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Erst die Flucht, dann die Langeweile

Migranten helfen auf dem Friedhof Erst die Flucht, dann die Langeweile

Für einige Luhdener ist es zunächst ungewohnt gewesen, zwei Schwarzafrikaner auf „ihrem“ Friedhof Unkraut hacken und Rasen mähen zu sehen. Aber mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass Ali (26) und Mohamed (19) dort gute Arbeit leisten.

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Ali und Mohamed sind froh, ihre Zeit mit etwas Sinnvollem zu füllen.

Quelle: hil

Luhden. Sie werden akzeptiert und viele unterhalten sich gerne kurz mit den freundlichen Männern aus Abidjan, Elfenbeinküste. Manche auf Englisch oder Französisch, aber auch Deutsch geht schon ganz gut. Seit fünf Monaten leben die Beiden in Flüchtlingsunterkünften der Gemeinde und haben bis vor Kurzem das Gleiche getan, wie alle anderen auch – gewartet und geschlafen. So geht es fast allen, die nach Deutschland kommen: erst die Flucht, dann die Langeweile. Da Mohamed und Ali raus wollten aus ihrem tristen Alltag, haben sie sofort zugesagt, als die Kirchengemeinde anfragte, wer in der Grünpflege arbeiten möchte.

Dass sie dabei so gut wie nichts verdienen, ist ihnen egal. „Es ist nicht das Geld, was wir brauchen, sondern eine Veränderung unserer Situation“, so der 26-jährige Ali. Aber Dinge wie Mindestlohn, Bearbeitungszeiten, Sprachprobleme und vor allem die Vorrangprüfung verhindern, dass sich bei ihnen in absehbarer Zukunft etwas ändert.

Die Elfenbeinküste gilt als größter Kakaoexporteur weltweit, erholt sich wirtschaftlich zusehends und gilt derzeit als „sicher“. Trotzdem haben die beiden jungen Männer in ihrer mehr als 8000 Kilometer weit entfernten Heimat keine Zukunft. Billige Arbeitskräfte würden aus den ärmeren afrikanischen Nachbarstaaten „eingekauft“, nicht selten seien es noch Kinder. Sie seien zu alt, daher zu teuer. Dabei haben Ali und Mohamed Träume und Zukunftspläne, wie jeder andere auch. Während Mohamed sich als gelernter Kfz-Mechaniker wünscht, wieder an Autos herumschrauben zu können, ist Alis Traumberuf noch bescheidener. „Putzen ist für mich eine wundervolle Sache. Mein Traum ist es allerdings, bei einem großen Hotel im Service zu arbeiten.“ hil

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