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„Übersteigerte Angriffslust, Kampfbereitschaft und Stärke“

"Hetze" nach Beißangriff „Übersteigerte Angriffslust, Kampfbereitschaft und Stärke“

Der bereits im Februar von zwei großen Hunden auf einen Zwergpinscher verübte Beißangriff, bei dem der kleine Hund regelrecht zerfleischt und dessen Halterin verletzt wurde, ist immer noch Thema in Buchholz. Die Besitzer der Hunde sprechen von "Hetze", die gegen sie betrieben werden. Jetzt schildern sie ihre Sicht der Dinge.

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Nach Meinung von Norbert Schönamsgruber und Britta Weitzel sind ihre Hunde „Max“ (von links), „Kira“ und „Eddy“ nicht gefährlich.

Quelle: wk

Buchholz. Norbert Schönamsgruber und Britta Weitzel, den beiden Besitzern der Mischlingsrüden „Max“ und „Eddy“, die die Attacke ausgeübt haben, ist vor Kurzem ein anonymes Schreiben zugegangen, in dem sie massiv angegangen werden.

„Haben Sie überhaupt ein Gewissen?“, beginnt der Brief dies mit einem Frontalangriff: „Drei kleine Hunde wurden durch ihre Hunde schon verletzt, einer davon sogar getötet.“ Und weiter: „Was muss denn Ihrer Meinung nach noch passieren? Wir haben durch Ihre Hunde Angst um unsere Kinder und unsere Hunde! Denken Sie mal darüber nach!“ Garniert sind die einzelnen Sätze des Schreibens zum Teil mit mehreren Frage- und Ausrufezeichen – vermutlich, um die Bedeutung der Worte zu verstärken. Es endet mit der Absenderangabe „Familien mit Kindern und Hunden in Buchholz“.

 Schönamsgruber und Weitzel macht nicht nur dies sehr betroffen: Im Ort würden sie wegen des Vorfalles vom 2. Februar von manchen Leuten mittlerweile auch nicht mehr gegrüßt. Und in Bad Eilsen sei sie selbst deswegen sogar schon persönlich von einer Frau „angemacht“ worden, berichtet Weitzel, die aufgrund dieser Anfeindungen am liebsten aus Buchholz wegziehen würde. Zumal sie mittlerweile auch Angst um ihre drei gemeinsamen „Labrador-Mix“-Hunde hat: „Irgendwann liegen bei uns noch Giftköder im Garten.“

"Hetze" 

Es werde regelrecht „Hetze“ betrieben, bestätigt Schönamsgruber. Zudem sagt er, dass es keineswegs so sei, dass, wie in dem anonymen Schreiben behauptet, schon drei kleine Hunde verletzt worden seien. Lediglich einmal habe es zuvor den Fall gegeben, dass „Max“ einen plötzlich aus einem Hauseingang heranstürmenden kleinen Hund gebissen habe, wobei sich „Max“ aber „nur gewehrt“ habe.

 Angesichts der Aufregung ist es den beiden wichtig, ihre Sicht der Dinge in der Zeitung darzustellen. Demnach soll sich der Vorfall damals dergestalt ereignet haben, dass „Max“ beim Anblick des Zwergpinschers mit einem „Ruck“ an der von Weitzel gehaltenen Leine gezogen habe, woraufhin sich der Verschluss des Click-Halsbandes geöffnet habe. Ursächlich dafür sei ein „fehlerhaftes Halsband“ gewesen, sagt Weitzel. Aus rund 20 Meter Entfernung sei „Max“ dann auf den kleinen Hund, den er möglicherweise für einen Hasen gehalten habe, zugelaufen und habe sich im „Fell“ des von der anderen Halterin schnell auf den Arm genommenen Zwergpinschers „verbissen“.

 Was die Frau zuvor gemacht habe, wisse man nicht. Nachdem sie selbst jedoch ebenfalls zu der Frau und deren kleinem Hund gelaufen seien, habe „Eddy“, der weiter an der Leine von Norbert Schönamsgruber gewesen sei, plötzlich ebenfalls nach dem Zwergpinscher geschnappt. Auf Zuruf habe „Eddy“ aber gleich wieder losgelassen und kurz darauf auch „Max“.

 Was die Handverletzungen der Halterin des kleinen Hundes betrifft, gehen die beiden Buchholzer davon aus, dass diese von ihrem Zwergpinscher gebissen worden sei.

 Da die Bissattacke von der Geschädigten bei der Polizei zur Anzeige gebracht wurde, sind „Max“ und „Eddy“ laut Schönsamsgruber und Weitzel von einem Sachverständigen des Kreisveterinäramtes mit einem Maulkorb- und Leinenzwang beauflagt worden. Zudem ordnete die Behörde einen Wesenstest sowie eine Sachkundeprüfung an.

 

 Wesenstest und Sachkundeprüfung abgelegt

 Mittlerweile sind „Max“ und „Eddy“ durch einen in Rolfshagen ansässigen Tierarzt einem Wesenstest unterzogen worden, und das Halterpaar hat bei demselben Tiermediziner eine Sachkundeprüfung abgelegt. Nun warten Schönsamsgruber und Weitzel darauf, dass die behördlich verfügten Auflagen zurückgenommen werden.

 Dazu erklärt Dr. Ulf Güber, Veterinär beim Kreisveterinäramt des Landkreises Schaumburg, dass „Max“ und „Eddy“ seiner Einschätzung nach weiterhin „gefährlich“ sind. Dabei bezieht er sich auf die ihm vorliegenden Ermittlungsunterlagen und eine von ihm am 21. Februar vor Ort durchgeführte Begutachtung der beiden Mischlingsrüden.

 „Beide Hunde haben eine übersteigerte Angriffslust, Kampfbereitschaft und Stärke“, wobei sie „auf kleine Rüden“ reagieren, konkretisiert der Experte. Bei „Max“ sei dies vermutlich dadurch begründet, dass dieser in jungem Alter schon mal von einem kleinen Hund gebissen worden sei und deswegen eine entsprechende Aversion entwickelt habe. Dass die beiden großen Hunde nach Darstellung von Schönamsgruber und Weitzel lediglich in das Fell des Zwergpinschers gebissen haben und der Zwergpinscher wiederum dessen Halterin an den Händen verletzt habe, dieser Version des Schadenhergangs erteilt Güber eine klare Absage: „Dem Kleinhund hingen die Gedärme aus dem Leib. Der wurde schon halb tot zum Tierarzt gefahren.“ Und die Bissmarken an den Händen der geschädigten Frau seien auch nicht die eines Zwergpinschergebisses gewesen. „Das ist Fakt.“

Gezielter Angriff

 „Das ist ein gezielter Angriff gewesen, ohne vorausgehendes Drohverhalten“, während der kleine Hund „keine Chance“ gehabt habe, irgendwelche Demutsgesten zu zeigen, betont der Kreisveterinär und ergänzt: „Da soll mir mal jemand sagen, das ist ein ganz normales Hundeverhalten.“ Die von ihm bereits am 7. Februar, sofort nach Erhalt des Polizeiberichtes, telefonisch und schriftlich erteilte Verfügung, zu der außer dem Maulkorb- und Leinenzwang übrigens auch die Auflage gehört, dass „Max“ und „Eddy“ nur durch „physisch und psychisch befähigte Personen“ geführt werden dürfen, bleibe daher vorbehaltlich einer weiteren Prüfung bestehen.

 Die zwischenzeitlich erfolgten Wesenstests stehen dem nicht entgegen: Wenn ein Hund beim Wesenstest unauffällig sei, bedeute dies nicht, dass alle behördlichen Auflagen aufgehoben würden, erläutert Güber. Denn ein solcher Test ersetze nicht den amtsärztlichen Befund. Und in diesem Fall basiere der am 8. Juli gemachte Wesenstest letztlich auf den Angaben des Halterpaares und nicht auf der Ermittlungsakte sowie der vom ihm recherchierten „Echtsituation“, so Güber.

 Obwohl im Verlauf der Bissattacke auch die Besitzerin des Zwergpinschers verletzt wurde, schließt der Veterinär jedoch aus, dass die beiden Rüden gegenüber Menschen aggressiv sind. Vielmehr sei die Frau wohl nur gebissen worden, weil sie ihren kleinen Hund mit den Händen geschützt habe. „Da wussten ‚Max’ und ‚Eddy’ nicht, was ist da die Hand – und was ist Hund.“ wk

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