Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Umfangreiche Änderungen

Pläne für ehemaliges "Schinken Kruse"-Gelände Umfangreiche Änderungen

Der Standort im Schatten des Hainholzes auf dem Wesergebirgskamm hat Tradition. 1886 wurde dort das Landgasthaus „Schinken Kruse“ eröffnet. 2008 musste das Lokal seine Pforten schließen. Etliche geplatzte Versteigerungstermine später hatte die Immobilie im August 2011 einen neuen Besitzer: Der Luhdener Unternehmer Frank Bahr erhielt den Zuschlag.

Voriger Artikel
Zu Beginn fehlte die „Knete“
Nächster Artikel
In acht Wochen rücken die Bagger an

Luhden. Seine Idee, auf dem Gelände einen wohlfeilen Wohnpark zu errichten, hat seither die Behörden und politische Gremien beschäftigt und auf diesem Weg so manche Veränderung erfahren. Inzwischen jedoch ist der Weg frei: Mit einer Änderung des Flächennutzungsplanes und dem Erlass des Bebauungsplanes Nr. 23 „Alter Garten – Ländliches Wohnen“ kann das unter dem Motto „Wohnen mit Tierhaltung“ stehende Vorhaben nun Wirklichkeit werden.

 Die ursprüngliche Idee, das Areal für einen Wohnpark für die Generation „Ü50“ zu nutzen, wurde noch vor den ersten Beratungen im Gemeinderat auf einen Umfang von 12 bis 14 Häusern zurückgeschraubt.

 Allein: Das Projekt auf dem Berg missfiel einigen Anwohnern. Diese übten Kritik an der geplanten Nachnutzung und fürchteten um die Sicherheit auf der Röhenstraße. Außerdem gestaltete sich die konkrete Planung auch deshalb schwierig, weil für den „sensiblen Bereich“ – er liegt in einem Landschaftsschutzgebiet – im Vorfeld „komplizierte Detailabstimmungen“ erforderlich waren. Zwischenzeitlich hieß es dann, die kleine Bungalowsiedlung solle nicht mehr als elf Gebäude umfassen.

 Doch auch diese Idee wurde verworfen – und mit ihr das Konzept eines Seniorenwohnparks. Stattdessen soll auf dem Gelände jetzt ein Sondergebiet „Wohnen mit Hobbytierhaltung“ ausgewiesen werden. Hinsichtlich der Bebauungsdichte – in Rede stehen jetzt noch fünf Gebäude plus dem alten Gasthaus – zeichnet sich dieses gegenüber der bisherigen Planung durch seine deutlich aufgelockerte Struktur aus.

 Mittlerweile hat die Planung die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung, die Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange, die öffentliche Auslegung und die Beteiligung weiterer Fachbehörden durchlaufen, wie Planer Matthias Reinold im Gemeinderat erläutert hat. Die Ergebnisse dieser Beteiligungsverfahren hätten zu weiteren Änderungen geführt. Nach öffentlicher Diskussion habe man sich noch mal mit der Frage beschäftigt, wie sichergestellt werden könne, dass die Kombination „Wohnen und Großtierhaltung“ tatsächlich so stattfinden wird, dass nur Leute dort wohnen, die selbst Tiere halten.

 An einer Stelle lautet die juristische Formel: „Das Wohnen ist zulässig in Kombination mit Anlagen (der Tierhaltung)“. An einer weiteren Stelle der Planunterlagen heißt es nun, die Wohnnutzung sei „nur in Kombination mit einer auf dem jeweiligen Baugrundstück ausgeübten Hobbytierhaltung oder ersatzweise in Kombination mit der Nutzung der geplanten Gemeinschaftsanlage (Stall) zulässig“.

 Auch für das alte Gasthaus wird der Hauptnutzungszweck „Wohnen“ gelten. Allerdings kann zusätzlich ein Beherbergungsbetrieb (zum Beispiel ein Apartment für Geschäftszwecke) ausnahmsweise zugelassen werden, „wenn dieser sich hinsichtlich der Hauptnutzung des Gebäudes als untergeordnet darstellt“, so die Festsetzung. Damit sei der Anforderung planungsrechtlich genüge getan, ist Reinold überzeugt: „Uns war wichtig, dafür Sorge zu tragen, dass niemand annehmen kann, dass da mehr kommt, als wir gesagt haben.“

 Weitere Hinweise betrafen den geplanten und als „zu klein“ empfundenen Pferdestall – dessen Grundfläche wurde auf 150 Quadratmeter angehoben – sowie eine vorhandene Zisterne. Diese soll reaktiviert werden und im Brandfall die Versorgung mit Löschwasser sichern. Dazu wird ein Teil des durch einen bachähnlichen Entwässerungsgraben fließenden Wassers in das Reservoir abgeleitet. Die Planer haben einen Bauingenieur nachrechnen lassen: Bei den zugrunde gelegten Rahmenbedingungen sei ein Überlaufen des Wassers nicht zu erwarten. Aber: Gegen ein „Unwetter ohnegleichen“ sei man wohl nicht gewappnet. Solche Ereignisse seien in der Bauleitplanung aber nicht kalkulierbar.

 Der Plan ist inzwischen als Satzung erlassen worden, seine Veröffentlichung im Amtsblatt steht bevor.

thm

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg