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Deutschlands Bester kommt aus Heeßen

Heeßen / Tennisnachwuchs Deutschlands Bester kommt aus Heeßen

Der einstige Tenniskönig Boris Becker macht nur noch auf anderen Feldern Schlagzeilen. Die Erfolge im deutschen Herrentennis halten sich seitdem im Rahmen. Wer hätte da geglaubt, dass ausgerechnet aus Schaumburg ein neuer Hoffnungsstern kommt?

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Daniel Masur

Heeßen/Kamen (sig). Der junge Mann heißt Daniel Masur, wurde vor 17 Jahren in Bückeburg geboren und wuchs bei seinen Eltern in Heeßen auf. Schritt für Schritt arbeitete er sich in der deutschen Jugendrangliste nach oben, bis er die neue Nummer eins wurde – jetzt steht er sogar in der Weltrangliste auf dem 17. Platz.

 Bei einem internationalen Jugendturnier in Kroatien siegte Masur im Einzel und im Doppel. Auf dem Weg nach oben räumte er mehrere spanische Nachwuchshoffnungen aus dem Weg; das Abschneiden brachte Masur 175 Punkte für die Weltjugendrangliste. Dadurch stieg er 27 Plätze nach oben und gehört jetzt zu den besten 20 Nachwuchsspielern der Welt.

 Den Grundstein legte ein Elternhaus, das sich dem Tennissport verschrieben hat. Mutter Elena war Spitzenspielerin ihres ukrainischen Heimatlandes und Nummer zehn der früheren Sowjetunion. Sie kam aus Kiew nach Schaumburg, trat dem Bückeburger Tennisverein bei und sorgte für den Aufstieg der Damen in die Oberliga. Später wechselte sie für einige Jahre als Spielerin und Trainerin nach Minden. Wie Ehemann Gerhard ist sie heute in Schaumburg damit befasst, guten Nachwuchs heranzubilden.

 „Schon als Zweijähriger nahm Daniel einen Schläger und spielte im Flur unseres Hauses in Heeßen Bälle gegen die Wand“, so die Eltern. Als Achtjähriger begann seine Förderung auf Landesebene in Hannover. Wegen der besseren Trainingsbedingungen wechselte Masur ein Jahr später zum Westdeutschen Tennisverband in das Leistungszentrum nach Herford.

 Tägliches Training, Konditionsarbeit, lange Bahnfahrten und der Schulbesuch am Gymnasium Adolfinum waren eine große Herausforderung. Das alles ließ sich besser miteinander vereinbaren, als vor drei Jahren der Wechsel in das Leistungszentrum nach Kamen erfolgte. Dort wurde Masur ins Gästehaus aufgenommen, konnte intensiv trainieren und außerdem die Schule besuchen.

 Sportlich hat der angehende Jungprofi ein großes Vorbild. Das ist der Schweizer Weltklassespieler Roger Federer, der lange Zeit die Weltrangliste anführte und die bekanntesten Grand-Slam-Turniere gewann. Das sei ein Profi ohne Allüren, sagt Masur. Einen Vorgeschmack auf das Leistungsniveau der größten Tennisturniere der Welt bekam er in Australien, wo er erstmalig als einer der 64 besten Junioren der Welt startete, aber nach dem Klausurenstress der Schule und dem 32-stündigen Flug nicht in Form war.

 Dennoch hat der derzeit beste deutsche Jugendspieler gute Chancen, sich bald auch im Herrenfeld zu behaupten. Wenn Masur das Abitur abgelegt hat, ist der Kopf frei, sich voll auf den Sport zu konzentrieren. Vielleicht schafft es dann ein Schaumburger ins deutsche Davis-Cup-Team.

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