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Exkursion zu den Lebensstationen einer Dichterin Frühes Liebesleid und die „Judenbuche“

Frühes Liebesleid und die „Judenbuche“ Exkursion zu den Lebensstationen einer Dichterin Frühes Liebesleid und die „Judenbuche“

Annette Freiin von Droste-Hülshoff ist eine in vielerlei Hinsicht ungewöhnliche Frau gewesen. Die Idee, sich einmal auf ihre Spuren zu setzen, hatte das „Literarische Kabinett“ des Heimat- und Kulturvereins Eilsen (HKV).

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Heimatforscher Horst-Dieter Krus (Mitte) weiß viel über Annette von Droste-Hülshoff zu berichten.

Quelle: sig

Eilsen. Mit einem Bus voll wissbegieriger Mitfahrer wurden mehrere Orte im Kreis Höxter besucht, die im Leben der Dichterin eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben.

 Das ist auch die Region, in der sich die Kriminalgeschichte „Die Judenbuche“ abgespielt hat. Im Mittelpunkt steht ein Mord, der sich tatsächlich in einem Waldgebiet oberhalb des Ortes Bökendorf zugetragen hat und dem ein jüdischer Mitbürger zum Opfer fiel. Der Mörder hat sich viele Jahre später am selben Baum aufgehängt. Dieses Buch wird als eine der meistgelesenen deutschen Novellen bezeichnet.

 Die erste Besichtigung auf dieser Tagestour war allerdings nur von außen möglich. Sie galt dem Schloss Thienhausen, das als Wasserburg erbaut worden ist und sich seit 1532 im Besitz der Freiherren von Haxthausen befindet. Diese Familie wurde erstmals urkundlich 1340 erwähnt und gehört zum angesehenen alten Adel im ehemaligen Fürstbistum Paderborn.

 Im 19. Jahrhundert war das Schloss unter dem Geheimrat August von Thienhausen ein Künstler- und Literatentreff. Dort lebte 20 Jahre lang der Arzt, Freidenker und Dichter Friedrich-Wilhelm Weber. Er schrieb in dieser Zeit das Epos „Dreizehnlinden“, von dem mehr als zwei Millionen Exemplare verkauft wurden.

 August von Haxthausen, der ab 1840 Thienhausen zu seinem Lebensmittelpunkt erwählte, war ein leidenschaftlicher Bücherfreund und Sammler. Er bezeichnete sein Domizil deshalb als „des Heiligen Römischen Reiches Rumpelkammer“. Mit seiner Geschichte über einen algerischen Sklaven gab er den Anstoß zur Novelle „Die Judenbuche“ seiner Nichte Annette.

 Nächstes Ziel der Schaumburger Reisegruppe war Gut Abbenburg bei Brakel. Dort hatte sich die Dichterin speziell im Sommer gern aufgehalten und auch literarisch gearbeitet. Auf diesem großen Anwesen mit einer schönen Parkanlage wird Land- und Forstwirtschaft betrieben. Es gehört zum Besitz der Familie von Haxthausen und liegt in Bökendorf. Der Heimatforscher und Archivar Horst-Dieter Krus teilte dort weitere Einzelheiten zur Kriminalgeschichte rund um die „Judenbuche“ mit.

 Bei ihrem Großvater auf dem Bökendorfer Schloss machte die damals 16-jährige Annette ihre erste und katastrophal endende Liebesbekanntschaft mit einem jungen Studenten. 20 Jahre lang mied sie danach dieses Schloss, das im 19. Jahrhundert zum Mittelpunkt eines Romantikerkreises wurde. Ihm gehörten unter anderen an: die Brüder Grimm, Clemens von Brentano, Hoffmann von Fallersleben und August von Arnswald.

 Nach einem Mittagessen in Bellersen gab es einen geführten Rundgang durch den Ort, in dem sich ein Mausoleum des Adelsgeschlechtes von Haxthausen befindet. Den Abschluss der Fahrt bildete ein Kaffeetrinken in der Abtei Marienmünster, die heute eine Stiftung ist. Dort soll ein Kulturzentrum entstehen. sig

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