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Drei Logistikfirmen wollen in den Gewerbepark

Eilsen/ Ahnsen / "IGEL" Drei Logistikfirmen wollen in den Gewerbepark

Der IGEL, die auf mehr Lebensqualität in Eilsen bedachte Interessengemeinschaft, rief – und alle, alle kamen. Sollte man meinen. Doch nein. Bei dem Gedankenaustausch mit den Politikern zu Dingen wie Gewerbegebiete, Lärm- und Starkregenschutz, Einheitsgemeinde und Pfarrstellenwegfall reibt sich IGEL-Chef Paul Mühe verwundert die Augen.

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„Günstige Gewerbeflächen“: Damit sich die Felder mit Firmen füllen, hat die Gemeinde alles Land unterhalb der B 83 aufgekauft – bis auf eine Fläche.

Quelle: tes

Eilsen/Ahnsen (tw). Denn unter den 13 Bürgermeistern und -vertretern, die am Runden Tisch im Ahnser Landhaus Platz genommen haben, um über die Herausforderungen zu berichten, denen sich ihre Dörfer in den nächsten fünf Jahre stellen müssen, ist nur ein einziger Sozialdemokrat. Der heißt Heinz Grabbe – und bestimmt nach dem 11. September nicht mehr mit. Warum nur CDU, WiB und Einzelkämpfer wie Hartmut Büscher und Gerhard Hasse erschienen sind, die gleichfalls geladenen Genossen aber eine Chance vertun und ausbleiben? Mühe weiß es nicht.

So ist es denn nicht die Stunde der SPD, sondern der „Alliierten“ – und die berichten Interessantes: „Es ist uns als Gemeinde mit Blick aufs Gewerbegebiet gelungen, alle Parzellen unterhalb der B 83 aufzukaufen – bis auf eine“, erklärt Peter Zabold (CDU). Der Luhdener Bürgermeister bedauernd: „Die wurde an der Gemeinde vorbei veräußert.“ Bedauern auch bei Bernd Schönemann, denn: „Wir haben drei Anfragen von richtig, richtig großen Logistikfirmen, die sich für den Standort zwischen Nottmeyer und der K 8 interessieren und qualifizierte Arbeitsplätze anbieten. Doch aus dem Deal wird nichts, weil die bewusste Parzelle fehlt“, berichtet der Eilser Bürgermeister. Das Pikante daran: Derjenige, der sein Grundstück partout nicht an die Gemeinde verkaufen wollte, soll aktuell für den Rat Luhden kandidieren.

Lärm, Regen und Staub sind die Probleme, denen sich Buchholz in der näheren Zukunft stellen will. „Wir werden uns einen guten Fachanwalt nehmen und angesichts der Nachbarschaft zur A 2 auf Lärmschutz klagen, wenn uns die Schaumburger Bundestagsabgeordneten nicht helfen“, sagt Hartmut Krause (WiB). Der Bürgermeister: „Die ,Klacker‘-Geräusche hört man über Buchholz hinaus bis Luhden und Heeßen.“

Davon abgesehen werde es das Bestreben der Gemeinde sein, beim Landkreis darauf zu drängen, dass Starkregengüsse künftig bereits oberhalb des Dorfes abgefangen werden. „Besser, der Wald säuft ab als die ,Portugall‘, so der Bürgermeister. Last, but lot least werde die Gemeinde auch den Staub, der aus dem Steinbruch Steinbergen heranweht, nicht länger hinnehmen.

„Wir richten das Augenmerk auf die Sanierung der Schulstraße – wenn denn die Zuschüsse fließen“, erklärt Wilhelm Brümmel (CDU). Der Heeßer Bürgermeister: „Froh sind wir, dass das Dorf jetzt Standort einer Photovoltaikanlage großen Stils wird.“ Gerhard Hasse sieht’s ebenso: „Wenn jetzt noch ein Windpark dahin kommt, wo einst der Autohof geplant war, sind wir in Sachen regenerativer Energie gut versorgt.“ Hasse dazu auf Nachfrage der Redaktion: „Ich wollte damit nur mal testen, wie die Reaktionen sind.“ Es gab keine.

„25 Jahre“, erinnert Heinz Grabbe (SPD), „habe ich für den Ausbau der L 451 gekämpft.“ Wäre sie eine Gemeinde- oder eine Kreisstraße, „wäre das Thema schon lange durch“, ist der Ahnser Bürgermeister überzeugt. Immerhin seien die weiteren Planungskosten jetzt Sache des Landkreises, ist Licht am Ende des Tunnels in Sicht. Grabbe: „Im Zuge des Neubaus des Klinikums wird die Straße in den nächsten zwei, drei Jahren erneuert werden.“
Für Bad Eilsen ist das Hauptziel das Wiedererlangen des Prädikats „Heilbad“: Das macht Barbara Wömpner (CDU) deutlich. Mit dem Abriss der Leerstandsimmobilien Schaumburg- und Weserbergland-Klinik und dem Ersatz durch den Edeka-Neukauf respektive durch Wohnbebauung sei der Kurort auf dem richtigen Weg. Das künftige Klinikum am Ortsrand sei eine weitere Chance.

Eine „Einheitsgemeinde Eilsen“ erntet nur bei Schöneman mehr Plus- als Minuspunkte. „Wer als Gemeinde selbstständig ist, kann für die Bürger mehr tun“, befindet dagegen Krause und erinnert an Dinge wie die Buchholzer Schwimmbadkarten- oder Fahrschein-Zuschüsse. Auch Zabold findet es wohltuend, dass er in Luhden im Gegensatz zu Steinbergen noch was habe bewegen können. Im Übrigen sei die Sache so: „Arme Gemeinden wollen in der Regel die Einheitsgemeinde, reiche dagegen nicht.“

Einigkeit herrscht, wenn es aktuell um die Beurteilung des Verlusts der vierten Pfarrstelle und damit von Pastor Lutz Gräber geht: „Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie einen so zuverlässigen und einsatzfreudigen Menschen erlebt“, lobt Luhdens Bürgermeister wehmütig.
Übrigens: An der IGEL-Runde nahmen vonseiten der Politiker teil: Thomas Beckmann, Peter Zabold, Hartmut Büscher, Stefan Nickelsdorf, Hartmut Krause, Rolf Milewczek, Rainer Voltmer, Gerhard Hasse, Wilhelm Brümmel, Barbara Wömpner, Heinz Grabbe, Cord-Heinrich Möhle sowie fürs Rathaus Bernd Schönemann.

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