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Kam Undine aus dem Steinhuder Meer?

Literarisches Kabinett über de la Motte Fouqué Kam Undine aus dem Steinhuder Meer?

Sind die vielfach beschriebenen Fabelwesen einfach nur Hirngespinste? Was wäre, wenn es sie doch gäbe, aber eben nur als immer oder überwiegend unsichtbare Wesen? Zumindest haben sich Geschichtenschreiber, darunter auch namhafte Autoren, mit ihnen befasst.

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So soll es in der Waldzone gegenüber der Klus ausgesehen haben, als dort Freilicht-Aufführungen stattfanden. Hat Fouqué „seine“ Undine vielleicht hier gesehen?

Quelle: Repro: sig

Luhden. Einer davon ist Friedrich de la Motte Fouqué. Er stand im Mittelpunkt des Literarischen Kabinetts des Eilser Heimat- und Kulturvereins.

 Fouqué schuf mit seiner Feder keine Elfen, Feen oder Berggeister, sondern die schöne Meerjungfrau Undine. Für die Schaumburger von besonderem Interesse ist, dass der Dichter mehrere Jahre als Offizier in Bückeburg stationiert war und in dieser Zeit wohl in Röcke gewohnt haben dürfte.

 Friedrich Winkelhake hat den von ihm durchgesehenen Unterlagen entnommen, dass sich der dichtende Offizier in eine 15-jährige Jungfrau verliebt haben soll. War das vielleicht seine spätere Undine, der er eine sehr romantische, aber auch dramatische Novelle gewidmet hat?

 Und weil das Steinhuder Meer, das er schon wegen der dort errichteten Festungsanlage gekannt haben dürfte, so nahe war, könnte Undine auch dort den Wellen entstiegen sein. Die Größe des Gewässers dürfte für ein solches Fabelwesen, das Fouqué eine Zeit lang zur irdischen Schönheit werden ließ, keine Rolle spielen.

 Das Trio Winkelhake, Dieter Gutzeit und Lutz Gräber las einige ausgesuchte Kapitel der gleichnamigen Novelle vor, in denen deutlich wurde, dass die Verbindung zwischen einem Ritter und der Meerjungfrau kein gutes Ende nehmen sollte. Sehr fantasievoll hatte der erstaunlicherweise auch als Soldat recht erfolgreiche Romantiker das ereignisreiche Szenario der Novelle gestaltet.

 Der Stoff hat Nachahmungen gefunden. Es gab die Oper „Undine“ gleich in zwei Fassungen. Die Uraufführung von E.T.A. Hoffmanns Bühnenwerk fand 1816 im Königlichen Schauspielhaus am Gendarmenmarkt in Berlin statt. Das Libretto schrieb Fouqué selbst. Das Bühnenbild stammte von dem berühmten Architekten und Maler Karl Friedrich Schinkel. Als erfolgreicher erwies sich jedoch Albert Lortzings Oper „Undine“. In späteren Fassungen wurde die Handlung gestrafft und unter anderem das Ende verändert. Außer dem tragischen Ausgang dieser Liebe zwischen Mensch und Zauberwesen gab es auch eine Version mit Happy End, die die Besucher entspannter heimgehen ließ. Kurz vor der Millenniumswende wurde der Stoff auch zu einem Musical verarbeitet.

 Zumindest sorgt Undine dafür, dass die Erinnerung an Fouqué nie ganz ausgelöscht wird. Dass dieser Nachfahre einer Hugenottenfamilie auch sonst ein ereignisreiches Leben führte und zahlreiche hochkarätige Freunde hatte, ist der Nachwelt überliefert. Frauen spielten in seinem Leben immer eine wichtige Rolle. Seine erste Ehe mit der Tochter des Bückeburger Regimentskommandeurs scheiterte jedoch schon nach wenigen Jahren. Er heiratete später eine Gutserbin und nach deren Tod eine Schriftstellerin. In seiner Weimarer Zeit gab es Begegnungen mit Goethe, Schiller und Herder.

 Während seines Militärdienstes in Schaumburg-Lippe regierte Fürstin Juliane auf Schloss Bückeburg. Sie soll in dem Waldbereich gegenüber der Klus Freilichttheater-Aufführungen ausgerichtet haben. Winkelhake zeigte Bilder, die an frühere parkähnliche Anlagen erinnerten. Ist Fouqué etwa dort seiner Undine begegnet? sig

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