An der Buchholzer Kreuzung bei den „Steinzeichen“ brachte der Auetaler in seiner Eile eine Autofahrerin in Bedrängnis, die nach links in Richtung Rinteln abbiegen wollte und bereits angefahren war. „Auf einmal schoss das Auto rechts an mir vorbei“, erinnert sich die 60-Jährige.

In Ordnung war das nicht – aber auch keine Straftat, wie ein Prozess vor dem Amtsgericht in Bückeburg gezeigt hat. Richterin Uta Freese-Schmidt stellte das Verfahren mit Zustimmung von Oberstaatsanwalt Frank Hirt vorläufig ein, allerdings gegen eine Geldbuße von 800 Euro. Seinen Führerschein bekam der Angeklagte nach mehr als zwei Monaten noch im Gerichtssaal zurück. Die Erleichterung war ihm anzumerken.

„So etwas werde ich nie wieder tun“, versicherte er. „Ich habe mir noch nie etwas zuschulden kommen lassen, keine Punkte in Flensburg, nicht mal ein Strafmandat für Falschparken.“ Angeklagt war der Mann wegen Gefährdung des Straßenverkehrs – durch falsches Überholen und Missachtung der Vorfahrt. Für eine Verurteilung hätte sein Verhalten an der Kreuzung grob verkehrswidrig und rücksichtslos gewesen sein müssen. So schlimm war es jedoch nicht.

Hinzu kommt: Ernsthaft in Gefahr war die Frau auf der Linksabbiegespur bei einer Vollbremsung aus etwa 20 Stundenkilometern eher nicht. Ohnehin hat die Auetalerin kein Interesse daran, dass der 46-Jährige bestraft wird. Nach dem Vorfall hatte der Mann die Frau besucht, sich bei ihr entschuldigt und die Hintergründe seines Verhaltens erklärt. Ihre Anzeige zog die Autofahrerin daraufhin zurück.

Durch Zufall hatte die Frau den Wagen des Mannes am Tag der Tat in Rinteln wiedergesehen und ein Foto gemacht, nachdem sie sich zuvor bereits das Kennzeichen notiert hatte. Am nächsten Tag ging sie zur Polizei. „Wir mussten bremsen, sonst wäre es zum Zusammenstoß gekommen“, erklärt ihr Mann, der an jenem Vormittag auf dem Beifahrersitz gesessen hatte. „Auch wenn man zum Tierarzt muss, kann man so nicht fahren“, fügt seine Frau hinzu.

Im Auto des Angeklagten saß damals ebenfalls die Ehefrau. Dem Angeklagten zufolge wollte das Paar eigentlich geradeaus weiter nach Bückeburg zum Tierarzt, überlegte es sich dann aber kurzfristig anders. Dies erklärt den Linksschwenk nach Rinteln.

Nach dem Zwischenfall an der Kreuzung hatte der Mann an seinem Wagen das Warnblinklicht angestellt und war weitergefahren. „Ich fühlte mich verar…“, erinnert sich die Frau im anderen Auto. Sie konnte ja nicht wissen, dass dies ein Gruß ist, mit dem sich Trucker entschuldigen. Heute weiß sie es. ly

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg