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Eilsen braucht mehr Kinderbetreuungsplätze

Eklatanter Mangel Eilsen braucht mehr Kinderbetreuungsplätze

Eilsen braucht zusätzliche Kinderbetreuungsplätze. Den „Bedarf“ haben Samtgemeinderat und -verwaltung eindeutig festgestellt, wie Äußerungen des Bürgermeisters und aus den Gruppen während einer Sitzung des Gremiums am Dienstagabend zeigten.

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Türfries mit Symbolcharakter am alten Schulgebäude in Heeßen: Zum Wohl „Unserer Jugend“ müssen nun mehr Betreuungsplätze her.

Quelle: kk

Samtgemeinde Eilsen. Verwaltungschef Bernd Schönemann sieht „dringenden Bedarf“, Ratsvorsitzender Wilhelm Dreves macht „akuten Handlungsbedarf“ aus, Robert Martin (SPD) hat den „Bedarf erkannt“, und Dagmar Söhlke (CDU) möchte die „Bedarfsgröße ermitteln“. Doch über konkrete Schritte mochten die Kommunalpolitiker noch nicht so recht diskutieren. Auf Grundlage aktueller Zahlen soll erst einmal in Ruhe intern beraten werden.

Diese Zahlen haben es in sich. Der Landkreis hat bei der Bedarfsplanung für die nächsten vier Jahre festgestellt, dass bei der Betreuung von Mädchen und Jungen im Kindergartenalter (ab drei Jahren) in Eilsen eine Unterdeckung von 35 Plätzen besteht. Vorhandenen 136 Kindergartenplätzen stehen demnach 171 Kinder im Kindergartenalter gegenüber (Stand 1. Juni). Allerdings: Nach Angaben der Samtgemeindeverwaltung gibt es derzeit in den Kindertagesstätten Sinai und Emmaus, den beiden Kitas in der Samtgemeinde, keine Wartezeiten bei der Anmeldung geschweige denn Wartelisten.

Allerdings lohnt bei den Zahlen ein Blick auf weitere Details. Eklatant ist der Mangel an Betreuungsplätzen für Kinder im Krippenalter, also unter drei Jahren. Hier werden derzeit 37 Plätze angeboten, es leben aber 165 Kinder in diesem Alter in der Samtgemeinde. Das entspricht einer Versorgungsquote von 22,6 Prozent für alle unter Dreijährigen, von 33,1 Prozent für alle ein- und zweijährigen Kinder. Vorgeschrieben ist eine Quote von mindestens 35 Prozent.

Samtgemeindebürgermeister Bernd Schönemann ging noch weiter ins Detail. Er hatte die Geburtenzahlen für die Samtgemeinde mitgebracht. Erfasst wurde jeweils ein Zeitraum von zwölf Monaten vom 1. Oktober bis zum 30. September: 2009/10 52 Kinder, 2010/11 46 Kinder, 2011/12 45 Kinder, 2012/13 60 Kinder, 2013/14 59 Kinder, 2014/15 40 Kinder. Auffällig sind die starken Schwankungen innerhalb der berechneten Zeiträume. Und: Es gibt derzeit besonders viele Ein- und Zweijährige in Eilsen, die für eine Betreuung in der Krippe oder in den Folgejahren im Kindergarten in Frage kommen.

Für Schönemann ergeben sich daraus zwei Schlussfolgerungen: Es bestehe ein dringender Bedarf am Ausbau von Betreuungsplätzen. Und: Die Geburtenzahlen ließen sich in einem verhältnismäßig kleinen Gemeinwesen wie der Samtgemeinde Eilsen nur schwer voraussagen. Allerdings müsse auch noch der Zuzug von Flüchtlingsfamilien berücksichtigt werden: Auch die Zuwanderer würden noch Nachwuchs im Betreuungs- und Grundschulalter mitbringen.

Möglicherweise werden demografischer Wandel und Überalterung der Bevölkerung doch nicht so schlimm ausfallen, wie bisher befürchtet. Gerade für eine Gemeinde wie Bad Eilsen mit einem relativ hohen Altersdurchschnitt ein positiver Trend. Der Kurort war bisher mit einem Durchschnittsalter der Bewohner von 54,4 Jahren drittälteste Gemeinde in Niedersachsen. Auch die Grundschule in Heeßen könnte vom Trend profitieren und in ihrer derzeitigen Größe erhalten bleiben.

Doch wie soll nun konkret mit dem Mangel an Betreuungsplätzen umgegangen werden? Das wollen die Ratsgruppen auf Basis der vorgestellten Zahlen beraten. Robert Martin zeigte sich für SPD/Bündnis 90/Die Grünen offen für unterschiedliche Diskussionsansätze. Wichtig sei vor allem, dass der hohe Qualitätsstandard der Betreuung, für den er sehr dankbar sei, erhalten bleibe. Er gab zu bedenken, dass man in der Vergangenheit mit der Konzentration der Betreuungseinrichtungen – von den Kindertagesstätten über die Grundschule bis zum Jugendzentrum am Standort Heeßen – gut gefahren sei.

Auch die Gruppe CDU/Hasse, für die Dagmar Söhlke sprach, möchte prüfen, ob am vorhandenen Standorten erweitert werden kann. Zunächst müsse aber erst einmal die genaue Bedarfsgröße ermittelt werden.

In Nachbarkommunen wie Bückeburg ist man schon einen Schritt weiter: Dort ist der Neubau einer Krippe geplant, die Detailabstimmungen laufen. Auch in der ehemaligen Residenzstadt hatte man die Quote nicht erfüllt und war jahrelang davon ausgegangen, die Nachfrage mit vorhandenen Plätzen decken zu können – musste dann aber „plötzlich“ Wartelisten für unter Dreijährige führen. kk

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