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Neue Lösungen lösen sich im Nichts auf

Buchholz / Hochwasserschutz Neue Lösungen lösen sich im Nichts auf

Wie lässt sich der nördliche Ortsrand von Buchholz nach Starkregenereignissen besser vor Hochwasser schützen? Das Sommergewitter Ende Juni hatte das Nachdenken über diese Frage neu ausgelöst.

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Die Wassermassen haben Ende Juni auf Höhe der Straße Zum Eichkamp das Gleisbett der Museumseisenbahn unterspült.

Quelle: Archiv

Buchholz (thm). Eine sich im Oktober kurzfristig abzeichnende Lösungsmöglichkeit hat sich zwischenzeitlich zerschlagen. Nun sucht der Rat Buchholz neue Lösungen.

 Noch im Oktober hatte der Gemeinderat das Ingenieurbüro Kirchner beauftragt, bis Mitte November skizzenhaft Lösungen vorzuschlagen. Grund für die Eile: Es bestand die Hoffnung, für Maßnahmen zum Hochwasserschutz noch Mittel aus dem „Leader“-Programm zu erhalten.

 Der Planer sollte gemäß des ihm erteilten Auftrages in seinen Lösungsvorschlägen solche besonders berücksichtigen, bei denen offene Gräben hätten genutzt werden können, um das Regenwasser in Richtung Heeßen und Aue abzuleiten. Der Planer hatte daraufhin mit dem Eigentümer der fraglichen Fläche gesprochen. Womit diese Variante schnell wieder vom Tisch war, denn der Eigentümer möchte seinen Grund und Boden „nicht unbedingt hergeben für einen offenen Grabenverlauf“, wie Bürgermeister Hartmut Krause schilderte.

 Schließlich wurde die Idee entwickelt, einen Fischteich desselben Eigentümers zu einem Regenrückhaltebecken mit 1800 Kubikmetern Fassungsvolumen umzugestalten. Diese Ideenskizze lag Mitte November als Vorschlag auf dem Tisch der Lokalen Aktionsgruppe, die über die Aufnahme von Projekten in das „Leader“-Förderprogramm entschied. Dort wurde das Projekt – unter Vorbehalt – in das Auswahlverfahren aufgenommen.

 Damit hätte die Gemeinde Buchholz bis Mitte Februar Zeit gehabt, diese Planung bis zur Genehmigungsreife voranzutreiben. Indes war Buchholz aufgefordert worden, vor einer Antragsgenehmigung den Nachweis der Sedimentrückhaltung gegenüber der Bückeburger Aue zu erbringen. Krause: „Da weiß überhaupt keiner, wie man das überhaupt macht.“ Selbst Planer Kirchner sei in dieser Frage eher ratlos.

 Mit diesem Ergebnis wurde Krause bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises vorstellig. Nicht nur diese, sondern auch die Untere Wasserbehörde des Landkreises meldeten erhebliche Bedenken an. Die Fischteiche oberhalb des Dorfes seien unter Biotopschutz gestellt und lägen zudem in einem Landschaftsschutzgebiet. Die Untere Naturschutzbehörde habe davon abgeraten, die Planung fortzusetzen, so Krause. Bis Mitte Februar seien die erforderlichen Verfahren nicht abgeschlossen. An deren Ende auf eine Genehmigung zu hoffen, sei außerdem „so gut wie aussichtslos“; und die geforderte Sedimentrückhaltung werde wohl nicht nachweisbar sein. „Damit können wir das Thema Rückhaltebecken in diesem Bereich gedanklich streichen“, fasste Krause die Entwicklung zusammen. Was bedeutet: „Wir müssen wieder zurückspringen – also Gespräche mit den Eigentümern führen, und vor allem Alternativen planen.“

 Immerhin: Einen Hinweis, wie es in der Frage Hochwasserschutz weitergehen könne, hat der Bürgermeister bei der Unteren Wasserbehörde dann doch erhalten. „Die haben uns darauf hingewiesen, dass in Richtung Heeßen Gräben führen, die man gefälligst nutzen könnte – das haben die so ganz klar gesagt“, so Krause.

 Für Krause gilt es, jetzt zwei Fragen zu klären: Wie lässt sich das Wasser abführen? Wohin kann man es bringen? Beides solle nach der Empfehlung der Wasserbehörde möglichst über offene Gräben geschehen. „Wir sollten dabei unser Ziel nicht aus dem Auge verlieren, auch die Siedlungen Eichkamp und Hofkamp zu entlasten“, sagte der Bürgermeister und schlug vor, das Ingenieurbüro Kirchner zu beauftragen, die gesuchten Alternativen zu finden.

 WiB-Sprecher Wolfgang Witt sagte, seine Fraktion wolle dem Vorschlag Krauses folgen. SPD-Sprecher Robert Martin erinnerte an die inzwischen lange, bislang vergebliche Suche nach Konzepten für einen besseren Hochwasserschutz. Die SPD rege daher an darüber nachzudenken, ob sich nicht durch einen Wechsel des Planungsbüros Geld sparen lasse.

 Beschlossen wurde dennoch einstimmig, das Büro Kirchner zu beauftragen, Alternativen für den Hochwasserschutz im Norden von Buchholz vorzuschlagen.

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