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So soll die meistbefahrene Straße im Dorf sicherer werden

Luhden / Ingenieurbüro stellt Option vor So soll die meistbefahrene Straße im Dorf sicherer werden

Sie gilt als die meistbefahrene „Quere“ im Ort: die Dorfstraße. Nicht alle halten sich dort immer an die Geschwindigkeitsbegrenzung, gerade im Bereich der Luhdener Ortseingänge.

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Gäste von Trauerfeiern parken ihre Autos oft auf dem Rasenstreifen zwischen Radweg und Straße, wühlen so das Erdreich auf. Eigens angelegte Parkplätze links und rechts der Kirche könnten das unnötig machen.

Quelle: tw

Luhden (tw). Das soll sich ändern. Das Ingenieurbüro Kruse (Selliendorf) hat zahlreiche Fingerzeige erarbeitet, die in Zukunft ein besseres Miteinander von Fußgängern und Fahrern möglich machen sollen. Gesehen hat diese Fingerzeige jetzt der Bauausschuss. Das unter Regie von Karl-Heinz Voigt (CDU) tagende Gremium wird dem Gemeinderat empfehlen, für Eingriffe in den Straßenraum 100000 Euro im aktuellen Etat zu reservieren; das Votum erfolgte während der jüngsten Zusammenkunft der Politiker im Gemeindehaus einstimmig.

 Diplom-Ingenieur Andreas Kruse hat seine Vorschläge für „Schikanen“ auf der Dorfstraße in Luftbilder eingezeichnet; Luhdens damaliger Bürgermeister Peter Zabold hatte ihn während eines Schnatgangs auf die neuralgischen Punkte hingewiesen. „Die Vorschläge sind uns erstmals am 31. Mai 2011 bei einer gemeinsamen Fraktionssitzung vorgestellt worden. Danach haben wir das Gezeigte erst mal sacken lassen; wir wollten die Sache nicht noch vor der Kommunalwahl übers Knie brechen“, erinnert Luhdens Gemeindedirektor Andreas Kunde. Jetzt indes soll schnell gehandelt werden; der Bauausschuss empfiehlt, das Projekt „Verkehrsberuhigung“ gleich im Anschluss an die Sanierung des Schmutzwasserkanals durch den Abwasserverband Auetal in Angriff zu nehmen, die bereits im März beginnt.

 Würde der Gemeinderat alle von Kruse vorgeschlagenen Maßnahmen umsetzen, würden sich Gesamtbaukosten von 134000 Euro ergeben. Allerdings zeichnete sich bereits im Bauausschuss ab, dass die Politiker das Konzept deutlich abspecken wollen. Sie wollen „einen großen Ertrag bei kleinem Einsatz“, wie der Planer erkannt hat. Sein Konzept sieht vor, sowohl vor als auch hinter dem Friedhof Stellplätze für Gäste von Trauerfeiern anzulegen, die oft auf dem Trennstreifen zwischen Fahrbahn und Radweg parken. Zum einen wären auf einem 60 Quadratmeter großen Grundstück neun, zum anderen auf einem 490, alternativ auch 880 Quadratmeter großen Grundstück zwölf respektive 24 Stellplätze möglich. Zusätzlich zu den Baukosten von 9000 sowie 45000 oder aber 60000 Euro müsste die Gemeinde aber Land kaufen. Ein Grund, warum Voigt dafür plädiert, „das Friedhofspaket zunächst außen vor zu lassen“ und mit der Kirche über die Grundstücke erst nach der Kirchenratswahl (18. März) zu sprechen.

 Was die Baumaßnahmen betrifft, die Fahrer zum Drosseln der Geschwindigkeit zwingen sollen, so macht Kruse deutlich, dass Eingriffe allein am Ortsein- und Ortsausgang nichts bringen würden. Gebe es nicht auch dazwischen im Schnitt alle 150 Meter eine „Schikane“, werde im Dorf selbst doch wieder zu schnell gefahren. Insgesamt schlägt der Selliendorfer zwischen Auf der Mothe und dem Penny-Markt bis zu sieben Eingriffe in den Straßenraum vor. Das Gros davon könnte entweder als sogenannte kleine Aufpflasterungen – halb Fahrbahn, halb Grünfläche – oder aber als wechselseitige Versetzungen gebaut werden. Erstere würden 5000 Euro pro Stück, Letztere mit 2500 Euro pro Stück gerade mal die Hälfte davon kosten. Dennoch favorisiert der Planer gerade diese „kleinen Aufpflasterungen“, die in jeder gewünschten (Signal-)Farbe auf den Asphalt gebracht werden können. Denn: „Die wechselseitigen Versetzungen wirken oft nur bei Gegenverkehr und animieren Autofahrer zum schnellen Slalom-Fahren.“

 Doch die Politiker im Bauausschuss sind skeptisch angesichts der Menge dessen, was da auf die Straße soll: „Zuviel“, fasst Voigt zusammen, „wollen wir nicht.“ Die Mehrzahl der Abgeordneten möchte die Eingriffe in den Straßenraum auf die kritischen Stellen im Dorf beschränkt wissen. Das sind nach Dafürhalten Kruses die Bereiche Auf der Mothe/Bushaltestelle, die Ausfahrt von der Sporthalle auf die Dorfstraße mit ihren schlechten Sichtmöglichkeiten und der Penny-Markt, wo eine hohe Hecke die Sicht extrem behindert.

 Im Bereich Auf der Mothe schlägt er eine 2,50 Meter breite Querungshilfe vor, an der Autos links und rechts vorbei fahren können. Sie wäre mit 30000 Euro die teuerste Einzellösung. Dabei müsste die Bushaltestelle etwas verschoben, der Gehweg etwas verlängert werden. „Ganz wichtig ist“, so Björn Metzner (CDU), „dass die Fahrbahn so breit bleibt, dass Landwirte mit schwerem Ackergerät passieren können.“ Im Bereich Sporthalle und Penny-Markt wäre laut Kruse der Bau von Aufpflasterungen ausreichend.

 Doch gerade mit diesen Aufpflasterungen haben die Politiker Probleme: „Es will sie eigentlich keiner“, fasst Voigt die Auffassungen zusammen, die sich bei den Abgeordneten in den zurückliegenden Monaten gebildet haben. Denn die Bürgervertreter sorgen sich vor allem um einen zu hohen Geräuschpegel, mit dem das Überfahren der Aufpflasterungen die Anwohner belasten könnte. Das sieht der Planer anders: „Es würde sich nicht um ,Berliner Kissen‘ handeln.“ Die zehn Zentimeter hohen und um acht bis zehn Grad geneigten Aufpflasterungen seien sanft im Anstieg. „Sie können ein glattes Pflaster ohne Phase nehmen, wie es auch für Radfahrer und Skater verwendet wird“, so Kruse. Das würde die Geräusche beim Überfahren minimieren.

 Weitere Punkte, auf die der Bauausschuss mit Blick auf die Dorfstraße Wert legt, sind diese: „Wir wollen die Radfahrer nicht auf die Straße schicken und die insgesamt fünf Überfahrten mit rotem Pflaster statt mit roter Farbe versehen“, so Voigt. Denn die derzeit verwendete rote Farbe löse sich an vielen Stellen – „und ein Neuauftrag ist extrem teuer“, wie Kunde weiß. Last, but not least möchten die Abgeordneten keine Lösung, bei der irgendetwas nur auf die Straße geklebt statt fest mit ihr verbunden wird.

 Was von den Optionen, die Kruse aufgezeigt hat, am Ende umgesetzt wird – darum muss der Rat ringen. Er trifft sich Ende März/Anfang April.

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