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Ursprünglicher Charakter wiedergewonnen

Investitionen in Luhden Ursprünglicher Charakter wiedergewonnen

„Das alte Haus hat seinen ursprünglichen Charakter wiedergewonnen“, sind sich Investor Frank Bahr und Planer Kai Braunschweig einig. Wie ein altes Bauernhaus aus dem Bilderbuch präsentiert sich inzwischen das Hauptgebäude des ehemaligen Landgasthauses „Schinkenkruse“ in Schermbeck unterhalb der Autobahn.

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Backhaus – über der Tür der Fachwerkbalken von 1827.

Quelle: kk

Luhden. Der störende Anbau ist abgerissen worden. Fachwerk und rote Ziegel, zum Teil völlig neu aufgebaut, prägen das Bild. Innen wurde das Gebäude völlig neu gestaltet und von Grund auf saniert. Neue Fenster, neue Leitungen – „hier gibt es nichts Altes mehr,“ sagt Bahr – und freut sich: „Meine Familie fühlt sich hier sehr wohl.“ Dabei will der Luhdener Unternehmer das alte Haus gar nicht als eigenes Wohngebäude nutzen – aber immerhin: Gefeiert wurde schon. Im Obergeschoss gibt es zwar eine Wohnung, im Kellergeschoss ein Apartment, doch an eine ständige Nutzung oder Vermietung ist nicht gedacht.

 Vielmehr ergänzen diese Bereiche das Erdgeschoss, das für kleinere Veranstaltungen und Events wie gemacht ist. Vor dem (wieder funktionsfähigen) Kamin steht jetzt eine gemütliche Ledersitzgruppe, um Esstische gruppieren sich bequeme Stühle. Im hinteren Nebenraum mit Blick auf die Terrasse lädt eine lange Tafel zum Schmausen ein. Gekocht wird entweder in einer direkt angrenzenden kleinen offenen Küche oder in einer Profiküche, die noch eingerichtet werden muss. So können auch größere Gesellschaften bewirtet werden. „Für eine Hochzeitsfeier würde es aber wohl schon wieder zu eng“, steckt Bahr den Rahmen ab.

 Ihre Bewährungsprobe haben die neuen Räume bereits bestanden. Zur „Hannover Messe“ hat die Firma Bahr-Modultechnik dort Geschäftsfreunde aus Asien bewirtet. Auch die Bewohner des Wohnparks „Alter Garten“ sollen die Räume nutzen können.

 Nachdem der Bebauungsplan wie berichtet vom Gemeinderat Luhden verabschiedet worden ist, können nun die Grundstücke vermarktet werden. „Ländliches Wohnen“ auf großzügig geschnittenen Grundstücken wird dort angeboten, Tierhaltung eingeschlossen. Für eines der fünf Grundstücke gibt es nach Angaben von Diplomingenieur Braunschweig bereits eine Reservierung. „Aber wir stehen nicht unter Zeitdruck,“ sagt er, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass Interessenten mit der Umsetzung ihrer Pläne zügig „loslegen“ könnten. Die Grundstücke sind inzwischen mit Kanal und Strom erschlossen, die Zuwegungen sind weitgehend angelegt.

 Ein Gebäude am Eingang zum Wohnpark ist bereits vollständig saniert und dann verkauft worden. Eine Scheune in der Nähe wird noch abgerissen.

 Derzeit wird das alte Backhaus hinter dem Hauptgebäude saniert. Dort musste unter anderem Asbest fachmännisch entsorgt werden. Auch für Überraschungen ist so ein altes Anwesen immer wieder gut: Auf dem Boden fanden sich uralte Futtersäcke, beschriftet noch in Frakturschrift. Über dem Eingang des Backhauses findet auch ein Fachwerkbalken aus dem Jahr 1827 seinen Platz, der gesichert werden konnte. Das Backhaus wird zum Grillpavillon umgestaltet.

 Bahr und Braunschweig machen kein Hehl daraus, dass ihnen die ursprünglich geplante Nutzung des Areals mit seniorengerechten kleinen Häusern deutlich mehr entgegengekommen wäre als die jetzt vorgesehene Nutzung „Ländliches Wohnen mit Tierhaltung“. Anfragen von Senioren, die sich gerne ein kleineres Haus in landschaftlich schöner Lage als Altersruhesitz zugelegt hätten, habe es viele gegeben. Doch dann habe der Landkreis planungsrechtliche Bedenken vorgebracht und auf ein neues Konzept gedrängt.

 Ein teurer Schwenk für Bahr: Das Konzept musste völlig geändert und die Bauleitplanung noch einmal durch die Gremien gebracht werden, um den Sondergebietsstatus zu erreichen. Ein „normales“ Wohngebiet wäre nicht genehmigt worden.

 Nicht nur deshalb ist der Kauf des Geländes für Bahr alles andere als ein „Schnäppchen“. Er hatte zwar auf Bestreben der Sparkasse das Gelände im Rahmen einer Zwangsversteigerung für „nur“ knapp 100.000 Euro erworben. Grundstückunterhaltung, Planung, Projektentwicklung und Sanierung des alten Hauptgebäudes haben jedoch schon ein Vielfaches dieser Summe verschlungen.  kk

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