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Buchholz Strukturen aufbrechen

Wer als ortskundiger Spaziergänger die bei Buchholz über die Aue führende Fußgängerbrücke überquert, dürfte bemerkt haben, dass sich das Erscheinungsbild dieses Fließgewässers gravierend verändert hat.

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Sind zufrieden mit der an der Bückeburger Aue bei Buchholz realisierten Renaturierungsmaßnahme: Günter Steierberg (von links), Matthias Dornbusch sowie die beiden Fischereivereinsmitglieder Horst Lebert und Hansjörg Wehrmann.

Quelle: wk

Buchholz. Hatte das Flüsschen bislang einen geradlinigen, eher kanalartigen Verlauf, ist dies nun auf einer Länge von rund 350 Metern natürlicher gestaltet worden.

Gemäß der von der Europäischen Union bereits im Jahr 2000 verabschiedeten „Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)“ sollen natürliche Gewässer wie die Bückeburger Aue bis zum Jahr 2021 in einen „guten ökologischen Zustand“ versetzt werden, berichtet Matthias Dornbusch, Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Schaumburg. Daher habe das Land Niedersachsen unter anderem ein mit „Kleinmaßnahmen“ betiteltes Förderprogramm aufgestellt, im Rahmen dessen entsprechende Maßnahmen zur Gewässerentwicklung finanziell gefördert werden. Und zwar in Höhe von 90 Prozent der dafür anfallenden Gesamtkosten, jedoch maximiert auf einen Zuschussbetrag in Höhe von 15000 Euro. Zuwendungsberechtigt seien dabei Vereine und Verbände.

Bezogen auf den bei Buchholz gelegenen Abschnitt der Bückeburger Aue sieht das Ganze in der Praxis so aus, dass ein Teil der Uferböschung mit einem Bagger abgetragen wurde, um eine unbefestigte Steilwand zu schaffen. Zudem wurde die gradlinige Ausrichtung des Flüsschens durch halbinselartige Aufschüttungen von Steinen unterschiedlicher Größe so verändert, dass das Wasser an diesen Stellen jetzt einen eher mäandernden Verlauf hat.

Darüber hinaus sind Baumstämme und anderes Totholz sowie Gesteinsbrocken mit Drahtseilen an der Sohle des Fließgewässers verankert worden. Diese sollen, so Dornbusch, ihrerseits dazu beitragen, „die Struktur aufzubrechen“ und die Strömungsgeschwindigkeit des Wassers zu reduzieren. Dabei sollen sich hier und da auch sogenannte Kolke bilden, in denen der Gewässerboden etwas tiefer ausgespült ist und das Wasser besonders ruhig fließt.

„Vielfältigkeit“ wieder herstellen

Zweck dieser Renaturierung sei es, „die Vielfältigkeit“, die die Aue früher mal gehabt habe, wiederherzustellen, erklärt Dornbusch. Denn dadurch würden Fische und im Wasser lebende Kleintiere bessere Lebensbedingungen vorfinden. So führen die vom Wasser überströmten Einbauten zu kräftigen Verwirbelungen, die einen erhöhten Sauerstoffeintrag zur Folge haben, während die Tiere inmitten respektive unter dem Totholz sowie den Gesteinsbrocken Unterschlupf finden. Geschaffen worden sind durch die Umgestaltung auch Areale, die Fischen als Laichplätze dienen.

Träger der rund 11300 Euro teueren Renaturierungsmaßnahme ist der Fischereiverein Schaumburg-Lippe. Dieser habe das Projekt mit fachlicher Unterstützung der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Schaumburg geplant, die erforderlichen Genehmigungen eingeholt und den Finanzierungsantrag beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz Verden gestellt. 90 Prozent der Gesamtkosten seien vom Land Niedersachsen gezahlt worden, die restlichen zehn Prozent habe der Landkreis übernommen.

Laut Günter Steierberg, Vorsitzender des Fischereivereins, gehören derzeit die Bachforelle, die Elritze, der Gründling und zwei Arten Stichlinge zur Fischfauna der Aue. wk

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