Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 16 ° Regenschauer

Navigation:
Feuerwehr fordert hohe Strafen für Gaffer

Buchholz Feuerwehr fordert hohe Strafen für Gaffer

Die Freiwillige Ortsfeuerwehr Buchholz muss immer wieder bei Unfällen auf der A2 Hilfe leisten. Dabei wird es den Rettungskräften jedoch häufig erschwert, rechtzeitig am Einsatzort zu sein. Dabei können Minuten über die Rettung Schwerverletzter entscheiden.

Voriger Artikel
Kanalsanierung bis Ende September
Nächster Artikel
Keine Verbindung

Der Einsatz auf der A 2 ist für die Eilser Brandschützer immer wieder ein hartes Brot.

Buchholz. Die Freiwillige Ortsfeuerwehr treibt, wenn es die Arbeit erlaubt, auch schon mal Schabernack. Aber die Aktiven verstehen keinen Spaß, wenn sie zu einem Unfall oder einer Hilfeleistung auf die Autobahn gerufen werden, es staut und keine Rettungsgasse da ist. In der Regel sind die Wehrmänner nach der Alarmierung in fünf bis sieben Minuten am Einsatzort. Müssen sie sich aber mühselig ihren Weg bahnen, kann sich die Zeit verdoppeln.

Ortsbrandmeister Thomas Reichelt und sein Stellvertreter Matthias Lossie: „Wenn bei einem Unfall auf der Bahn Personen schwer verletzt auf Hilfe warten, kann es zu spät sein, bis die Rettungsfahrzeuge eintreffen.“ Besonders schlimm, störend und gefährlich finden die Feuerwehrmänner die Gaffer am Unfallort. Für die „Chefs“ der Ortswehr können die mittlerweile vom Gesetzgeber uneinsichtigen Fahrzeuglenkern angedrohten Strafen nicht hoch genug sein, um dem Treiben auf der Autobahn abzuhelfen.

Autofahrer lassen in den seltensten Fällen eine Rettungsgasse frei

Reichelt und Lossie steht der Ärger im Gesicht geschrieben, wenn sie über die schlimmen Zustände auf der Autobahn berichten. In den wenigsten Fällen, und die Buchholzer haben im Durchschnitt einmal pro Monat einen Einsatz auf der A2, ist eine Rettungsgasse, die normal zwischen der mittleren und der linken Spur freigelassen werden sollte, vorhanden.

Verstellen nur Pkw den Weg, hat es die Wehr noch relativ einfach, sich durchzudrängeln. Positionieren sich allerdings Lkw auf der mittleren Spur, um bei Stauauflösung durchstarten zu können, gibt es enorme Probleme, denn die Lastkraftwagen, die mehr als eng hintereinander stehen, können sich wegen ihrer Größe nicht so einfach an die Seite bewegen. Und die Feuerwehrautos haben ebenfalls eine beachtliche Breite, sodass die Fahrer mit eingeklappten Spiegeln millimetergenau lenken müssen.

Es kommt zuweilen auch vor, dass die Ortswehr überhaupt keine Möglichkeit hat, den Einsatzort zu erreichen. Dann bleibt den Kameraden nur die Möglichkeit, andere Wehren zu alarmieren, die über die Gegenfahrbahn zur Unfallstelle gelangen könnten. Eine Verzögerung der Hilfe ist dann aber programmiert.

Reichelt und Lossie berichten aber noch von weiteren Schwierigkeiten, denen die Wehr im Einsatz auf der Bahn ausgesetzt sind. So kommt es vor, dass relativ schnell eine Gasse gebildet wird, das erste Rettungsfahrzeug durchfährt und die Pkw das „Loch“ wieder zufahren, ohne Rücksicht darauf, dass noch andere Feuerwehrfahrzeuge zur Einsatzstelle gelangen müssen.

Einige Autofahrer folgen den Rettungsfahrzeuge, um schneller dem Stau zu entrinnen

Ganz dreiste Zeitgenossenfahren Rettungsfahrzeugen egoistisch hinterher, um schneller dem Stau entrinnen zu können. Der Ortsbrandmeister und sein Stellvertreter bedauern, dass sie aus Datenschutzgründen ihre an Bord des Fahrzeuges vorhandene Kamera für Beweisbilder nicht nutzen dürfen, um diese Autofahrer belangen zu können.

Bei einer Hilfeleistung auf der Autobahn rückt nur eine heimische Wehr aus. Brennt es oder müssen Personen aus Fahrzeugen gerettet werden, sind die Wehren Buchholz, Luhden und Bad Eilsen gemeinsam gefordert. Lossie erklärt, dass in der Regel die Besatzung eines Fahrzeuges bei einem Einsatz nicht ausreiche. Außerdem gebe es auf der A2 keine Hydranten. Daher sei man auf das Wasser aus den Fahrzeugen angewiesen, um Feuer bekämpfen zu können. Sei das erste Fahrzeug vor Ort und die Besatzung sei der Meinung, weitere Hilfe sei nicht notwendig, würden die anderen Kollegen umgehend informiert, sodass diese dann sofort ihren Einsatz abbrechen. Reichelt: „Keiner fährt freiwillig auf die Bahn.“

Böse sind die Feuerwehrleute, die den Autobahnabschnitt zwischen Veltheim und Rehren zu bearbeiten haben, auch über Autofahrer, die im Schritttempo an der Unfallstelle vorbeifahren oder sogar abrupt bremsen, um Fotos zu machen oder Filmchen zu drehen. Reichelt und Lossie : „Hierbei kommt es auf der Gegenfahrbahn auch immer wieder zu unnützen und gefährlichen Staus, die nicht selten für weitere Unfälle verantwortlich sind“.

Fehlalarme wegen geplatzter Turbolader

Zusätzlich belastend für die Wehr sind die Fehlalarme auf der A2, von denen die Buchholzer 2015 acht verzeichneten und in 2016 bereits zwei in ihrer Statistik verbucht haben. Verursacht werden diese Einsätze von geplatzten Turboladern der Lkw. Dann entweicht viel Dampf, der von anderen als Qualm wahrgenommen wird. Die Leute greifen zum Handy und melden einen brennenden Lkw. Die Wehr rückt aus und stellt dann, wenn sie alle Schwierigkeiten auf dem Weg zur Einsatzstelle gemeistert hat, fest: „Außer Spesen nichts gewesen“. Lossie: „Der Lkw-Fahrer selber hätte die Rettungsleitstelle auf keinen Fall alarmiert“.

Manchmal veröffentlicht die Ortsfeuerwehr ihre Erlebnisse auf der Autobahn in den sozialen Medien. So berichtete sie auf Facebook über den Fall, als die Wehren Buchholz, Luhden und Bad Eilsen sich mal wieder durch einen Stau gekämpft, mühselig eine Rettungsgasse gefunden hatten und dann einen Pkw erreichten, dessen „kleines“ Feuer im Motorraum bereits von einem freundlichen Lkw-Fahrer mit Pulver gelöscht worden war. cm

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

O’zapft is heißt es in der Stadthäger Festhalle wieder am Freitag und Sonnabend, 23. und 24. September. Dann dominieren die Farben Blau und Weiß in der Halle und fesche Frauen in farbenfrohen Dirndln tanzen auf den Tischen... mehr