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Sie tranken Wodka aus Flaschen

Literarisches Kabinett Sie tranken Wodka aus Flaschen

Im Zweiten Weltkrieg trafen in einem fürchterlichen Schneesturm ein deutscher und ein russischer Soldat aufeinander. Sie hatten sich in einem Wald zwischen den Fronten verirrt, ließen die Waffen fallen und umarmten sich vor Freude darüber, in der sibirischen Kälte und Einsamkeit nicht allein zu sein.

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Friedrich Winkelhake und Dieter Gutzeit lesen Weihnachtsgeschichten.

Quelle: sig

Luhden. Das geschah um Weihnachten. Und deshalb passte dieses Erlebnis zum letzten Literarischen Kabinett des Eilser Heimat- und Kulturvereins in diesem Jahr.

 Die Enkelkinder hatten den Großvater gebeten, eine echte Weihnachtsgeschichte zu erzählen. Nichts, was seiner Phantasie entsprungen war. Nichts von Engeln und anderen Himmelsboten mit Rauschebärten und roten Mänteln. Der russische Soldat und der Großvater überlebten den Schneesturm nur, weil sie sich hinter einem Buschwerk gegenseitig wärmten und dazu Wodka aus einer Feldflasche tranken. Als die Sicht besser wurde, begaben sie sich zur eigenen Einheit zurück und winkten sich zum Abschied zu. Dieses Erlebnis macht den Irrsinn von Krieg und Gewalt deutlich. Und es beeindruckte auch die Enkel.

 Ebenso in sich gekehrt wirkten die Zuhörer im Luhdener Kirchenzentrum nach dieser Schilderung. Warum müssen sich Menschen, die sich gar nicht kennen, gegenseitig verletzen oder sogar töten? Diese Frage stand unausgesprochen im Raum.

 Friedrich Winkelhake und Dieter Gutzeit trugen noch zahlreiche andere Erzählungen, Begebenheiten und auch Gedichte vor. Darin ging es nicht immer so ernst und dramatisch zu wie in Großvaters Kriegsbegegnung. Bekanntlich ereignet sich in der Weihnachtszeit viel Geheimnisvolles, aber auch Lustiges.

 

 Ein besonderes Thema ist stets auch die Auswahl und das Schmücken des Weihnachtsbaumes. Manch einer hat die Senkrechte verlassen, bevor er seine Funktion erfüllte. Ganz zu schweigen von den Gefahren durch brennende Kerzen, die schon unzähligen Bäumen das Lebenslicht auslöschten.

 Der Auftritt des bärtigen Himmelsboten weckt auch bei Erwachsenen heute noch besondere Erinnerungen. Hochspannung und etwas Angst waren wohl immer dabei. Mal wurden die Erwartungen enttäuscht, mal übertroffen. Aber eigentlich geht es ja überhaupt nicht um die Fülle von Geschenken und süßem Beiwerk.

 Das Literarische Kabinett erzählte von etlichen guten Taten und von Beweisen der Mitmenschlichkeit. Auch das bevorstehende Fest weckt neue Hoffnungen. Warum ist es so schwer, diese Welt friedlicher zu machen? Mit dieser Frage verabschiedeten sich die Gäste des Literarischen Kabinetts in die Weihnachtszeit.

sig

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