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16,5 Millionen droht Armut

Eilser Sozialdemokraten treffen sich 16,5 Millionen droht Armut

Mittlerweile zum dritten Mal haben es sich Eilsens Sozialdemokraten und ihre Gäste beim Klönabend in Omas Kaffeestube an der Friedrichstraße gut gehen lassen.

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Wolfgang Faulhaber (M.) ehrt mit Johanna Möhlmann (40 Jahre) und Jürgen Schmökel (25 Jahre) zwei langjährige Mitstreiter.

Quelle: thm

Eilsen. Der Name ist Programm: Das gesellige Miteinander der Anwesenden steht im Mittelpunkt des Abends. Gleichwohl gerät der eine odere politische Gesichtspunkt bei der Zusammenkunft nicht aus dem Blickwinkel.

 Zum Beispiel jener der Mitgliedschaft: Mit Alfred Brinkmann hat die Partei ein Mitglied in ihren Reihen, das sich seit 70 Jahren der Sozialdemokratie und ihren Zielen verbunden fühlt. „Kurz nach Kriegsende eingetreten, das ist eine stramme Leistung“, lobte Ortsvereinsvorsitzender Wolfgang Faulhaber den nicht anwesenden Jubilar, den seine Partei auch mit der Willy-Brandt-Ehrenmedaille ausgezeichnet hat.

 Mit Johanna Möhlmann gehört eine langjährige Ratsfrau zu den Geehrten, sie ist seit 40 Jahren in der SPD. Verdienste um Partei und Gemeinwohl hat sich in 25 Jahren auch Jürgen Schmökel erworben. Gerrit Holtmann wurde für zehnjährige SPD-Zugehörigkeit geehrt.

 „Unseren ganz persönlichen Dank sprechen wir unserem Pastor Reiner Rinne aus“, bedankte sich Faulhaber für „die angenehme Zusammenarbeit“ bei vielerlei Anlässen. Rinne geht zum Jahresende in den Ruhestand und hatte Faulhaber im Vorfeld des Beisammenseins verraten, als Privatier werde er sich der Gärtnerei widmen – die SPD gab dem Kirchenmann für sein Hobby eine Harke mit auf den weiteren Weg. Rinne ließ wissen, auf seine Frau und ihn warteten künftig Sohn, Schwiegertochter und eines der drei Enkelkinder: „Die hoffen auf eine Oma fürs Kind und einen Opa für’n Garten.“

 Dem Vorsitzenden des SoVD-Kreisverbandes Schaumburg ließ Faulhaber genau so lange Zeit für seinen Vortrag, „bis Ulla mit den Tellern klappert“. Altersarmut – das war das Thema, mit dem sich Winfried Lange in den folgenden Minuten befasste. Eine komplexe Materie: „Gegen Ende des vergangenen Jahrtausends ist die Armut unter alten Leuten beinahe ausgerottet gewesen“, so Lange. Doch mittlerweile sei der Solidaritätsgedanke abgelöst worden von einem Ellbogenverhalten getreu der Devise „Ich, ich, ich. Und Du bitte nicht.“

 Die Folge ist aus Sicht Langes eine „staatlich verordnete Altersarmut für mehr als 30 Millionen Erwerbstätige“. Von einem durchschnittlichen Brutto-Monatsverdienst von 2168 Euro bleibe nach 45 Berufsjahren 45 Jahren eine Rente von rund 970 Euro, nach 35 Berufsjahren nur 751 Euro Rente übrig. Dies sei eine Folge der Agenda-2010-Politiker der Bundesregierung Schröder/Fischer, die „damals richtig“ gewesen, aber leider hinterher nie angepasst worden sei. Deshalb fordere der Sozialverband Deutschland heute – ganz pauschal – die „Totalrevision von Hartz IV“. Bereits jetzt sei jeder fünfte Deutsche von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht, rechnete Lange vor: „2014 waren es 20,6 Prozent, also 16,5 Millionen Deutsche.“

 Einige Zahlen später klapperte Ulla dann tatsächlich mit den Tellern: Auf den Tisch kamen panierte Schnitzel und zweierlei Sorten Kartoffelsalat.  thm

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