Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Wenn Füchse die Scheu verlieren

Heeßen/Bad Eilsen/Buchholz / Staupe-Gefahr Wenn Füchse die Scheu verlieren

Was macht man, wenn ein Fuchs knapp vor der Motorhaube die Fahrbahn wechseln will? Natürlich wird gebremst, wenn man noch halten kann. Normalerweise nimmt Meister Reineke, wenn er unverletzt bleibt, danach reißaus. Dicht vor dem Waldgasthaus „Süße Mutter“ erlebte ein Autofahrer aber, dass sich ein Fuchs stattdessen unter seinem Wagen verkroch und dort eingerollt sitzen blieb.

Voriger Artikel
Die Kita „Emmaus“ gestaltet das Gelände neu
Nächster Artikel
Da liegt der Maibaum flach

Muffelherde mit Nachwuchs, aufgenommen im Bereich des Fahrenplatzes. © pr.

Heeßen/Bad Eilsen/Buchholz (sig). „Der kann nicht normal sein“, dachte sich der Fahrer und holte sich jagdliche Hilfe. Es dauerte einige Zeit, bis man das Tier aus dem Versteck vertreiben konnte und schließlich zur Strecke brachte. Die medizinische Untersuchung ergab: Der Fuchs hatte Staupe und Toxoplasmose.

„Das ist im vergangenen Jahr kein Einzelfall gewesen“, berichtete Friedhelm Baule bei der Mitgliederversammlung der Jagdgenossenschaft Heeßen-Bad Eilsen-Buchholz. Der Sprecher der heimischen Jägerschaft rechnet damit, das im vergangenen Jagdjahr bis zu 25 Füchse diesen schweren Viruserkrankungen zum Opfer gefallen sind; zwölf konnten erlegt werden.

Die davon befallenen Tiere würden ein tollwutähnliches Verhalten zeigen, ergänzte Baule. Sie legten ihre Scheu vor den Menschen ab. In Buchholz zog ein Fuchs immer wieder rund um die Häuser und nahm dort sogar auf einen Hausvorleger Platz. Baule: „Weil die Seuche auf Hunde und Katzen übertragbar ist, wird dringend geraten, diese impfen zu lassen.“

Kummer bereitet den heimischen Jägern auch das Schwarzwild. Die Sauen haben früher und damit häufiger Nachwuchs. Der zunehmende Raps- und Maisanbau für die Biogasanlagen kommt ihnen entgegen. In manchen Waldgebieten finden sie zunehmend mehr Deckung durch starken Unterwuchs. So wird das Bejagen zu einer echten Herausforderung. Trotzdem konnten im vergangenen Jahr 17 Wildschweine erlegt werden; zwei verendeten auf der Straße.

Auch die Jagd auf das Muffelwild, das sich überwiegend im Bernser Bereich aufhält, verlief nicht so erfolgreich wie gewünscht. Baule sprach davon, dass die Bauarbeiten an der Autobahn und dort am Rückhaltebecken ein Hindernis gewesen seien. Durch das Aufstellen von Gattern sei nur ein schmaler Schlauch an der Autobahn zum Wechseln des Muffelwildes ins Nachbarrevier vorhanden.

Außerdem werde derzeit ein Wäldchen am Fahrenplatz, wo das Muffelwild häufig lagert, durch Einschläge ausgedünnt. Dem Verkehr am stärksten zum Opfer fallen die Rehe. Baule berichtete von acht Stück, fünf wurden erlegt. Eine nicht zu übersehende Gefahr für den Nachwuchs sind zudem die Wildschweine, die kleine Kitze aufstöbern und töten.

Stärker vermehrt haben sich offensichtlich Dachse und vor allem Marder, die sich gern auf Dachböden aufhalten. Es gab bei den Jägern häufiger Anrufe von betroffenen Hausbesitzern. Diese scheuen Tiere sind schwer zu bejagen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Schaumburg