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Heeßen Die Tage des Juz sind gezählt
Schaumburg Eilsen Heeßen Die Tage des Juz sind gezählt
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00:17 22.01.2016
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Eilsen

Am Ende einer kurzen Debatte um die Zukunft der Einrichtung stand der einstimmige Beschluss des Rates der Samtgemeinde Eilsen, die Einrichtung in Heeßen für immer zu schließen (wir berichteten). Das soll Ende dieses Monats geschehen.

 Von wenigen Tagen abgesehen, sei das Jugendzentrum (Juz) seit September vergangenen Jahres aus unterschiedlichen Gründen geschlossen gewesen, so Schönemann. „In der ganzen Zeit hat es nicht einen Anruf in der Verwaltung gegeben, bei dem sich irgendjemand darüber beschwert hätte, vor verschlossen Türen zu stehen“, betont der Verwaltungschef, der daraus folgendes Fazit zog: „Da hat gar keiner gemerkt – es ist einfach so.“ Das Angebot werde nicht mehr angenommen, obgleich es in den zurückliegenden Jahren etliche Versuche gegeben habe, auf die sinkenden Besucherzahlen zu reagieren. Beispielsweise sei das Juz 2008 saniert und das Raumangebot etwas vergrößert worden. Mehrmals habe man die Öffnungszeiten zeitlich verschoben, neue Öffnungstage (wie den Sonnabend und den Sonntag) zusätzlich eingeführt. Genutzt habe all das nichts.

 „Das Jugendzentrum wird einfach nicht angenommen“, sagt der Bürgermeister und sucht nach Erklärungen. Möglicherweise hänge die Entwicklung mit dem schulischen Alltag der ins Auge gefassten Besucher zusammen. Die Schullandschaft habe sich mittlerweile erheblich verändert. Heute besuchten viele Kinder und Jugendliche Schulen mit Ganztagsangeboten, weshalb sie erst recht spät nach Hause zurückkehrten. Tatsächlich gibt es in der Samtgemeinde ja lediglich eine Grundschule. Zum Besuch der weiterführenden Schulen (Oberschule, Gesamtschule, Gymnasium) müssen die Kinder die Samtgemeinde verlassen und nach Obernkirchen, Bückeburg, Rinteln oder Stadthagen fahren. Allein deshalb bleibt für die Juz-Angebote aus zeitlichen Gründen kaum noch Luft.

 Außerdem befindet sich die Einrichtung auch noch im Wettbewerb mit den Freizeitangeboten, die

 die heimischen Vereine, die Feuerwehren oder die Kirche offerieren. „Wir haben hier – neben dem Jugendzentrum – ein richtig gutes Angebot“, so Schönemann. „Da haben wir schon Glück.“

 Weil außerdem die Samtgemeinde mit ihren Steuermitteln wirtschaftlich umgehen müsse, bleibe letztlich, davon ist der Bürgermeister überzeugt, nur der Weg, das Juz zu schließen.

 „Der Aufwand finanzieller Art, den wir dafür betreiben, ist nicht mehr gerechtfertigt.“ Mit diesen

 Worten fasste SPD-Fraktionssprecher Jürgen Schmökel die Beratungen der Sozialdemokraten zusammen. „Wenn da seitens der Kinder keine Reaktionen mehr kommen, dann sollte man wirklich hier sagen: Das ist es gewesen.“ Lange Jahre sei die Einrichtung mit Erfolg betrieben worden. Aber: „Die letzten fünf Jahre sind auch schon immer negativer Art gewesen“, schilderte Schmökel seinen Eindruck. Der Betrieb koste Geld, und „das können wir uns ersparen“, so Schmökel. In der Samtgemeinde gebe es viele andere Angebote für junge Leute. „Wir sind der Auffassung, dass das Jugendzentrum geschlossen werden sollte.“

 Für die CDU betonte deren Sprecherin Dagmar Söhlke die Verpflichtung der verantwortlichen Politiker, mit dem Steuergeld „vernünftig umzugehen“. Außerdem: „Wenn man mit Jugendlichen darüber spricht, wie sie miteinander kommunizieren und wo sie sich treffen, so zeigt das ganz klar und deutlich, dass das Jugendzentrum innerhalb Heeßen dort nicht mehr zum Tragen kommt.“ Die Veränderungen im Angebot, die es ja gegeben habe, hätten diesen Trend nicht stoppen können. „Da wäre es jetzt nur ein Krampf, wenn wir das Juz weiter aufrechterhalten.“ Auch Söhlke verwies auf das außerhalb des Jugendzentrums vorhandene breite Angebot für junge

 Leute, das rege nachgefragt werde. „Mit den frei werdenden Geldern sollte man sinnvollerweise diese Jugendarbeit unterstützen“, so Söhlke abschließend.thm

 Das Juz hat als „Haus für die Jugend“ vielerlei Aktionen unter seinem Dach bündeln sollen. Das hat jahrelang auch ganz gut funktioniert, wie die Archivfotos zeigen. In den vergangenen Jahren ist die Nachfrage jedoch deutlich zurückgegangen und hat zuletzt gegen null tendiert.

Den Schützen laufen nicht die Mitglieder weg, der Verein ist finanziell gesund, für das traditionelle Grünkohlessen werden den Verantwortlichen die Eintrittskarten aus den Händen gerissen und ein Förderverein erfüllt zusätzliche Wünsche, die nicht ohne weiteres aus der Vereinskasse bezahlt werden könnten.

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