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Vor 50 Jahren: Wie Wischnat fliegen lernte

Heeßen / Portrait Vor 50 Jahren: Wie Wischnat fliegen lernte

Rundes Jubiläum für einen früheren Eilser Rathauschef: Während der Hauptversammlung des Wittlager Luftsportvereins ist der jetzt amtierende Vorsitzende und ehemalige Samtgemeindebürgermeister Heinz Wischnat für 50-jährige Mitgliedschaft geehrt worden. Als Dank für seine langjährige Arbeit zum Wohle des Vereins überreichte ihm der Vizevorsitzende Christian Kolthoff eine Urkunde nebst Gutschein zum Mitflug in der altehrwürdigen Dame der Lufthansa, der „Tante JU“. Sie wird am 1.Mai zum Tag der offenen Tür auf dem Bohmter Flugplatz erwartet.

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Zusammen 100 Jahre Luftsport: Heinz Wischnat (rechts), zusammen mit seinem Fliegerkameraden Günter Heinrich aus Bohmte, der ebenfalls für 50-jährige Mitgliedschaft geehrt wurde.

Quelle: pr.

Heeßen/Wittlage (r). Im Jahre 1961 stieß Wischnat zu den Wittlager Luftsportlern, im August trat er in den Verein und konnte gleich mit der Schulung auf dem neuen Doppelsitzer „Rhönlerche“ beginnen. Der Altkreis Wittlage, der eingebettet zwischen Dümmersee und Wiehengebirge liegt und Namensgeber des bis dahin zehn Jahre jungen Vereins ist, konnte nach anfänglichen Versuchen in Arenshorst bei Bohmte noch keinen eigenen Flugplatz sein Eigen nennen. Die Gastfreundschaft des Osnabrücker Vereins für Luftfahrt, der auch heute noch den Flugplatz Achmer nutzt, stellte den Wittlager Segelflieger ihr Gelände zur Verfügung. Trotz der erheblichen Fahrkilometer entwickelte sich intensiver Flugbetrieb.
Heinz Wischnat nahm sehr früh neben der persönlichen fliegerischen Ausbildung auch Verantwortung im Luftsportverein wahr. Dazu zählen im Jahre 1962 der Besuch eines Werkstattleiterlehrgangs auf der Insel Juist sowie ein Jugendgruppenleiterkurs in Wolfsburg. Im gleichen Jahr stieg der Fluglehrer aus dem hinteren Sitz der „Lerche“ aus und sprach die jedem Flieger bekannten Worte: „Das machst Du bitte dreimal alleine.“ Gemeint sind die Alleinflüge; die sogenannte „A“ flog Wischnat am 4. August 1962. Natürlich gab’s im Anschluss das volle Programm für jeden Flieger mit Hosenboden versohlen und Distelstrauch. Ob er am Tag danach noch richtig sitzen konnte, hat er dem Chronisten nicht überliefert. Im gleichen Jahr konnte ihm der Fluglehrer noch die „C“, die letzte Ausbildungsstufe vor dem Luftfahrerschein, ans Revers heften.

Das Jahr 1963 ist wiederum sehr auffällig in seinem fliegerischen Lebenslauf. Da packte er seine Prüfung für den Luftfahrerschein Klasse 1 an, eine fliegerische Weiterbildung von 14 Tagen auf der Inselflugschule Juist inklusive Berechtigung für den Flugzeugschlepp, das heißt, auch hinter Motorflugmaschinen hochgeschleppt zu werden.

Endlich auf dem eigenen Flugplatz in Bohmte fliegen: Dieser Traum ging 1964 in Erfüllung, weil ein paar Bohmter Bauern dem Luftsportverein ihre Wiesen zur Verfügung stellten. Wischnat machte im Juni 1964 im Wittlager Kreisblatt Schlagzeilen, nachdem er auf heimatlichem Gelände eine Flughöhe im Thermikflug von 2000 Metern erreichte. Und das war gleichzeitig die erste Bedingung für die Silber „C“, die eine Startüberhöhung von 1000 Metern verlangte. Doch die Fliegerei in den Wiesen südöstlich von Bohmte war nur von kurzer Dauer. Die Hunteregulierung machte weiteren Flugbetrieb unmöglich, wieder war der Verein auf die Gastfreundschaft der Osnabrücker Segelflieger vom Flugplatz Achmer angewiesen. Das änderte sich erst wieder im Jahre 1968. Endlich konnten die Flieger ihr heute noch genutztes Gelände als Segelflugplatz deklarieren. Heinz Wischnat nutzt auch den Motorsegler, der im Jahre 1973 Einzug auf dem Bohmter Flugplatz hielt.

Mehrere Deutschland-Rundflüge und Tagesausflüge nach Westerland/Sylt stehen in seinen Flugbüchern, Letztere auch mit Ehefrau. Als Gast der heißen Zunft, sprich Heißluftballon, wurde er in den Adelstand erhoben. Fortan darf er sich „Fürst Heinz, navigierender und genießender Korbedelmann von der Abendfahrt nach Nordrhein-Westfalen“ nennen. So geadelt packte er noch zwei große Herausforderungen an, nämlich das Flugfunkzeugnis in englischer Sprache und die Berechtigung für Ultraleichtflugzeuge.

Der heute 67-jährige hat entschieden die Geschicke des Vereins mitgestaltet, in den 60er Jahren zunächst als Schriftführer und Kassierer. 2007 übernahm Wischnat den Vorsitz des Luftsportvereins Wittlage. Kurz vor seinem Amtsantritt richtete der Sturm „Kyrill“ an den Hallen verheerenden Schaden an. Wischnat konnte für seinen Verein einige Stellhebel bedienen, die ihn finanziell wieder in sicheres Fahrwasser führten. Seine berufliche Erfahrung konnte er in seiner laufenden Amtszeit als Vorsitzender und in der Vergangenheit hinter den Kulissen in Verhandlungen mit Gremien und Behörden zum Wohle des Vereins einsetzten. Auch wenn Wischnat eine „Fernbeziehung“ von Bad Eilsen, Ortsteil Heeßen, zu seinem Heimat-Luftsportverein Wittlage pflegt, ist diese doch durch Intensität und Fliegerkameradschaft geprägt.

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