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Wo aus Abfall etwas Gutes entsteht

Kompostierungsanlage in Heeßen Wo aus Abfall etwas Gutes entsteht

Gartenabfälle, Baum- und Strauchschnitt – besonders in den Sommer- und Herbsttagen fallen häufig Unmengen davon an.

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Die „Bande in Orange“ (von links) besteht aus Jan Brinkmann, Jens Rahe, Saulius Tonkunas, Ewald Specka, Thomas Hahne und Frank Wallesch (nicht im Bild). Sie erledigen die Arbeiten, die niemandem wirklich auffallen.

Quelle: hil

Heeßen. Da viele Haushalte in der Samtgemeinde Eilsen einen mehr oder weniger großen Garten besitzen, aber nur selten ausreichend Stauraum für die Grünabfälle haben, ist die Kompostierungsanlage in Heeßen ein beliebtes „Ausflugsziel“ für die Bewohner der umliegenden Dörfer.

1994 wurde die Kompostierungsanlage eröffnet. Zunächst konnte dort jeder unbeaufsichtigt seine Grünabfälle abladen. Leider landeten immer häufiger Sperrmüll und Kühlschränke im Kompost. Deshalb sahen sich die Gremien der Samtgemeinde gezwungen, geregelte Öffnungszeiten einzuführen. Außerdem wird seither für das Abladen von Grünabfall eine Gebühr von heute vier Euro pro angefangenem Kubikmeter erhoben – und die Beaufsichtigung ist gewährleistet.

„Es gibt Tage, da geht es hier ganz schön hoch her. Dann steht hier auf dem Platz alles voll mit Autos, und die Neuankömmlinge müssen in der Schlange warten“, sagt Jens Rahe, gelernter Heizungsbauer und seit 2010 Angestellter der Samtgemeinde. In der Regel funktioniert das aber ganz gut. Problematisch wird es erst, wenn Fahrer kommen, die völlig rücksichtslos und undiszipliniert über das Gelände fahren. Leider kommt das immer häufiger vor. „Manchmal ist es ein Wunder, dass wir hier so selten Blechschäden haben“, sagt Rahe und ist sich mit seinen fünf Kollegen einig.

Kompost wird mehrmals umgesetzt

Während der Öffnungszeiten wird die Anlage abwechselnd von Frank Wallesch, Ewald Specka, Thomas Hahne, Jan Brinkmann, Jens Rahe und Saulius Tonkunas betreut. „Wir kassieren die Gebühr, weisen die Kunden ein, wohin sie fahren sollen, und schieben zwischendurch den Grünabfall mit dem Frontlader auf dem Haufen zusammen“, erzählt Wallesch, der bereits seit 1987 für die Samtgemeinde tätig ist.

In regelmäßigen Abständen wird der enorme Haufen von frischem Grüngut geschreddert. Dazu kommt eine Großmaschine aus Wiehagen zum Einsatz, die die beträchtliche Menge an Grüngut in wenigen Stunden zerkleinert und auf eine andere Stelle des Kompostplatzes befördert.

Innerhalb von etwa anderthalb Jahren wird der Kompost mehrmals umgesetzt. Schließlich wird alles noch einmal gesiebt. Das geschieht ebenfalls mittels einer externen Maschine der Abfallwirtschaft Schaumburg (AWS). Die fertige Komposterde eignet sich bestens zum Untermischen und wird kostenlos abgegeben. Jährlich werden in Heeßen so 2000 bis 3000 Kubikmeter Komposterde von den Anwohnern abgeholt.

Um 7 Uhr beginnt der Dienst

Die Arbeit an der Kompostierungsanlage nimmt jedoch nur einen kleinen Teil des Aufgabenspektrums der Gemeindearbeiter ein. Nicht vielen Mitbürgern der Samtgemeinde ist bewusst, was diese Männer alles tun. Denn die meisten ihrer Aufgaben zählen zu den Dingen, die erst auffallen würden, wenn sie nicht mehr erledigt werden. Das reicht vom Rasenmähen und dem Schnitt der Bäume und Sträucher an allen öffentlichen Flächen von Ahnsen bis nach Schermbeck über Pflasterarbeiten, Kontrollfahrten und Mülleinsammeln, Holzschilder streichen, Hausmeistertätigkeiten an der Schule sowie den Kitas, Grünpflege auf dem Heeßer Friedhof und Winterdienst bis hin zum Gas- und Wasseruhren ablesen.

Unter der Woche beginnen die Kollegen morgens um 7 Uhr ihren Dienst. Während der Besprechung wird abgestimmt, welche Arbeiten erledigt werden müssen. „Viele Arbeiten, die regelmäßig anfallen, können wir uns selbstständig einteilen. Dann gibt es aber auch Aufgaben außer der Reihe, die wir durch die Samtgemeinde aufgetragen bekommen“, sagt der Luhdener Hahne.

Es ist eine sehr abwechslungsreiche Arbeit. Körperlich kann das manchmal sehr anstrengend werden, besonders wenn der Sommer so heiß wird wie in diesem Jahr. Tonkunas, gebürtiger Litauer und gelernter Lehrer, gehört erst seit 2014 zu den Gemeindearbeitern, zur „Bande in Orange“. Er sagt: „Es ist manchmal viel, aber ich gehe hier gerne zur Arbeit.“

Bis zum 31. Oktober ist die Kompostierungsanlage in Heeßen jeweils freitags von 13 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 9 bis 14 Uhr geöffnet.Vom 1. bis 30. November ist der Platz nur sonnabends geöffnet, und zwar von 9 bis 14 Uhr.Vom 1. Dezember bis zum 28. Februar ist der Kompostplatz an jedem ersten Sonnabend im Monat von 9 bis 14 Uhr geöffnet. Fällt der erste Sonnabend auf einen Feiertag, so ist die Anlage am darauffolgenden Sonnabend geöffnet. hil

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