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Versiegter Schatz: Ein Wasserfall sprudelte mitten im Dorf

Luhden / Bau- und Umweltausschuss Versiegter Schatz: Ein Wasserfall sprudelte mitten im Dorf

Wer hatte schon einen Wasserfall mitten im Dorf und eine preußische Posthalterei inmitten des Fürstentums Schaumburg-Lippe? Antwort: Luhden. Mit beidem hatte sich kürzlich der Bau- und Umweltausschuss des Rates zu beschäftigen.

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Das Wappen der „Königlich Preußischen Posthalterei“ in Luhden. © möh

Luhden (möh). Das Gremium hat sich jedoch dagegen ausgesprochen, den Wasserfall im Verlauf der Beeke wieder der Bevölkerung zugänglich zu machen. Aber am Grundstück des Hauses, in dem vor Urzeiten Posthalterei und Pferdewechselstation untergebracht war, will die Gemeinde eine Gedenktafel aufstellen, mit der auf die historische Stätte aufmerksam gemacht werden soll.

Der ehemalige Luhdener Fritz Voigt, der jetzt in Konstanz wohnt, hat Bürgermeister Peter Zabold vorgeschlagen, am Haus Dorfstraße 29 eine Erinnerungstafel anbringen zu lassen. Der Grund: Dort war 1697 bis 1803 die „Königlich Preußische Posthalterei“ der Fernpostlinie Berlin-Cleve mit einer Station, an der die Pferde gewechselt wurden, untergebracht. Erster Betreiber war Posthalter Johan Tönnies Notholtz, wie Voigt mitteilte. Das Haus ist nicht mehr im Urzustand erhalten. Nach einem Feuer wurde es vollständig zerstört und neu aufgebaut.

Im Vorfeld der Beratungen hatte der Hausbesitzer bereits angedeutet, er möchte keine Erinnerungsplakette direkt an seinem Gebäude. Aber ansonsten fand der Ausschuss die Idee „nicht schlecht“ und erklärte, man werde sie aufgreifen. Alternativ soll auf öffentlichem Gelände, aber am Zaun des Grundstückes, eine nicht störende Tafel aufgestellt werden, um Spaziergänger auf die Poststation aufmerksam zu machen. Zabold wies auf die besondere Geschichte hin. Immerhin befand sich die Poststation der Preußen im „Feindesland“ Schaumburg-Lippe. Der Fürst habe es dem Posthalter damals strikt verboten, in preußischer Uniform Dienst zu tun. Bevor eine Entscheidung über das Wie und Wo der Hinweistafel fällt, soll noch einmal mit dem jetzigen Eigentümer des Hauses gesprochen werden.

Heute wäre es undenkbar: ein Wasserfall mitten in einem Ort. Früher gab es vor dem Hofe Nottmeier Nr. 6 und der heutigen Adresse Alter Postweg 2 dieses Schmuckstück, wie Voigt dem Rat mitteilte und anregte, das Objekt zu renaturieren. Damals floss der Bach über Nottmeiers Hof und kam durch ein Loch in der Einfriedigungsmauer als ein Meter hoher Wasserfall herabgestürzt. Das Wasser lief unter der Straße durch und kam als offener Bach auf dem Grundstück des Schmiedes Gewecke wieder zum Vorschein. Der Wasserfall diente Jahrhunderte als Wasserentnahmestelle für alle Dorfbewohner, deren Grundstück nicht an der Beeke lag. Die Stelle gehörte der Gemeinde. Dort wurde Wasser für das Vieh und für die große Wäsche entnommen. Trinkwasser holten sich die Luhdener dagegen aus eigenen Brunnen.

Schließlich wurde im Dorf eine Wasserleitung verlegt, zum Tränken der Tiere musste nur noch ein Hahn aufgedreht werden, der Wasserfall hatte ausgedient. In der „geschichtslosen Zeit“, in der auch die Kapelle abgebrochen wurde, sei auch der Wasserfall verschwunden. Voigt in seinem Brief: „Im Gegensatz zur Kapelle, die für immer verschwunden ist, besteht beim Wasserfall die Möglichkeit, ihn wieder herzurichten.“

Der Ausschuss ist aber einstimmig dagegen, auch wenn der Grundstückseigentümer angeblich einverstanden ist. Die Mitglieder erklärten, es sei zu aufwendig. So wie er einmal war, könne der Wasserfall nicht wieder präsentiert werden, zumal die Beeke direkt unter der Hofeinfahrt Dieter Nottmeyer (privates Gelände) fließe. Auch baulich sei in diesem Bereich alles zu eng, zumal zusätzlich noch Platz für Schutzgitter geschaffen werden müsste.

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