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Warum im Dorf eine US-Flagge weht

Luhden Warum im Dorf eine US-Flagge weht

Das Haus der Familie Miegel in Luhden ist leicht zu finden. „Immer weiter die Straße runter, dann sehen Sie es schon. Es ist das mit der Fahne“, sagt eine Nachbarin. Und tatsächlich: Die Flagge im BLau, Weiß, Rot der Vereinigten Staaten ist auf dem gut gepflegten Grundstück kaum zu übersehen.

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Freunde unterm Sternenbanner: Peter Roecke, Karin Miegel, Michael Roecke und Dieter Miegel.

Quelle: mig

Luhden.  Miegel holt die Fahne nur selten ein. Sie sei ein Symbol für die tiefe Freundschaft, die ihn mit einem amerikanischen Soldaten verbindet, sagt er. Eine Freundschaft, die längst auch die zweite Generation (etwa Peter Roeckes jüngsten Sohn, den 24-jährigen Michael) einschließt.

 Rückblende ins Jahr 1982: Miegel, ein Fan des „American Way of Life“, erfährt, dass Deutsche einen US-Soldaten über Weihnachten einladen können. Der Luhdener wendet sich an die „Air Station“ in Hessisch Oldendorf – und bekommt Peter Roecke, einen 25-jährigen Automechaniker, „zugeteilt“. „Ein Glücksfall“, sind sich die beiden heute einig.

 Das Weihnachtsfest wird im sogenannten Westernkeller gefeiert, einem Raum, den Miegel stilecht mit einem Foto von John Wayne und mehreren Pferdehalftern ausstaffiert hatte. Danach verbringt Roecke noch viele weitere Feste bei den Miegels. Gemeinsam besuchen sie einen Stammtisch in der Kaserne und andere Veranstaltungen (etwa Schützenfeste). 2007 fliegen die Miegels zu einem Gegenbesuch in die USA.

 Zu seinem jüngsten Besuch hat Roecke Sohn Michael mitgebracht. „Er soll seine Wurzeln kennenlernen“, sagt Roecke, dessen Familie aus Deutschland stammt. Opa und Oma seien ausgewandert, sein Vater habe dann wieder in Deutschland gelebt und dort seine Mutter geheiratet. Er selbst sei in seiner Kindheit oft in Soest, bei der Familie seiner Mutter gewesen, so Roecke. „Da habe ich Deutsch sprechen gelernt und meine Wurzeln kennengelernt.“ Das wolle er seinem Sohn auch ermöglichen.

 „Michael hat mir vor einigen Tagen gesagt, dass er, auch um seine Familiengeschichte besser zu verstehen, Deutsch lernen will“, meint Roecke stolz. Dabei werde er seinen Sohn – „soweit es geht“ – unterstützen, denn: „Mein Sohn ist das nächste Stück in dieser Geschichte.“

 Einen besonderen Eindruck hat dabei die gemeinsame Fahrt nach Dresden und nach Berlin hinterlassen. In Dresden hat Roeckes Familie väterlicherseits gewohnt – „leider weiß ich nicht, wo genau“. Sein Vater habe „nicht viel“ über die Geschichte der Familie gesprochen, erklärt Roecke: „Er hat über vieles den Mund gehalten.“ Roecke bedauert das, „weil ich jetzt meinen Söhnen nicht viel über unsere Familie erzählen kann“. Immerhin habe die Reise nach Dresden einen Eindruck vermitteln können, wo und wie dieser Teil der Familie gelebt habe. Dementsprechend habe der Gang durch die Straßen schon „einige Gefühle“ ausgelöst, so Roecke. „Hier hat alles seinen Anfang genommen – das zu sehen und an diesem Ort zu sein, war schon ein wenig bewegend.“

 Bevor es in einigen Tagen für die Roeckes zurückgeht nach Philadelphia, haben sich Roeckes und Miegels noch einiges vorgenommen. Unter anderem stehen Fahrten nach Köln und nach Steinhude an. „Es ist unglaublich, was Dieter alles für uns auf die Beine gestellt hat. Dafür sind wir ihm sehr dankbar“, so Roecke. Er sei sehr froh, dass diese Freundschaft durch all die Jahre gehalten habe, sagt Roecke. „Immerhin liegen Tausende Meilen zwischen uns.“ mig

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