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„Die Tüten landen überall“

Hundekot in Buchholz „Die Tüten landen überall“

Hundekot auf und an Gehwegen sorgt vielerorts für Ärger. Nun hat sich auch der Rat der Gemeinde Buchholz wieder einmal mit diesem Thema befasst.

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Dieser Behälter für Hundekottüten in der Rintelner Fußgängerzone wird von Hundehaltern auch benutzt.

Quelle: jan

BUCHHOLZ. Anlass war die Anregung eines Bürgers, am Knippweg einen sogenannten Hundekottüten-Behälter aufzustellen. Beim Gassi-Gehen könnten Hundebesitzer daraus kleine Plastiktüten entnehmen, mit denen sie die Exkremente ihrer Tiere aufnehmen und im Müll entsorgen.

Diesen Vorschlag stellte die Gemeinde nun bei der Sitzung des „Ortsparlamentes“ zur Diskussion, wobei aus Sicht der Verwaltung dann auch an allen anderen öffentlichen Wegen in Buchholz entsprechende Tütenspender platziert werden sollten – jeweils einschließlich einer „Entsorgungsmöglichkeit“. Allerdings sollten die Papierkörbe nicht zu groß gewählt werden, da darin sonst auch Hausmüll entsorgt werde, ergänzte Bürgermeister Hartmut Krause (WiB).

Behälter und Tüten gehen ins Geld

Zudem wies er darauf hin, dass, um den gesamten Ort abzudecken, ungefähr zehn Hundekottüten-Behälter benötigt würden, von denen jeder einzelne rund 300 Euro koste. Insgesamt wäre dies also eine Investition in Höhe von circa 3000 Euro. Hinzu kämen zusätzliche Kosten für die regelmäßige Neubefüllung der Tütenspender und die Entleerung der Papierkörbe durch Mitarbeiter des Bauhofes.

„Es ist aber auch davon auszugehen, dass die gefüllten Tüten achtlos in die Natur geschmissen werden, wo sie dann beim Mähen des Begleitgrüns zerrissen werden“, gab Krause zu bedenken. Um diesem Szenario zu begegnen, könnte man alternativ entsprechende Hundekottüten in der Gemeindeverwaltung ausgeben, was aber schon vor einigen Jahren „kaum Zuspruch“ gefunden habe.

Von daher schlug er vor, zunächst erneut alle Haushalte des Dorfes „eindringlich auf die Vorschriften der Verordnung über die öffentliche Sicherheit und Ordnung der Samtgemeinde Eilsen“ hinzuweisen. Danach könnte man gegebenenfalls in einem weiteren Schritt noch einmal gezielt alle Hundehalter anschreiben, um diese gleichlautend zu ermahnen, und an deren Einsicht zu appellieren. „Der Großteil der Leute ist ja vernünftig, aber es gibt immer Ausnahmen“, ergänzte er.

WiB befürchtet Ausnutzung von Tütenbehältern

Seitens der SPD-Ratsfraktion plädierte deren Vorsitzender, Frank Rinne, indes dafür, erst einmal einen „Modellversuch“ zu starten und Hundekottüten an die in Buchholz lebenden Hundehalter zu verteilen. Seinen Recherchen nach koste ein Päckchen mit mehreren Tüten, das beispielsweise an der Hundeleine befestigt werden kann, um es bei Bedarf parat zu haben, rund sechs Euro. Das seien „nicht so hohe Kosten“, als „dass man als Gemeinde sagen müsste, wir sterben daran“, betonte er.

Rinnes Parteikollege Klaus Kappmeier wollte noch mehr, indem er die von dem Bürger angeregte Aufstellung von Hundekottüten-Behältern befürwortete.

Gegenwind erhielten die Sozialdemokraten gleich von mehreren Abgeordneten der Wählergemeinschaft in Buchholz (WiB): „Die Tüten werden für alles benutzt, nur nicht für Hundekot, und überall hingeworfen“, meinte Frank Puderbach. Und diejenigen, „die verantwortungsvoll mit dem Thema umgehen, die haben ohnehin Tüten dabei“, während die anderen Hundebesitzer dies gar nicht interessiere.

„Die Tüten landen überall, nur nicht dort, wo sie hingehören“, pflichtete Rolf Milewsczek bei. Seines Erachtens sei das Hundekotproblem nur durch den guten Willen der Hundehalter zu lösen.

Ordnungsgeld für Verunreiniger

Wolfgang Witt merkte an, dass man jene Hundefreunde, um die es gehe, für deren rücksichtsloses Verhalten nicht noch dadurch „belohnen“ dürfe, dass ihnen die Gemeinde Hundekottüten nach Hause schickt.

Und Rainer Voltmer, ebenfalls WiB-Ratsmitglied, unterstützte Krauses Vorschlag, alle Hundehalter nur anzuschreiben und an deren Einsicht zu appellieren. „Ich glaube nicht, dass ein neuerlicher Brief etwas bewirken wird“, sagte Rinne, der vom Bürgermeister wissen wollte, ob die Gemeinde das Verkoten der Wege und Wegesränder rechtlich ahnden könne.

Krause erklärte dazu, dass seitens der Samtgemeinde Eilsen durchaus ein Ordnungsgeld gegen Hundebesitzer verhängt werden könne, sofern beispielsweise durch ein Foto belegt werde, wie deren Hunde auf den Bürgersteig machen. Dann sollte die Samtgemeinde Eilsen einen Mitarbeiter in Buchholz „Streife laufen“ lassen, forderte der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion.

Am Ende beschloss der von der Gruppe WiB/CDU dominierte Gemeinderat mehrheitlich bei zwei Gegenstimmen von der SPD-Ratsfraktion, dass die Gemeinde Buchholz vorerst auf das Aufstellen von Hundekottütenbehältern verzichtet. Jedoch soll die Verwaltung die Hundehalter noch einmal schriftlich auf deren Pflichten hinweisen. wk

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