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Heeßen Betrieb zu groß für den Ort?
Schaumburg Eilsen Heeßen Betrieb zu groß für den Ort?
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20:36 29.06.2018
Heeßen

Bei einer Nein-Stimme und einer Enthaltung hat der Rat der Gemeinde Heeßen den Aufstellungsbeschluss für die 7. Änderung des Bebauungsplanes "Ortskern" gefasst. Eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange soll erfolgen. Gewünscht wird die Bebauungsplanänderung von dem ortsansässigen Agrar-Unternehmer Dirk Hasse.

Dieser möchte eine von der Grundfläche her circa 25 mal 45 Meter messende Halle zum Unterstellen landwirtschaftlicher Maschinen auf seinem an der Hauptstraße gelegenen Hofgelände errichten. Um dieses Bauvorhaben verwirklichen zu können, bedarf es einer Verschiebung der derzeit geltenden Bebauungsgrenze.

Eine ablehnende Haltung zu der von Hasse gewünschten Änderung des Bebauungsplanes zeigte SPD-Ratsfrau Gabriele Walz. Sie stellte die Frage, ob man überhaupt einen derart großen Betrieb im Ortskern haben wolle. Zumal es sich bei diesem Betrieb nicht mehr um einen klassischen Bauernhof handele, sondern um ein Dienstleistungsunternehmen. Walz vertrat die Meinung, dass die von Hasse geplante Maschinenhalle besser im Heeßer Gewerbegebiet errichtet werden sollte – auch um Umweltschäden vorzubeugen. Hierbei bezog sie sich auf den vor Kurzem festgestellten Fall, dass vom Hofgelände über einen Regenwasserkanal Dieselkraftstoff in die Bückeburger Aue gelangt war.

Umweltverschmutzung

Das Thema Umweltverschmutzung könne man nicht mit der Änderung des Bebauungsplanes vermischen, erwiderte Ratsherr Heinrich Meier (CDU). Zudem müsse ein landwirtschaftlicher Betrieb heutzutage eine gewisse Größe haben, um am Markt bestehen zu können. Und die Errichtung der Halle auf dem im Ort gelegenen Hofgelände hätte den Vorteil, dass Hasse alle Maschinen an einem Standort hätte, sodass man unterm Strich weniger Verkehr im Ort haben würde.

Jens Mühe (CDU) sah in der Betriebsgröße des Unternehmens Dirk Hasse e. K. Agrar-Service und dessen Standort im Ortskern Heeßens ebenfalls kein Problem.

Zuvor hatte der Raum- und Stadtplaner Matthias Reinold (Rinteln) betont, dass landwirtschaftliche Betriebe ins Dorfgebiet gehören, und dass auf deren Belange daher Rücksicht zu nehmen sei. Seitens der Gemeinde war er zu der Sitzung hinzugezogen worden, um den Ratsmitgliedern die planungsrechtlichen Aspekte des Bauvorhabens zu erläutern. Reinold ist auch mit der Durchführung des Verfahrens zur Änderung des Bebauungsplanes beauftragt.

Bei der Abstimmung hatte sich der „grüne“ Ratsherr Heinz-Hardy Hoffmann der Stimme enthalten.wk