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Verkehrsberuhigung für die Straße Im Wiesengrund gefordert

Anlieger wollen Raser stoppen Verkehrsberuhigung für die Straße Im Wiesengrund gefordert

 „Da brettert ein Pkw-Fahrer mit 105 Stundenkilometern über die Straße Im Wiesengrund. Plötzlich rollt ein Ball auf die Fahrbahn, und ein Kind rennt hinterher.

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Protest gegen hohes Tempo: Bürgermeister Harald Bokeloh (hinten, Zweiter von links) mit Anliegern der Straße Im Wiesengrund.

Quelle: möh

Heeßen (möh). Der Autofahrer hat überhaupt keine Chance, rechtzeitig anzuhalten und somit einen Zusammenprall zu verhindern.“ Dieser Albtraum der Anlieger des Wiesengrundes in Heeßen ist noch nicht wahr geworden, aber es ist Tatsache ist, dass schon einmal ein Auto mit Tempo 105 auf dieser schnurgeraden innerörtlichen Straße gemessen worden ist. Dies ist Grund genug für die Nachbarn, die viele kleine Kinder haben, mit Protestaktionen die Gemeinde zu bewegen, den Wiesengrund endlich verkehrsberuhigt zu gestalten.

 Nach vielen Anläufen hat die Gemeinschaft einen ersten Teilerfolg erzielt: Der Rat der Gemeinde tagt öffentlich am 16. Juli und wird einen Planer beauftragen, der der Gemeinde Vorschläge für eine Verkehrsberuhigung unterbreiten soll. Dies teilte Bürgermeister Harald Bokeloh den Anrainern während ihrer Protestaktion mit. Drei Angebote mit Planungskosten zwischen 3000 und 9000 Euro liegen dem Gemeinderat bereits vor.

 Die Anlieger demonstrierten anschaulich, wie der Fahrzeugverkehr mit einfachen Mitteln verlangsamt werden kann, denn sie parkten ihre Autos für einige Stunden nicht auf ihren Grundstücken, sondern versetzt am Fahrbahnrand. Dabei erreichten sie, dass die Fahrzeuge ihre Geschwindigkeit drosseln mussten, um die Hindernisse zu umfahren. Jörg Teschner, einer der Organisatoren des Protestes: „Messungen haben ergeben, dass die durchschnittliche Geschwindigkeit im Wiesengrund bei 60 km/h liegt, obwohl nur 50 erlaubt ist.“

 Auch der schon vorhandene Bürgersteig ist Thema des Protestes, denn der Fußweg ist nach Ansicht der Anlieger viel zu schmal, um Kindern, Rollstuhlfahrern und Müttern mit Kinderwagen ausreichend Schutz zu bieten. Und dabei verlangen die Protestler nicht einmal einen kompletten Umbau der Wiesenstraße, sondern sie stellen sich vor, den Gehweg zu verbreitern und die bisher schon vorhandenen Beete etwas mehr in die Fahrbahnmitte zu verlängern. Damit könne die Verkehrsberuhigung bereits erreicht werden. Teschner: „Wie das funktioniert, hat die Gemeinde Luhden mit der Dorfstraße vorgemacht.“

 Erbost sind die Anrainer auch über die neue Verkehrsführung an der Einmündung Auestraße/B83. Seitdem es dort nicht mehr möglich sei, nach links zur Autobahn oder in Richtung Hameln und Rinteln abzubiegen, hätten der Durchgangsverkehr und die Geschwindigkeit auf ihrer Straße drastisch zugenommen. Die betroffenen Bürger beklagen, dass der Gemeinderat ihrer Meinung nach nur „zugeschaut“ und keine notwendigen Schritte unternommen habe, um diese Maßnahme der Verkehrsbehörde an der Auestraße zu verhindern.

 Zudem, so die erboste Gemeinschaft des Wiesengrundes, laufe schon seit etlichen Jahren der komplette Verkehr zur Kompostanlage, zur Firma Kess, zum Netto-Markt und zur Grundschule über ihre Straße – von den teilweise sehr großen Fahrzeugen eines landwirtschaftlichen Lohnunternehmens ganz zu schweigen.

 Eine Protestlerin erklärte, der Wiesengrund dürfe auch nicht, wie immer wieder beobachtet werde, als „schnellster Weg“ in die Nachbargemeinde Buchholz angesehen werden. Diese Fahrzeuge hätten auf dem Wiesengrund, an dem immer mehr Familien mit Kindern wohnen, nichts zu suchen.

 Viele Betroffene berichten zudem von Beinahe-Unfällen mit Rasern, denn beim Verlassen der Grundstücke komme es vermehrt zu gefährlichen Situationen, da die auf den Parkstreifen abgestellten Autos beim Rückwärtsfahren die Sicht auf die Straße deutlich behinderten. Zudem hätte es in den vergangenen Jahren drei Verkehrsunfälle im Bereich Schulstraße/Wiesengrund gegeben, deren Ursache auf zu schnelles Fahren zurückzuführen sei.

 Bürgermeister Bokeloh, der von der Protestaktion nur aus der Zeitung erfahren hatte, nutzte die Gelegenheit und informierte in seiner Eigenschaft als Gemeindeoberhaupt die Anlieger über den offiziellen Stand der Dinge. So werde der Rat der Gemeinde während seiner Sitzung am Donnerstag, 16. Juli, nach seinem Kenntnisstand auf jeden Fall einen Planer beauftragen, der Vorschläge für eine Verkehrsberuhigung des Wiesengrundes erarbeiten und vorlegen solle. Im nächsten Jahr könnten dann die Arbeiten in Angriff genommen. Er verspreche aber nichts, was er nicht halten könne, betonte der Bürgermeister.

 Auf beharrliches Drängen einer Anliegerin erklärte Bokeloh, die SPD-Fraktion stehe geschlossen hinter der Forderung nach einer Verkehrsberuhigung des Wiesengrundes. Wie die restlichen Ratsmitglieder abstimmen würden, könne er aber an diesem Nachmittag natürlich nicht voraussagen.

 Übrigens: Die Anlieger des Wiesengrundes wissen es nach eigener Aussage zu schätzen, dass die Gemeinde in letzter Zeit in den Kinderspielplatz am Schützenhaus viel Geld investiere. Aber, so ihre Einschränkung: „Wir schicken unsere Kinder trotzdem nicht dorthin, da der Weg zu diesem Gelände für unseren Nachwuchs viel zu gefährlich ist.“möh

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