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Landwirte in Luhden Nervensache

Wie vielerorts haben auch die Landwirte in und um Luhden die wenigen Sonnentage dieser Woche genutzt, um die letzten Feldfrüchte zu ernten und die neue Saat in die Erde zu bekommen.

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Den Landwirten drohen bei der Maisernte Ertragseinbußen.

Quelle: pr.

LUHDEN.. Das bedeutete Arbeiten unter Hochdruck.

Obwohl die Region entlang des Mittellandkanals noch viel schwerwiegender betroffen ist, waren auch die Ackerflächen in und um Luhden nach den vergangenen Wochen mit unverhältnismäßig viel Niederschlag so feucht, dass etliche erst nach drei oder mehr Sonnentagen wieder durch Landmaschinen befahren werden konnten. „Es ist nicht einfach, Geduld zu zeigen, wenn man genau weiß, wie viel Arbeit da draußen wartet und dass das gesamte Futter für unsere Kühe noch auf dem Feld steht. Das zerrt wirklich an den Nerven“, sagte einer der Landwirte vor Ort.

Obwohl in manchen Hanglagen noch immer das Wasser aus dem Boden drückt, hatte das Warten jetzt endlich ein Ende. Während auch auf dem Nachbarfeld „Meyerbreite“ bereits seit den frühen Morgenstunden Weizen gedrillt (gesät) wurde, startete auf dem Hof Tecklenburg kurz nach Sonnenaufgang die langersehnte Silomaisernte.

„Jockel“ ist bereits seit zehn Jahren bei Agrar-Service Hasse in Heeßen angestellt und hat seit fünf Jahren einen festen Platz als Mähdrescher- und Häckslerfahrer. Der gelernte Landwirt hat schon einiges mitgemacht, doch unter solch erschwerten Erntebedingungen hat er noch nicht gearbeitet. „Eigentlich beginnen wir ziemlich pünktlich am 20. September mit der Silomaisernte. Aber in diesem Jahr konnten wir witterungsbedingt einfach nicht auf den Acker.“ Erschwerend komme jetzt hinzu, dass es viele Felder gebe, wo sich durch die starken Winde die Maispflanzen „hingelegt“ hätten, teils sähen sie aus wie plattgewalzt.

Lagermais zu häckseln, ist nicht so einfach und dauert erheblich länger, als stehende Pflanzen zu ernten. Nicht selten sind die Pflanzen direkt über der Erde abgeknickt.

Mais teilweise viel größer

Der Mais mag es warm und feucht. Daher hatte er in diesem Sommer eigentlich optimale Wachstumsbedingungen und ist teilweise viel größer geworden als in anderen Jahren. Zusätzlich gab es neue Maissorten, die im Verhältnis zur Pflanze sehr große Maiskolben ausbilden. Beides führte dazu, dass die Pflanzen in diesem Jahr vielerorts ein leichtes Opfer für den Wind geworden sind.

Bei Landwirt Christoph Tecklenburg hielt es sich mit dem Lagermais in Grenzen, doch trotzdem blieben an manchen betroffenen Stellen Maispflanzen auf dem Acker liegen, da das „Gebiss“ des Häckslers sie nicht aufnehmen konnte.

„Wir haben in diesem Jahr durch Nässe und Lager auf jeden Fall Ertragseinbußen. Aber in welcher Höhe, das kann man heute noch nicht sagen“, so Tecklenburg. Deshalb steht auch für den Chef von Agrar-Service Hasse, Dirk Hasse, fest, dass Maissorten, die in diesem Jahr keine Standfestigkeit bewiesen haben, im nächsten Jahr nicht wieder angebaut werden. „Denn ob der nächste Sommer besser wird, steht in den Sternen.“

Spät am Abend atmen auf dem Hof Tecklenburg alle auf – der Tag ist gut gelaufen. Es hat reibungslos funktioniert, und das Futter für die Milchkühe ist für diesen Winter gesichert. Die Maschinen sind heil geblieben und genügend belegte Brötchen sowie heißer Kaffee haben den langen Arbeitstag erträglich gemacht. Das über zwölfstündige Brummen der Trecker war für die Anwohner lästig, aber die Nachbarn zeigten sich verständnisvoll – denn bereits für das Wochenende ist die nächste Regenfront in Sicht. r

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