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„Geplättet von den Summen“

Sanierung der Buchholzener Dorfstraße „Geplättet von den Summen“

Zahlreiche Risse und Flickstellen im Fahrbahnbelag der Bahnhofstraße sowie die altersschwachen Regenwasserkanäle sind der Grund dafür, dass in der Gemeinde Buchholz über eine Sanierung dieser Dorfstraße nachgedacht wird.

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Egal, für welche Option sich die Gemeinde Buchholz entscheidet, die Erneuerung der Bahnhofstraße wird viel Geld kosten.

Quelle: wk

BUCHHOLZ. Zumal dabei gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden könnten: Denn wenn ohnehin schon viel Geld in die Erneuerung dieser Gemeindestraße gesteckt wird, könnten dort auch einige verkehrsberuhigende Maßnahmen umgesetzt werden, damit diese Straße nicht mehr so häufig frequentiert wird. Viele Autofahrer nutzen die Bahnhofstraße nämlich als Abkürzung zwischen der Bückeburger und der Arensburger Straße.

Angedacht ist dieses Projekt laut Bürgermeister Hartmut Krause aus haushaltstechnischen Erwägungen zwar frühestens für das Jahr 2018, aber um die Bevölkerung an den Planungen frühzeitig zu beteiligen, hat der Gemeinderat schon jetzt zu einer Infoveranstaltung eingeladen. Anstoß dafür waren Untersuchungen des Baugrundes und der Regenwasserkanäle gewesen, deren Ergebnisse nun vorgestellt werden sollten.

So berichtete Andreas Kruse, der Geschäftsführer des Ingenieurbüros Kruse aus Porta Westfalica, dass bei der mittels spezieller Kamera erfolgten Begutachtung der Regenwasserkanäle „massive Schäden“ festgestellt worden seien. Darunter „Scherbenbildungen“ (sprich: Bruchstellen), die zu einer Verformung der Rohre geführt und das Einwachsen von Wurzeln ermöglicht haben. All dies stört die Wasserableitung. Beseitigen lassen sich diese Schäden entweder durch eine Sanierung der betroffenen Rohrabschnitte oder durch den Bau eines neuen Regenwasserkanals.

Regenwasserkanal wäre eine Alternative

Rund 180 Meter der beidseitig im Bereich der Bahnhofstraße verlaufenden, insgesamt 395 Meter langen Kanalleitungen können jedoch nicht repariert werden, sondern müssen neu verlegt werden, konkretisierte Jens Wölker, Mitarbeiter des Ingenieurbüros. Die restlichen 205 Meter Rohrleitung könnte man dagegen instand setzen. Noch intakt sei indes ein gut zehn Meter langes Kanalstück an der Straße Zum Eichkamp.

Die Alternative zu dieser „Variante 1“ ist laut Wölker die Verlegung eines komplett neuen, dann mittig der Bahnhofstraße verlaufenden und somit rund 210 Meter langen Regenwasserkanals („Variante 2“).

Einschließlich dem – bei beiden Varianten – außerdem zu sanierenden Kanal im Floriansweg (50 Meter) und dem gut zehn Meter langen, intakten Kanalabschnitt an der Straße Zum Eichkamp hätte die Gemeinde bei einer Entscheidung für die „Variante 2“ zukünftig nur noch einen insgesamt rund 280 Meter langen Regenwasserkanal zu unterhalten; also unterm Strich 115 Meter weniger Kanal als bisher.

Und was die Kosten betrifft, wäre die „Variante 2“ (268000 Euro) nach seiner Darstellung nur unwesentlich teurer als die „Variante 1“ (239000 Euro).

"Wasserempfindlichen Schluffschichten" führten zu Schäden

Nun zur Umgestaltung der Bahnhofstraße: Kruse berichtete, dass die im Auftrag der Gemeinde erfolgte Baugrunduntersuchung ergeben habe, dass der Fahrbahnaufbau zum Teil nicht stark genug sei, sondern in manchen Bereichen einen „Mindereinbau“ von 20 bis 40 Zentimeter aufweise. Dies in Verbindung mit darunter liegenden „wasserempfindlichen Schluffschichten“ habe zu den festgestellten Schäden an der Fahrbahnoberfläche geführt. Nur die Asphaltschicht zu erneuern, reiche daher nicht aus, auch das „Fundament“ der Straße müsse erneuert werden.

Abhängig davon, in welchem Maße die Bahnhofstraße zum Zwecke der Verkehrsberuhigung verengt wird, betragen die für den Straßenbau ermittelten Kosten laut Kruse zwischen 210000 und 213000 Euro. Im ersten Fall wäre die Fahrbahnbreite deutlich geringer, dafür aber gebe es breitere Grünflächen, Gehwege und Parkflächen. Im zweiten Fall wäre die Fahrbahnbreite etwas großzügiger, während Grünflächen, Gehwege und Parkflächen geringer dimensioniert wären.

Hohe Summen stehen an

Sollte hinsichtlich des Regenwasserkanals die „Variante 2“ gewählt werden, würden sich die Gesamtkosten (Kanal- plus Straßenbau) je nach Gestaltung der Bahnhofstraße auf circa 448000 Euro (deutlich geringere Fahrbahnbreite) oder 460000 Euro (etwas großzügigere Fahrbahnbreite) addieren, erklärte Wölker. Eingerechnet sei dabei, dass die in der Einzelkalkulation für die Neuverlegung des Regenwasserkanals enthaltenen Kosten für den Straßenoberbau entfallen würden, wenn der Kanalbau in einem Zug mit dem Straßenbau erfolgt. Denn die Kostenschätzung für die Erneuerung der Bahnhofstraße beinhalte diese Position ja bereits.

„Ich denke, jetzt sind erst mal alle geplättet von den Summen“, resümierte Bürgermeister Hartmut Krause. Zudem merkte er an, dass es keinen Sinn mache, „viel Geld“ in die Sanierung des alten Regenwasserkanals zu stecken – besser investiert wäre das Geld in die Neuverlegung. So oder so müsse man sich aber erst noch einmal den Haushalt der Gemeinde anschauen, bevor man entscheiden könne, wie es nächstes Jahr weitergehe. Und auf jeden Fall werde die Verwaltung die Einwohner weiter einbinden.  wk

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