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Weil Schild fehlt: Gefahr auf der Kreuzung Klein Eilsen

Luhden / Verkehr Weil Schild fehlt: Gefahr auf der Kreuzung Klein Eilsen

„Lkw, die die Dorfstraße nutzen, um ihre Fahrt nach Kleinenbremen durch Luhden abzukürzen, sind hauptsächlich ortskundige Verkehrsteilnehmer.“ Diesen Satz aus einem Schreiben des Straßenverkehrsamts beim Landkreis Schaumburg hat Bürgermeister Peter Zabold noch im Ohr.

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Gefährlicher Moment: Der aus Richtung Rinteln kommende Lkw aus Polen wendet auf der Kreuzung Klein Eilsen um 180 Grad. Er hat erst jetzt das am Ortseingang von Luhden stehende Schild mit dem Durchfahrtverbot gesehen. Peter Zabold hält das Manöver aus dem Auto heraus mit der Kamera fest. © pr.

Luhden (tw). Gemeindedirektor Andreas Kunde hat ihn auf der Zusammenkunft des Ortsparlaments am Abend zuvor zitiert, als der Luhdener Heinrich Schwarze anprangert, dass immer wieder Lastwagen verbotenerweise durchs Dorf rollen – und das nur, weil auf dem Vorwegweiser auf der B 83 aus Richtung Rinteln folgender Zusatz für die Abbiegespur nach Luhden fehlt: „Verbot für Kfz mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 Tonnen.“ Dabei gibt es solche Zusätze für Lkw, die durchs benachbarte Bad Eilsen wollen, sehr wohl.

Jetzt, am Morgen nach der Ratssitzung, traut Zabold seinen Augen nicht, als er, von Luhden Richtung Bad Eilsen fahrend, plötzlich bremsen muss: Direkt vor ihm steht ein Lastzug aus Polen quer, der auf der B 83 aus Richtung Rinteln kommend an der Kreuzung Klein Eilsen links in die Luhdener Dorfstraße biegen will. Zabold: „Weil der Fahrer in Ermangelung eines Vorwegweisers erst hier das an der Einfahrt nach Luhden stehende Durchfahrtsverbotsschild für Lkw über 7,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht sehen kann, wendet er verkehrsgefährdend auf der Kreuzung.“ Der Bürgermeister holt die Kamera aus dem Handschuhfach und hält den Moment im Bild fest.

Rückblende: Was Zabold sieht, hat ähnlich auch Schwarze schon beobachtet: „Auswärtige Lastwagen wenden auf der Dorfstraße“, rügt der Luhdener während der Bürgerfragestunde in der Gemeindeverwaltung – und will wissen: „Wer hat es zu verantworten, dass ein Hinweis auf das Durchfahrtverbot auf dem Vorwegweiser fehlt?“ Kunde ist vorbereitet, zitiert die Antwort des Landkreises auf eine Bitte der Gemeinde vom November 2009; darin hatte Luhden angeregt, das Blech an der B 83 um eben diesen Hinweis zu ergänzen.

Indes: „Nach Rücksprache mit der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr und der Polizeiinspektion Nienburg-Schaumburg ist dieses Verkehrszeichen nicht nötig, da das Gewerbegebiet Luhden speziell über eine andere Fahrstrecke ausgewiesen wird“, erinnert die Behörde. Nach nochmaliger Erörterung der Lage habe sich diese Beurteilung „nicht grundsätzlich geändert“. Das Straßenverkehrsamt zur Begründung: „Lkw, die die Dorfstraße nutzen, um ihre Fahrt nach Kleinenbremen durch Luhden abzukürzen, sind hauptsächlich ortskundige Verkehrsteilnehmer.

Sie würden sich vermutlich nicht davon abhalten lassen, die Strecke zu befahren, wenn dieses auf den Vorwegweisern kenntlich gemacht wäre.“ Einzig den vor dem Kreuzungsbereich B 83/L 451/Dorfstraße aus Fahrtrichtung Bückeburg stehenden Vorwegweiser ließ die Behörde dahin gehend ändern, dass Kleinenbremen als Fahrziel entfernt wurde.

Das Schreiben aus Stadthagen schließt mit dem Satz, man gehe davon aus, dass diese Maßnahme dem Anliegen Luhdens ausreichend Rechnung trage. Das aber tat es schon damals nicht und tut es auch heute nicht.

Planer Matthias Reinold (Rinteln) macht den Bürgervertretern, die ihn um Rat fragen, Mut: „Versuchen Sie’s beim Landkreis noch mal. Steter Tropfen höhlt den Stein.“

Auch Samtgemeindebürgermeister Bernd Schönemann plädiert dafür, in Sachen Durchfahrverbot auf dem Vorwegweiser nicht locker zu lassen: „Das ließe sich schnell umsetzen. Die Straßenmeisterei müsste nur eine Anweisung erhalten.“ Die Kosten für das Zusatzschild seien nicht nennenswert. Nun unternimmt die Gemeinde einen neuen Anlauf.

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