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Luhden Zeit der Gewöhnung nötig
Schaumburg Eilsen Luhden Zeit der Gewöhnung nötig
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18:06 22.06.2018
Das Fehlen eines speziellen Ampelsignales für Linksabbieger irritiert manche Autofahrer. Quelle: wk
Luhden

Moniert wird insbesondere das Fehlen eines Lichtsignals für Kraftfahrer, die aus einer dieser beiden Nebenstraßen kommend auf der großen Kreuzung nach links abbiegen wollen. So war es jüngst bei einer Sitzung des Luhdener Gemeinderates zu hören.

Das Problem: Seit die Ampelschaltung Anfang des Jahres geändert worden ist, haben Verkehrsteilnehmer, die von der Bückeburger Straße oder Dorfstraße aus über die Kreuzung fahren wollen, bei „Grün“ nun in alle Richtungen freie Fahrt – also egal, ob sie geradeaus fahren oder nach links oder rechts abbiegen wollen. Der jeweilige Gegenverkehr indes hat zu der Zeit dann stets „Rot“.

In der Praxis führt diese Verkehrsregelung bei manchen Fahrzeugführern jedoch zu Irritationen. Anstatt bei „Grün“ einfach nach links auf die Bundesstraße abzubiegen, halten sie, wenn auf der anderen Kreuzungsseite Gegenverkehr zu sehen ist, zunächst auf der Kreuzung an, weil sie dem vermeintlichen Gegenverkehr den Vortritt lassen wollen. Denn dass die Ampel für den aus Bad Eilsen oder Luhden kommenden Gegenverkehr zur gleichen Zeit „Rot“ zeigt, können sie ja nicht ahnen.

Zu viele Unfälle mit Linksabbiegern

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt Markus Brockmann, der Leiter der Hamelner Geschäftsstelle des Niedersächsischen Landesamtes für Straßenbau und Verkehr, dass es an dieser Kreuzung zu viele Unfälle mit Linksabbiegern aus Richtung Bad Eilsen oder Luhden gegeben hat. Daher habe man die Ampelschaltung geändert, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Diesbezüglich räumt er ein, dass die jetzige Lösung nicht die ideale ist: Normalerweise würde man die Linksabbieger „getrennt signalisieren und schalten“, doch „im Bestand“ (sprich: bei der vorhandenen Ampelanlage) sei dies schlecht möglich, so der Experte. Daher habe man für die beiden in die Kreuzung einmündenden Nebenstrecken – die Bückeburger Straße und die Dorfstraße – die jetzige Signalgebung mit „Grün als Vollscheibe“ gewählt.

Es braucht eine „Zeit der Gewöhnung, bis man weiß, da kommt kein Gegenverkehr“, sagt Brockmann. Doch gebe es durch die geänderte Ampelschaltung (im Normalfall) nun keine Kollisionen mit dem Gegenverkehr mehr. Ortskundige würden das irgendwann wissen – und Nichtortskundige eben vorsichtig beim Linksabbiegen sein.

„Das Problem ist einfach, dass wir diesen Knotenpunkt nicht ausbauen können“, führt er weiter aus. Zwar sei diese Maßnahme als Teil eines größeren Ausbaues des zwischen Luhden und Steinbergen gelegenen Abschnittes der Bundesstraße 83 angedacht. Doch für diese Projekt fehle es der Behörde derzeit an Planungskapazitäten. Und weil man nicht ausbauen könne, habe man hinsichtlich der Ampelkreuzung das „kleinere Übel“ gewählt. „Es haben nur die Grün, die frei fahren können.“ Was jedoch zulasten der Leistung der Ampelanlage gehe, indem die Wartezeiten nun etwas länger seien.

Eine andere Kritik, die uns aus dem Kreis unserer Leserschaft berichtet worden ist, betrifft die Dauer der Grünphasen für den auf der Bundesstraße 83 fahrenden Verkehr. Die Grünphasen der Ampel seien zu kurz, beklagt eine Bückeburgerin. Dadurch komme es immer wieder zu Vollbrems- und Ausweichmanövern, wenn die Ampel von „Grün“ auf „Gelb“ umspringt.

Hierauf angesprochen erklärt Brockmann, dass die Grünphasen keineswegs zu kurz geschaltet sind. Vielmehr hätten Autofahrer bei Ampelanlagen, die auf einer langen, geraden Strecke schon von Weitem zu sehen sind, das Problem, dass sie schwer einschätzen können, ob sie noch bei „Grün“ rüberkommen.

Die vor dem Umschalten auf „Rot“ aufleuchtenden Gelbphasen seien jedenfalls auf die auf der Bundesstraße zulässige Höchstgeschwindigkeit abgestellt. Erlaubt seien dort maximal 70 Stundenkilometer, weshalb die Gelbphasen fünf Sekunden dauern. Zum Vergleich: Für die beiden Nebenrichtungen Bückeburger Straße und Dorfstraße, für die eine Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern gilt, dauern die Gelbphasen nur drei Sekunden.

Die Gelbphasen einfach zu verlängern, ist laut Brockmann nicht möglich, da dies zu Irritationen führen würde. Denn bei den in einem Tempo-70-Bereich geltenden fünf Sekunden handele es sich – ebenso wie bei den drei Sekunden im Tempo-50-Bereich – um einen „verlässlichen Zeitraum“, auf den sich die Verkehrsteilnehmer einstellen. Die Fahrzeugführer wissen somit aus Erfahrung, wann sie es bei „Gelb“ noch über die Ampel schaffen und wann sie auf die Bremse treten müssen.

Sollten Fahrer auf der Bundesstraße indes schneller als die erlaubten 70 Stundenkilometer unterwegs sein, ist es Sache der Polizei, dort verstärkt Tempokontrollen durchzuführen, um die Fahrzeuglenker an die Einhaltung der Regeln zu erinnern, so Brockmann. Gleichwohl will er die Ampelschaltung aber von einem Mitarbeiter dahingehend überprüfen lassen, ob diese ordnungsgemäß funktioniert.