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Dorf kriegt sieben Bushäuschen fast geschenkt

Buchholz / Zuschüsse Dorf kriegt sieben Bushäuschen fast geschenkt

Das nennt man „Schwein gehabt“: Zwei Fahrgastunterstände wollten die Bürgervertreter in Buchholz eigentlich schaffen, um die Bürger nicht mehr im Regen stehen zu lassen.

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Von dem Modell „Sedura“ des Herstellers Orion-Bausysteme sollen in Buchholz sieben Exemplare aufgestellt werden.

Quelle: pr

Buchholz. Buchholz (tw). Jetzt dürfen sich Buskunden auf sieben freuen. Allesamt einheitlich und behindertengerecht gestaltet. Doch das Beste kommt erst noch: Die Gemeinde wird für die sieben kaum mehr Geld zahlen müssen als für die zunächst gewollten zwei.

 Möglich machen’s gleich zwei Zuschüsse: zum einen der erwartete des Landkreises Schaumburg, zum anderen der weitaus größere, den das Land Niedersachsen Buchholz aus Mitteln des „ÖPNV-Konjunkturprogramms 2010 bis 2014“ gewähren will. Die Nachricht, die bei den Abgeordneten von WIB/CDU und SPD ungläubiges Staunen auslöst, überbringt Hartmut Krause bei der jüngsten Zusammenkunft der Politiker im Dorfgemeinschaftshaus an der Bückebergstraße.

 Der Bürgermeister und Gemeindedirektor: „Laut Aussage des Landkreises werden die beiden an der Bückebergstraße in Höhe Schlingmühle und Behling von uns geplanten Fahrgastunterstände vermutlich mit 50 Prozent bezuschusst. Das bedeutet für die Gemeinde dann eine Entlastung von 11000 Euro.“ Ergänzend könne im obigen Konjunkturprogramm des Landes für die Erneuerung aller Bushaltestellen eine Förderung von 75 Prozent beantragt werden. Als Sahnehäubchen gibt der Landkreis weitere 15 Prozent dazu.

 Krause: „Damit wir in das Programm aufgenommen werden, ist es nötig, dass wir auf Gesamtkosten von wenigstens 35000 Euro kommen.“ Dazu gibt es zwei Bedingungen. So darf jede Einzelmaßnahme einen Betrag von 35000 Euro nicht überschreiten, können maximal acht Maßnahmen zusammengefasst werden. Der Bürgermeister hat nachgezählt: Buchholz hat sieben Bushaltestellen – das passt wie die Faust aufs Auge.

 Inzwischen hat das Selliendorfer Ingenieurbüro Kruse die Kosten für den Bau der sieben Fahrgastunterstände errechnet: 126000 Euro, zu denen noch 6750 Euro Planungskosten kommen. Da Buchholz 90 Prozent der Kosten erstattet bekommt, entfallen auf die Gemeinde nur etwa 20000 Euro Eigenanteil, die Planung inklusive.

 „Mit drin im Paketpreis“, sagt Krause, „ist die Erneuerung der von ihren Abmessungen her nur provisorischen Busbucht an der Bahnhofstraße und die Erweiterung des Bürgersteiges im Bereich Schlingmühle – denn allein so ist ein sicherer Zugang zur dortigen Bushaltestelle gewährleistet.“ Die Kosten pro Fahrgastunterstand liegen im Schnitt zwischen 13000 und 15000 Euro; dazu kommen weitere 1500 Euro pro Exemplar, weil alle sieben Fahrgastunterstände mit einem taktilen Leitsystem versehen werden und damit behindertengerecht sind. Besagtes Leitsystem ist Bedingung dafür, dass die Gemeinde das Geld des Landes erhält.

 Die Bürgervertreter quittieren die Offerte von Land und Landkreis begeistert: „Wir bekommen bei den Fahrgastunterständen im ganzen Dorf ein einheitliches Bild, noch dazu zu einem konkurrenzlos günstigen Preis – toll“, meint Frank Rinne. Der Vizefraktionschef der Buchholzer Genossen, die sich seit Jahren für zwei Fahrgastunterstände starkgemacht haben: „Dafür verzichten wir auch gern auf unser ,Bungalow‘-Begehren, also darauf, die zentralen Bushaltestellen im Dorf repräsentativ zu gestalten.“ Ähnlich positiv äußert sich auch Wolfgang Witt für die Gruppe von WiB und CDU. Das Projekt passiert den Gemeinderat einstimmig.

 Derweil drängt Krause darauf, dass alle sieben Fahrgastunterstände – nach dem Motto: „Sehen und gesehen werden“ – als Glaskörper an die Straßen gesetzt werden: „Dadurch leuchtet das Licht der Laternen die Unterstände besser aus.“ Dort Wartende würden besser wahrgenommen und würden sich obendrein sicherer fühlen. Außerdem eigneten sich solche Glaskörper auch nicht als Treffpunkte für zwielichtige Elemente, die Unterstände in Massivbauweise gern verheeren.

 Begonnen soll mit den Baumaßnahmen, sobald die Förderbescheide auf dem Tisch des Gemeindedirektors liegen.

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