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Hoffen auf Rücksicht

Beinahe-Unfälle mit Mountainbikes Hoffen auf Rücksicht

„Da kommt doch der Mountainbiker mit voller Geschwindigkeit bergab quer durch die Kurve geschossen und verfehlt mein Pferd sowie mich nur um einige Zentimeter. Nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn der junge Mann uns touchiert hätte. Er hat mit seinem und meinem Leben gespielt.“ So drastisch berichtet Christa Vieth von einem Vorfall auf dem Weg zum Klippenturm, und der Schrecken steht ihr noch Tage später ins Gesicht geschrieben.

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Wenn es ihre Zeit erlaubt, ist die begeisterte Reiterin Christa Vieth mit einem ihrer drei Pferde im Wald unterwegs.

Quelle: möh

Luhden.  Gleichzeitig schränkt sie aber ein und betont, sie habe keine Vorurteile gegen Fahrradfahrer. Im Gegenteil: Als selbstständige Physiotherapeutin sei sie sehr froh, wenn aktiv Sport getrieben werde.

 Vieth, die am Steinbrink 1 in Schermbeck wohnt und dort auch ihre physiotherapeutische Praxis betreibt, ist in ihrer freien Zeit häufig mit einem ihrer drei Pferde im Wald hinter der Autobahn unterwegs. Und in der Vergangenheit ist sie immer wieder einmal mit Mountainbiker konfrontiert worden, die die einmal abschüssigen und dann auch steil ansteigenden Waldwege als Parcours nutzen. Des Öfteren ist ihr aufgefallen, dass die Radsportler schnell von hinten an Pferd und Reiterin heran- und dann vorbeirauschen oder von vorn urplötzlich vor ihr auftauchen. Teilweise habe sie „derbe Probleme“ gehabt, so berichtet sie, ihr Pferd ruhig zu halten, damit es nicht durchgeht. „Und dieses ist nicht nur für mich, sondern auch für die Mountainbiker sehr gefährlich“, warnt Vieth.

 Die Schermbeckerin hat ebenfalls mit vielen Fußgängern gesprochen, die an der Langen Wand und auf den Wegen zum Klippenturm ihre Hunde ausführen oder mit einem Kinderwagen unterwegs sind. Auch sie hätten von einigen (Fast-)Zusammenstößen mit den Radsportlern berichtet, vor allem auf kurvigen Wegen. Dabei beansprucht Vieth aber nicht das alleinige Recht, mit ihrem Pferd im Wald zu reiten. Die Mountainbiker hätten die gleiche Berechtigung, dort ihren Sport auszuüben. Sie möchte lediglich schwere Unfälle von vornherein verhindern, denn wenn, wie in ihrem Fall, das Pferd überrascht wird, erschreckt, auskeilt und den Radfahrer bei seiner rasanten Abfahrt trifft, sei mit lebensgefährlichen Verletzungen zu rechnen.

 Daher spricht sich die Reiterin für eine gegenseitige Rücksichtnahme aus. Sie reitet mittlerweile nicht mehr mitten auf einem Waldweg, auf dem sie Mountainbiker vermutet, und weicht in Absprache mit den Jägern auch auf reine Forstwege, die manchmal aber sehr matschig seien, aus. Und sie lässt einen geplanten Ausritt schon mal ganz ausfallen, wenn sie vermutet, dass viele Biker in der freien Natur unterwegs seien. An schönen Tagen hat sie innerhalb kürzester Zeit schon bis zu 35 Radsportler gezählt.

 An diese Mountainbike-Fahrer appelliert sie, doch vor allem in den Kurven, die nicht einsehbar seien, „etwas langsamer“ zu fahren. Und sie meint, es müsse doch möglich sein, die Räder mit einer Klingel auszurüsten, damit die Mountainbiker sich den Fußgängern und Reitern bemerkbar machen könnten.

 Vieth hat nach eigenen Angaben lange überlegt, ob sie mit dem Problem Mountainbiker an die Öffentlichkeit gehen solle. Aber sie wohne und reite an der Langen Wand und am Klippenturm seit 24 Jahren. Gerade in jüngster Zeit habe die Zahl der Radsportler aber enorm zugenommen. Die Physiotherapeutin: „Ich freue mich riesig, wenn die Radfahrer auf den Waldwegen ihren Spaß haben, aber wenn denn die Unfallgefahr kräftig steigt, muss man sich doch schon einmal Gedanken machen.“ möh

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