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Wildschweine verursachen vermehrt erhebliche Schäden

Heeßen / Jagdpächterbilanz Wildschweine verursachen vermehrt erhebliche Schäden

Die Jagdpächter und die Jagdgenossen klagen gemeinsam darüber, dass die doch recht zahlreichen Wildschweine vermehrt Wildschäden im heimischen Revier verantwortlich seien.

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Reinhard Baule-Steinmeyer bei der Jagdgenossenschaftsversammlung

Heeßen/Bad Eilsen/Buchholz (möh). Die beiden Parteien setzten sich zusammen und erarbeiteten gemeinsam ein Wildschadenprotokoll. Mit diesem neuen und recht unkomplizierten Schriftstück werden Unstimmigkeiten und Spannungen über unterschiedliche und nachträgliche Schadensdarstellungen vermieden, wie Genossenschaftsvorsitzender Reinhard Baule-Steinmeyer während der Hauptversammlung der Jagdgenossenschaft erfreut feststellte.

 Zudem hat Jagdpächter Ingo Linnenkamp einen Lehrgang über Schadenregulierung absolviert. Seinem „Gutachten“ vertrauen nun Jagdpächter und Jagdgenossen. Auch Friedhelm Baule als Sprecher der Jagdpächter Christian Tänzer, Gerhard Hasse, Uwe Meier und Ingo Linnenkamp freute sich über die „sehr gute Zusammenarbeit“ aller Beteiligten im 290 Hektar großen Revier. Er nutzte die Gelegenheit, gleich einen Appell an alle Hundebesitzer zu richten. Sie mögen bitte an die Brut- und Setzzeiten des Wildes denken, wenn sie mit ihren Tieren einen Spaziergang machten. Ferner erinnerte er sie daran, dass die Wiesen und Grünflachen auch für die Tierhaltung genutzt würden. Baule: „Das Vieh mag das Futter nicht mehr, wenn es vollgekotet ist.“

 In der heimischen Natur leben unter anderem nicht nur Rehe, Hasen, Füchse, Kaninchen, Krähen und Elstern, sondern es tummeln sich dort auch sogenanntes Muffelwild (die Tiere sind vielleicht als eine Art wilde Schafe zu bezeichnen), Wildschweine, Waschbären, Dachse und Marder. Gerade Marder gibt es reichlich, sodass die Jäger, wie die Jagdpächter genannt werden, von vielen Hausbesitzern berichteten, bei denen diese Tiere den Hausfrieden störten. Nicht gut sei auch die Jagd auf das Muffelwild gewesen. Da die Bäume und Sträucher im Wäldchen am Fahrenplatz kräftig beseitigt worden seien („Fast ein Kahlschlag“, so Friedhelm Baule), habe das Muffelwild keine ausreichende Deckung mehr gehabt und sich hauptsächlich im Revier Bernsen aufgehalten. Weniger geworden sind nach Ansicht der Pächter die Wildkaninchen, die – wie die Hasen – seit Jahren geschont würden. Die Staupe habe bei den Füchsen ihren Tribut gefordert, obwohl manchmal der eine oder andere Freibeuter gesichtet würde.

 Immer wieder und immer öfter gibt es im heimischen Revier „Besuch“ von Wildschweinen, die besonders in dunklen und windstillen Nächten auf Grünlandflächen beobachtet werden. Die Jäger vermuten, dass in solchen Nächten die aufgestellten Wildscheuchen von den Tieren schlecht zu sehen seien und auch nicht klapperten. Friedhelm Baule: „Hier wäre es eine Überlegung wert, noch einige Blinkleuchten mit Bewegungsmeldern zwischen den schon vorhandenen Wildscheuchen zu postieren.“ Gerade das Schwarzwild, so die Jagdpächter, sorge für große Schäden.

 Apropos: Die Wildschäden würden immer mehr zunehmen, klagen die Jäger. Sie berichteten von Revieren, die nicht mehr verpachtet werden könnten, da für die Schäden mehr Geld als für die Pacht gezahlt werden müsste.

 Da zudem der Rehwildbestand nur als mittelmäßig eingestuft werden kann, vermuten die Jäger, dass die vielen Wildschweine einige Kitze fressen würden. Zudem erklärten sie, dass relativ viele Rehe auf der Straße überfahren würden. Im vergangenen Jahr seien es vier Tiere gewesen. Pächter Baule und seine Kollegen bedauerten, dass der Uhu, der im heimischen Bereich – zumindest bislang – vorhanden ist oder war, derzeit nicht mehr gesehen beziehungsweise gehört würde. Das Tier, so die Jäger, sei ein „wunderschönes Exemplar“. Sie hoffen nun, dass der Uhu, dessen Nest wohl im Steinbruch sei, sich in nächster Zeit im Jagdrevier wieder bemerkbar mache.

 Die Mitglieder der Jagdgenossenschaft (alle Landwirte und Eigentümer der Flächen) einigten sich während der Hauptversammlung im „Heeßer Krug“ darauf, sich nicht dem Zentralverband der Jagdgenossenschaften in Niedersachen anzuschließen und auch auf die vom Landvolk empfohlene Haftpflichtversicherung, deren Nutzen, so Baule-Steinmeyer, nicht zu sehen sei, zu verzichten.

 Dagegen will die Genossenschaft noch in diesem Jahr einen Tagesausflug zum Schießkino in Liebenau unternehmen. Im November soll ein gemütlicher Abend veranstaltet werden und ein Schnatgang ist ebenfalls für dieses Jahr ins Auge gefasst worden. Die Kasse der Jagdgenossen ist, wie Schatzmeister Uwe Meier erklärte, relativ gut gefüllt und nach Ansicht der Prüfer „auch bestens geführt“. So entlastete die Versammlung nicht nur Meier, sondern den gesamten Vorstand mit Vorsitzendem, Kassierer und Schriftführer Rudi Wecke.

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