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Heeßen braucht kein eigenes Wappen

Keine wichtigen Wahrzeichen Heeßen braucht kein eigenes Wappen

Die Entscheidung ist einhellig ausgefallen: Auf ein eigenes Wappen kann die Gemeinde Heeßen verzichten – meint mit Ausnahme eines Ratsherrn die große Mehrheit im Rat.

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Inspirationsquelle von der Weser: Das Wappen der Gemeinde Hilgermissen hatte es als Vorschlag als Wappen für die Gemeinde Heeßen schon in die Tischvorlage des Gemeinderates geschafft.

Quelle: pr.

Heeßen. Mit seinem Votum am vergangenen Donnerstag hat sich das Gremium dafür ausgesprochen, wie bisher das Wappen des Landkreises Schaumburg zu benutzen. Damit enden Vorstöße, Heeßen ein eigenes Wappen zu geben, die bis in die achtziger Jahre zurückreichen.

Aktenkundig sind derartige Bemühungen seit dem 14. Oktober 1988. Der Ausschuss für Dorfpflege hatte das Thema damals auf die Agenda gesetzt und zur weiteren Beratung an den Rat verwiesen. Dieser schoss die Vorlage nur acht Wochen später „volley“ zurück an den Absender – mit der Empfehlung, zunächst einmal Muster vorzulegen.

Ein Konzept musste her. Am 22. August 1990 kam das Gremium überein, zunächst einmal die Bürger zu befragen. Also wurden sie angeschrieben. Damals lebten 742 Menschen im Dorf – 46 haben geantwortet. Das entspricht rund 6,2 Prozent der damaligen Bürgerschaft. Aber hatten nicht 23 der 46, die geantwortet hatten, mit einem „Ja“ für die Einführung eines eigenen Wappens votiert? Hatten nicht nur 15 „Nein“ gesagt? Und hatten nicht acht am Ende gar keine Meinung? Aber: 15 und acht ergeben addiert 23 – also genau so viele, wie es Befürworter gab. Ergo musste der Gemeinderat noch einmal ran.

Das geschah am 25. April 1991. Drei Mitglieder des Rates waren dafür, aber sechs sprachen sich dagegen aus. Wie ein solches Wappen für Heeßen hätte aussehen können, dafür gibt es heute kaum mehr Anhaltspunkte. Die Dorfchronik des verstorbenen Ratsherrn und Heimatforschers Günter Döring weist ein Wappen auf, wie es in den 1730er Jahren auf den Grenzsteinen angebracht war, die die Grenze zwischen den Grafschaften Schaumburg und Schaumburg-Lippe markierten. Auf der Schaumburg-Lippischen Seite der Steine war die Lippische Rose mit dem Schaumburger Nesselblatt eingemeißelt.

Diese Idee jedenfalls findet sich in einer Tischvorlage des Gemeinderates vom 20. März 2014. Damals war man damit befasst, den Internetauftritt Heeßens zu planen. „Wir müssen ja nun irgendein Wappen nehmen“, hatte Bürgermeister Harald Bokeloh gesagt. Außer dem Beispiel aus Dörings Dorfchronik enthielt die Tischvorlage zwei weitere Vorschläge: das bislang verwendete Wappen des Landkreises Schaumburg (Nesselblatt) und ein weiteres Wappen mit den Farben Gelb, Blau und Schwarz mit zwei Pferden und drei Zacken. Wer den Entwurf in die Beratung gebracht hat, ist unklar.

Heinrich Meier hatte damals erläutert: „Wichtige Punkte, die man als Wahrzeichen hätte aufnehmen können, gibt es in Heeßen nicht.“ Die schwarzen Zacken seien entstanden aus den drei Zacken des Nesselblattes, die Pferde erinnerten an Niedersachsens Wappentier und stünden symbolisch für die Landwirtschaft, und die gelbe Schlangenlinie stehe für die Aue. Die Farben seien wohl willkürlich gewählt.

Diese Überlegungen spielten bei der jetzigen Entscheidung des Rates keine Rolle. Einzig Heinz-Hardy Hoffmann (Grüne) fand die Idee charmant, dass Heeßen ein eigenes Wappen bekäme. Seine zehn Kollegen waren anderer Meinung.

Eine weise Entscheidung, gerade mit Blick auf den Wappenentwurf in Gelb, Blau und Schwarz. Dieser ist nämlich schon lange ein tatsächliches Wappen – und zwar das der Gemeinde Hilgermissen. Die drei Spitzen symbolisieren die drei Kirchen des Ortes, die Farben Gelb und Schwarz nehmen Bezug auf die Wappenfarben der Grafen von Hoya.

Am Rande sei noch erwähnt: In Hilgermissen gibt es einen Ortsteil namens „Heesen“. thm

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