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Warum hat niemand etwas bemerkt?

Verwesungsgeruch Warum hat niemand etwas bemerkt?

Mehrere Tage lang hat ein Mann tot in einer Mietwohnung in Luhden gelegen, bevor der Verstorbene entdeckt worden ist. Aufmerksam wurde man auf diese Tragödie aufgrund des Verwesungsgeruchs, der sich in dem Mehrfamilienhaus breitgemacht hat und dort auch nach dem Abtransport der Leiche immer noch zu wahrnehmen ist.

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Weil die Erdgeschosswohnung, in der tagelang ein Toter gelegen hat, bislang nicht gereinigt und desinfiziert worden ist, zieht von dort immer noch Leichengeruch durch das Mehrfamilienhaus. 

Quelle: wk

LUHDEN. Da der Fundort der Leiche bislang immer noch nicht gereinigt und desinfiziert worden ist, ist eine direkt darüber gelegene Wohnung wegen dieses penetranten Gestanks praktisch unbewohnbar. Während die Inhaberin der für dieses Mehrfamilienhaus zuständigen Hausverwaltung, Andrea Römbke, die Samtgemeinde Eilsen in der Pflicht sieht, sich um die Reinigung und Desinfektion der betroffenen Erdgeschosswohnung zu kümmern, lässt sich die Kommune diesen „Schwarzen Peter“ nicht zuschieben.

Natürliche Todesursache

Seitens des von der Polizei nach Entdecken der Leiche hinzugezogenen Notarztes sei bei dem verstorbenen Mann eine natürliche Todesursache festgestellt worden, erklärt Samtgemeindebürgermeister Bernd Schönemann. Daraufhin sei die Leiche von einem Bestattungsunternehmen abtransportiert und die Wohnung noch am selben Tag (10. August) von der Polizei freigegeben worden. „Einer Reinigung und Desinfizierung durch den Eigentümer beziehungsweise die Hausverwaltung stand somit nichts mehr im Wege.“

Keineswegs sei es Aufgabe der Samtgemeinde Eilsen, die einer Privatperson (Vermieter) gehörende Wohnung auf Kosten des Steuerzahlers reinigen und desinfizieren zu lassen, betont Schönemann. Sondern es sei allein Sache des Eigentümers respektive der von diesem damit gegebenenfalls beauftragten Hausverwaltung, die Immobilie wieder herzurichten und den Verwesungsgeruch durch geeignete Maßnahmen zu beseitigen. Unabhängig davon habe die Samtgemeinde allerdings – obwohl in diesem konkreten Fall selbst nicht zuständig – das Nachlassgericht um schnellstmögliche Einrichtung einer Nachlasspflege gebeten, ergänzt der Samtgemeindebürgermeister.

Über Zigarettengestank beklagt

Eine Frage, die sich Schönemann angesichts dieses „schlimmen Vorfalles“ stellt, ist die: Musste es überhaupt soweit kommen? Immerhin habe die Mieterin, die direkt über dem verstorbenen Mann wohnte, erzählt, dass sie die Hausverwaltung bereits zu früheren Zeitpunkten darauf aufmerksam gemacht habe, dass man dort mal nach dem Rechten schauen sollte. So habe sich die Mieterin etwa darüber beklagt, dass aus der Erdgeschosswohnung immer wieder Zigarettengestank in ihre Wohnung gezogen sei, erklärt der Verwaltungschef. Zudem habe sie sich darüber gewundert (und dies ebenfalls der Hausverwaltung mitgeteilt), dass sich der Mann zu Lebzeiten offenbar nur abends aus dem Haus bewegt habe, um beispielsweise Einkäufe zu tätigen. Seit dem 2. August sei dann der Brief- und Zeitungskasten von dessen Mietwohnung nicht mehr geleert worden, doch auch dieses sei seitens der Hausverwaltung nicht zum Anlass genommen worden, etwas zu unternehmen.

Verwunderlich sei auch, so der Samtgemeindebürgermeister, dass der Wohnungseigentümer von Römbke laut deren eigenen Angaben der Samtgemeinde Eilsen gegenüber „in Ruhe gelassen werden wolle“ und von ihr dahingehend „beraten“ worden sei, nicht ans Telefon zu gehen, da die betroffene Mieterin „Telefonterror“ ausübe.

Und: In der Traueranzeige der Hinterbliebenen sei der 2. August als Sterbedatum angegeben worden, ergänzt Schönemann. „Die Leiche muss sich somit mindestens acht Tage in der Wohnung befunden haben.“ Wie könne es sein, fragt er sich, dass keinem der anderen Mieter da etwas aufgefallen ist? wk

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