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Das Ganze im Blick: Warum „Igel“ keine Egoisten sind

Heeßen / Engagement Das Ganze im Blick: Warum „Igel“ keine Egoisten sind

„,Igel?‘ Das ist doch die Abkürzung für die ,Interessengemeinschaft von Egoisten in Luhden‘“, behaupteten noch unlängst Spötter, die der „Interessengemeinschaft zur Förderung und Erhaltung der Lebensqualität in der Samtgemeinde Eilsen“ ihr – erfolgreiches – Engagement gegen einen Autohof in der Gemarkung Heeßen verübelten.

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Die Erste, die die neue Bank in Besitz nimmt, ist eine Passantin mit ihrem Hund. Darüber freuen sich Paul Mühe (von links), Bernd Schönemann, Rainer Wolff, Senta Müller und Ulrich Gramkow.

Quelle: tw

Heeßen (tw). Jetzt hat „Igel“ erneut gezeigt, dass die Mitglieder erstens keine Egoisten sind und zweitens durchaus über den Tellerrand Luhdens hinausschauen können.

 Der von Paul Mühe geleitete und aktuell 167 Köpfe zählende eingetragene Verein hat den Bürgerinnen und Bürgern der Samtgemeinde aktuell eine Ruhebank spendiert. Am vergangenen Dienstagmorgen gab der Vorstand im Beisein von Eilsens Bürgermeister Bernd Schönemann das Eichenmöbel für die Öffentlichkeit frei; nur Minuten später wurde es bereits von einer Passantin – im Wortsinn – „in Besitz genommen“, die mit ihrem Hund entlang der Aue unterwegs war. Eben dort, genauer, vis-à-vis der Kindertagesstätte Sinai, steht die Bank jetzt und lädt Spaziergänger zu einer beschaulichen Erholungspause ein.

 „Gefertigt hat sie das Sägewerk Alder mit Sitz in Auhagen“, berichtete Mühe, als er die Stiftungsplakette an die Rückenlehne schraubte; das Eichenholz erwies sich als so hart, dass gleich mehrere Schrauben dabei drauf gingen. Was am Ende gut war, machte es doch die Haltbarkeit des Holzes deutlich. „Igel“ hat sich die Schenkung laut Mühe 220 Euro kosten lassen. Abgeholt und aufgestellt wurde die Bank von Mitarbeitern des Bauhofes der Samtgemeinde.

 „Sie verschönert und bereichert den Auewanderweg – auch und gerade, weil sie an einem sehr günstigen Ort steht“, lobte Bernd Schönemann. Der Eilser Bürgermeister: „Just an dieser Stelle nämlich beginnt das Gros der Spaziergänger seine Wanderung.“ Als damaliger Chef des Kur- und Verkehrsvereins hatte auch Schönemann dafür gesorgt, dass die Eilser ein Sitzmöbel erhielten; das steht seitdem vor dem „Haus des Gastes“ und wird gerne genutzt. Zum Schutz vor Grundwasser hat der Bauhof die „Igel“-Stiftung auf Steinplatten gestellt. Im Winter wird sie, wie die anderen Bänke auch, eingelagert. Einen Schutz vor Chaoten, die die Bank in die Aue werfen könnten, dürfte dagegen das bloße Gewicht der Bank bieten; die bewegt so leicht keiner.

 Indes: Das erste Sitzmöbel, das „Igel“ den Eilsern geschenkt hat, dürfte nicht das letzte sein. „Wir nehmen dieser Tage Kontakt mit den Gemeinderäten auf, fragen an, ob irgendwo noch Bedarf für weitere Exemplare besteht“, sagte Beisitzer Reiner Wolff. Laut Mühe hat die Interessengemeinschaft noch genug Geld in der Kasse, um 2012 noch die eine oder andere Ruhebank stemmen zu können.

 Zur Erinnerung: Die jüngste Stiftung ist bereits die zweite des im März 2010 gegründeten Zusammenschlusses. Die Erste war ein in Sachen Preis etwa gleichwertiger Baum, den damals die Grundschule Heeßen erhalten hatte.

 Auch darüber hinaus engagiert sich „Igel“ für die Samtgemeinde als Ganzes. So hatten zehn Mitglieder Mitte Mai 2011 mit Gummistiefeln und Greifern in der Aue gestanden und den Bachlauf von Unrat aller Art gereinigt; allein vor einem riesigen Traktorreifen hatten sie kapitulieren müssen. Diese Reinigungsaktionen sollen in Zukunft fortgesetzt werden. „Igel“ möchte sie aber auf ein breiteres Fundament stellen und sie gemeinsam mit den jeweiligen Gemeinderäten veranstalten. Mit den Gremien in Heeßen und Luhden wurde bereits Kontakt augenomen. Gedacht ist dabei an einen zwei- bis dreistündigen Einsatz an einem Samstagvormittag.

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