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Heeßen Baumfrevel „übertriebene Ordnungsliebe“?
Schaumburg Eilsen Heeßen Baumfrevel „übertriebene Ordnungsliebe“?
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00:17 24.07.2017
Die gegenüber der alten Heeßer Schuhfabrik am Straßenrand stehende Buche ist vorsätzlich abgetötet worden. Quelle: wk
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HEESSEN

„So ein Baum ist multifunktional“, sagt Nick Büscher, der stellvertretende Landesvorsitzende des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), auf Anfrage und erklärt: In ökologischer Hinsicht sind solche Laubbäume natürlich allein schon für Vögel und etwa Insekten wertvoll, die hier Nistmöglichkeiten vorfinden sowie am Stamm und in der Krone auf Nahrungssuche respektive Beutejagd gehen. Die gilt für Waldbestände ebenso wie für solitär stehende Bäume.

Darüber hinaus sind insbesondere große, üppig belaubte Bäume dort, wo sie wachsen, in Sachen Mikroklima von Bedeutung – und zwar auch für den Menschen. Sie binden sie Feuchtigkeit im Boden und erhöhen – mittels Ausstoß von Wasserdampf über die Blätter – die Luftfeuchtigkeit.

Wertschätzen, selbst wenn das Laub arbeit macht

Also Gründe genug, auch einen alten Straßenbaum wertzuschätzen, selbst wenn dieser mit seinem Laub im Herbst Arbeit macht. Dass aber wohl allein wegen des alljährlichen Laubanfalls einer an der Heeßer Hauptstraße stehenden Buche von einem oder mehreren bislang unbekannten Tätern der Garaus gemacht worden ist, dafür hat Büscher kein Verständnis: „Das ist übertriebene Ordnungsliebe, die ins Pathologische geht“, kommentiert er das – durch zigfaches Anbohren des Stammes und vermutlich Einfüllen eines Pflanzenvernichtungsmittels in die Bohrlöcher – vorsätzlich erfolgte Abtöten des der Gemeinde Heeßen gehörenden Laubbaumes.

Zudem betont der Naturschützer, dass der Verlust solch eines großen Baumes nicht durch die Neuanpflanzung eines kleinen Baumes kompensiert werden kann, denn es dauere Jahrzehnte, bis dieser zu stattlicher Größe herangewachsen ist. wk

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