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Laufen Sie noch, oder schlafen Sie schon?

Buchholz Laufen Sie noch, oder schlafen Sie schon?

„Laufen Sie noch? Oder schlafen Sie schon?“ Mit dieser Frage werden die Leser eines Faltblattes konfrontiert, das sich mit der Volkskrankheit „Restless Legs Syndrom“ (RLS, Unruhige Beine) befasst. Marion Nonnenberg aus Buchholz kümmert sich um Menschen, die davon betroffen sind, und leitet eine RLS-Selbsthilfegruppe.

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Marion Nonnenberg mit dem Oberarzt der Göttinger Uniklinik, Dr. Martin Sommer, bei einem Vortrag in Bad Eilsen. 

Quelle: sig

Buchholz. Auch sie konnte die Symptome dieser Erkrankung anfangs nicht zuordnen. „Ich spürte einen Bewegungsdrang in den Beinen und Armen, der sich am Abend und in der Nacht verstärkte“, berichtet Nonnenberg. Im Ruhestand könnten sich in diesem Bereich ein Kribbeln, Ziehen, Reißen, Brennen, Stechen und auch Jucken bemerkbar machen. Das sei immer dann besonders störend, wenn man länger sitzen müsse, etwa bei Veranstaltungen, beim Kinobesuch oder beim Kaffeetrinken. „Wenn man sich bewegt, geht es einem besser.“

 Im Mittelpunkt der Selbsthilfegruppe steht der Erfahrungsaustausch. Es ist ihr ein wichtiges Anliegen, die von RLS betroffenen Menschen zu betreuen, zu beraten und ihnen gemeinsame Unternehmungen anzubieten. Dazu gehören zum Beispiel Info-Veranstaltungen und Vorträge, der Besuch von gesundheitsmessen, aber auch Treffen mit benachbarten Selbsthilfegruppen und gesellige Zusammenkünfte.

 Man trifft sich alle vier Wochen sonnabends im Rintelner Bürgerhaus. Zuletzt referierte dort eine erfahrene Neurologin. Am 27. September gibt es einen Vortrag über die Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.

 Selbst wenn die Ursachenforschung für „Restless Legs“ noch nicht erfolgreich abgeschlossen ist, so weiß man, dass es sich inzwischen um die häufigste Erkrankung des Nervensystems handelt. Etwa zehn Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen. Der Name wurde 1945 von dem Stockholmer Neurologen Karl-Axel Ekbom geprägt.

 Nonnenberg geht davon aus, dass Erbfaktoren eine wichtige Rolle spielen. Das zeigten zum Beispiel festgestellte familiäre Häufungen. Die Forschung befasse sich deshalb gezielt mit den Gendefekten. Einfach sei die endgültige Diagnose aber trotzdem nicht. Immerhin wisse man, so Nonnenberg, dass die Symptome von RLS häufig in Verbindung mit Eisenmangel auftreten. Aber auch unterschiedliche Medikamente könnten RLS auslösen oder verstärken.

 In der Selbsthilfegruppe werden alle Möglichkeiten genutzt, sich mit neuen Behandlungsformen vertraut zu machen. Außer mit der Schulmedizin befasst man sich auch mit der klassischen Naturheilkunde. Das alles dient auch dem Ziel, durch das Gemeinschaftserlebnis die eigene Situation erträglicher zu machen. Und es nährt die Hoffnung, die Krankheit eines Tages zu besiegen.sig

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