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Plötzlich taucht ein drittes Original auf

Aufregung in Luhden Plötzlich taucht ein drittes Original auf

Aufregung in Luhden. Da hatte eine Familie aus Steinbergen der Kirche zwei Bilder von der früheren St.-Katharinen-Kapelle geschenkt. Diese beiden Originale von 1943 sollten an der Wand des heutigen Kirchenzentrums hängen. Dann wurde ein Gemälde der Kapelle im Internet zur Versteigerung angeboten.

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Altbürgermeister Peter Zabold (rechts) überreicht Bürgermeister Rüdiger Schmidt das Aquarell, das die St.-Katharinen-Kapelle im Jahre 1943 zeigt.

Quelle: möh

LUHDEN. Erster Gedanke war natürlich: Eines der Bilder aus der Kirche ist gestohlen worden.

Bevor die Polizei informiert werden sollte, wollte man zunächst selbst nachschauen. Altbürgermeister Peter Zabold machte sich sofort auf den Weg, stellte dann aber fest: Beide Gemälde von Künstler Max Gedan hängen noch an der Wand. Es stellte sich nun die Frage: „Woher stammt das dritte Bild aus dem Internet?“ Dieses dritte Aquarell ist schließlich von der politischen Gemeinde gekauft worden und soll nun im Sitzungszimmer des Rates seinen Platz finden.

Doch der Reihe nach. Bereits im Jahre 2010 hat das Ehepaar Bothe aus Steinbergen der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde zwei originale Aquarelle über die ehemalige St.-Katharinen-Kapelle, die im Jahr 1966 abgerissen und erst 1976 durch das jetzige Kirchenzentrum „ersetzt“ wurde, gespendet. Diese beiden Bilder zieren seit damals den Eingang zum Saal im Kirchenzentrum des Dorfes und erfreuen alle Besucher.

Doch dann erhielt Peter Zabold, Altbürgermeister und Ehrenratsherr der Gemeinde, einen verdutzten Anruf von Heiner Bothe. Er befürchtete, so teilte er Zabold mit, dass eines der beiden Bilder wohl gestohlen worden sei, weil es auf der Internetplattform eBay angeboten würde. Das zum Verkauf stehende Aquarell müsse einfach aus dem Kirchenzentrum stammen, so versicherte Bothe, denn der Maler habe 1943 seiner Kenntnis nach nur zwei Bilder aus verschiedenen Blickrichtungen „gefertigt“.

Das Geheimnis wird gelüftet

Beim umgehenden Besuch im Kirchenzentrum stellte Zabold dann fest, dass glücklicherweise beide Gemälde noch vorhanden waren. Da er aber Heiner Bothe versprochen hatte, sich um die Angelegenheit zu kümmern, setzte er sich vor seinen Computer und rief auf der Versteigerungsplattform das fragliche Aquarell auf. Um zu verhindern, dass dieses Bild samt Rahmen in falsche Hände gelangt, hat es Zabold dann sofort gekauft – und das Geheimnis um das dritte Original lüftete sich.

Das Bild aus dem Internet stammt, wie die Bilder im Kirchenzentrum, ebenfalls aus dem Jahr 1943 und erscheint auf den ersten Blick mit einem der Aquarelle, die der Kirche gehören, identisch. „Aber nur fast“, wie Zabold feststellte, „denn in einigen Kleinigkeiten unterscheidet es sich.“ Daher ist es sicher, dass Max Gedan insgesamt drei Bilder von der historischen Kapelle gemalt hat.

Der Verkäufer aus dem Internet, ein Händler aus Melle, habe das Bild laut Zabold nach eigenen Angaben auf einem Flohmarkt in Osnabrück entdeckt und sofort gekauft, weil er es so schön fand. „Weitere Auskünfte über die Herkunft des Aquarells konnte er leider nicht geben“, so Zabold. Zusätzliche Recherchen, auch im Internet ergaben, dass es über den Künstler Gedan überhaupt keine Informationen gibt.

Zabold informierte über das plötzlich aufgetauchte und von ihm umgehend gekaufte dritte Bild mit dem Motiv St.-Katharinen-Kapelle sofort die Gemeinde beziehungsweise Gemeindedirektor Andreas Kunde. Schnell war man sich einig, dass die Kommune Interesse an diesem Aquarell habe und es für das Sitzungszimmer der Gemeinde kaufen wolle. Bei einer Feier zum Jahresabschluss, an der der gesamte Rat und auch alle Mitarbeiter der Gemeinde teilnahmen, wurde die Geschichte nun „offiziell beendet“. Zabold überreichte das im Internet ersteigerte Bild aus dem Jahr 1943 Bürgermeister Rüdiger Schmidt, „damit es nun endlich seinen Platz im Luhdener Regierungszentrum finden kann“, so Zabold. möh

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