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Betrieb sägt Steine – Anwohner können nicht schlafen

Heeßen / Offener Brief an den Gemeinderat Betrieb sägt Steine – Anwohner können nicht schlafen

Einen ungewöhnlichen Weg beschreiten Anwohner an der Straße Im Wiesengrund/Aulenbruch, die sich als Interessengemeinschaft bezeichnen.

Heeßen (möh). Sie haben dem Rat einen offenen Brief geschrieben, um sich über den „nächtlichen Lärm der benachbarten Firma“ zu beschweren.

 Sie verkennen zwar nicht, dass der Krach unter dem für Abend- und Nachtstunden zulässigen Wert liegt. Dennoch bitten die Familien die Abgeordneten, mit dem Betrieb Kontakt aufzunehmen. Die IG will erreichen, dass die Firma, die seit Jahren im Mischgebiet Isoklinker herstellt, in der Spätschicht die Fenster schließt.

 In ihrem Brief schreiben die Aulenbrucher, dass es zur Herstellung der Isolierklinker notwendig sei, die Steine zu sägen oder zu fräsen. Diese Arbeit, die bei schönem Wetter grundsätzlich bei geöffneten Fenstern und Oberlichtern durchgeführt werde, so die Betroffenen weiter, erzeuge aber ein kreischendes Geräusch. Die Firma arbeite in zwei Schichten, die Spätschicht sei variabel und ende erst um 23, 24 oder auch um 0.30 Uhr. Sie, die Nachbarn, hätten bereits persönlich mit dem Chef gesprochen und gebeten, doch abends und nachts die Fenster geschlossen zu halten. Obwohl ihnen dieses auch zugesagt worden sei, hielten sich die Mitarbeiter nicht daran, erklären die Anwohner.

 Nach eigenen Worten haben die Anlieger einmal das Gewerbeaufsichtsamt eingeschaltet. Aber die Messungen hätten ergeben, dass die Phonstärke knapp unter dem zulässigen Wert liege. Die Interessengemeinschaft: „Das ist auch von uns unbestritten. Aber die hohe Frequenz des Lärms ist dennoch unerträglich.“ Die Anwohner hätten bereits mit viel Geld auf eigene Kosten ihre Häuser mit Schallschutz isoliert, aber auch diese Maßnahmen reichten ihrer Meinung nach nicht aus. Sie verweisen in ihrem Brief darauf, dass einige der vom Lärm Betroffenen morgens um fünf Uhr aufstehen müssten und daher ihren ausreichenden Schlaf benötigten.

 Die Interessengemeinschaft betont in ihrer Mitteilung an den Gemeinderat, dass die betreffende Firma keine kostspieligen Investitionen tätigen müsste, sondern einzig und allein in den Abend- und Nachtstunden die Fenster geschlossen halten sollte. In dem Brief heißt es abschließend: „Uns ist bekannt, dass der Betrieb ein guter Gewerbesteuerzahler ist. Dennoch möchten wir den Rat bitten, noch einmal mit der Geschäftsleitung zu sprechen“.

 Ratsherr Heinz-Hardy Hoffmann, der das Schreiben der Aulenbrucher dem Gemeinderat präsentierte, erklärte gleichzeitig, den Betroffenen sei klar, dass die Firma keine Vorschriften verletze. Daher solle auch nur versucht werden, mit einem erneuten Gespräch die Interessen beider Parteien unter einen Hut zu bekommen. Auch Ratsherr Gerd Hasse meint, dass man die Lage nicht dramatisieren solle. Er sei bereit, noch einmal mit dem Chef zu sprechen und ihn zu bitten, die Fenster seines Betriebes, entsprechend den Wünschen der Anlieger, während der Spätschicht geschlossen zu halten.

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