Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Jagdpächter kritisieren: Rotten von bis zu 40 Tieren gesichtet

Hauptversammlung im Heeßer Krug Jagdpächter kritisieren: Rotten von bis zu 40 Tieren gesichtet

Die vier Jagdpächter Friedhelm Baule, Ingo Linnenkamp, Uwe Meier und Gerd Hasse haben ein großes Problem und erwarten in den nächsten ein bis zwei Jahren weiteres Ungemach. Derzeit beklagen sie sich, dass die vielen Wildschweine, die sogar in Rotten von bis zu 40 Tieren gesichtet werden, überaus kostenträchtige Wildschäden vor allem auf Grünflächen im Möllertal, am Rottfeld und am Buchholzer Berg verursachen.

Voriger Artikel
Vertrauens- oder Amtsperson?
Nächster Artikel
Aus der Auestraße geht’s nur noch nach rechts

Jagdgenossen und Jagdpächter tagen gemeinsam im Heeßer Krug. Der Vorstand der Jagdgenossenschaft Heeßen-Bad Eilsen-Buchholz mit (stehend von rechts) Schriftführer Rudi Wecke, Vorsitzender Reinhard Baule-Steinmeyer und Kassierer Uwe Meier zeigen sich mit dem Ergebnis der Versammlung recht zufrieden.

Quelle: möh

Heeßen/Bad Eilsen/Buchholz. Die Jäger möchten daher zusammen mit der Jagdgenossenschaft wirkungsvolle Schritte unternehmen, um die Schäden vermeiden oder im Zaum halten zu können, wie sie bei der Versammlung im Heeßer Krug erklärten. Ferner glauben die Jagdpächter, dass demnächst auch im Landkreis der Wolf auftaucht, auf den nicht geschossen werden dürfe. Das bringe viele Schwierigkeiten, auch für die „normale“ Bevölkerung, mit sich.

 Die Jagdpächter – ihr Jagdrevier hat eine Größe von 550 Hektar (davon 290 Hektar bejagbare Fläche), haben ein gutes Verhältnis zur Jagdgenossenschaft um den Vorsitzenden Reinhard Baule-Steinmeyer. Die Schäden durch die Wildschweine werfen jedoch einen Schatten auf das Verhältnis.

 So forderte Linnenkamp, dass die Verwüstungen durch die Schweine, und vor allem deren Vermeidung, nicht allein zulasten der Jäger gehen. Jagdgenossenschaft und Landwirte müssten mit den Jagdpächtern Hand in Hand gehen, um mit Elektrogräten oder anderen denkbaren Abwehrmaßnahmen dem Treiben der Schweine Herr zu werden. Die Wildschäden hatten sich allein gegenüber dem Vorjahr verdreifacht.

 Der Pächter verdeutlichte, vor allem das gute Nahrungsangebot mit dem vielen Maisanbau trage dazu bei, dass die Schweine sich in Wald und Flur sehr wohlfühlten und entsprechend vermehrten. Er berichtete von einem Urteil eines bayrischen Landgerichts, nach dem die Jäger für Wildschäden an Industriemais (für Biogasanlagen) nicht mehr regresspflichtig seien. Für Pächter sei es zudem enorm schwierig, den Bestand an Schwarzkitteln zu reduzieren, denn sie seien sehr schlau. Linnenkamp: „Diese Tiere sind immer da, wo die Jäger mit ihren Waffen gerade nicht sind.“

 Zudem sei es nur noch eine Frage der Zeit, wann der erste Wolf in Schaumburg auftauche, erklärten die Jagdpächter. Er sei im benachbarten Landkreis Minden-Lübbecke gesehen worden und lebe bereits im Landkreis Nienburg, wie ein Schafsriss in Loccum gezeigt habe. Ruckzuck, so Linnenkamp, sei er im Schaumburger Wald und gelange dann über eine Brücke über den Mittellandkanal in die heimischen Reviere.

 Und auch der Wolf, der überhaupt keine natürlichen Feinde habe, sei schlau und lerne schnell dazu. So sei bereits aus den neuen Bundesländern berichtet worden, dass der Jäger ein Tier erlegt und der Wolf sich die Beute geholt habe, ehe der Jäger von seinem Hochstand heruntergeklettert sei. Linnenkamp monierte, vonseiten der Politik sei noch nicht geklärt, wie die Schäden an Schafen und Rindern, die der Wolf gerissen habe, reguliert würden. Die heimischen Jäger fürchten auch um ihren Muffelwildbestand, wenn Wölfe hier ihr Unwesen treiben. möh

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg