Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 4 ° Regen

Navigation:
Flutlicht für den Sportplatz? Morgen entscheidet der Rat

Eilsen / Finanzpolitiker gehen auf Distanz Flutlicht für den Sportplatz? Morgen entscheidet der Rat

Fakt sind nur zwei Dinge: Die Samtgemeinde Eilsen wird – so oder so – auch 2012 einen ausgeglichenen Etat auf die Beine stellen können. Und: Eilsen hatte am Ende des zurückliegenden Jahres einen Schuldenstand von 413 000 Euro; das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 61,22 Euro. Damit enden aber auch schon die Gewissheiten, denn: Ob der Samtgemeinderat für alle Investitionen, die eine stattliche Gesamthöhe von 327 000 Euro haben, im aktuellen Jahr Geld lockermachen wird, ist noch nicht raus.

Voriger Artikel
Welches Dorf wächst – und welches schrumpft?
Nächster Artikel
Die Eilser Bürger müssen für ihr Abwasser erneut mehr bezahlen

Das Schuldach (Bild) muss, das Flutlicht in Ahnsen kann – vielleicht: Auf diesen Nenner bringen Eilser Finanzpolitiker ihre Meinungen zum Etat.

Quelle: tw

Eilsen (tw). Je nachdem wie er entscheidet, wird die Pro-Kopf-Verschuldung entweder weiter sinken – oder aber wieder steigen. Allerdings zeichnet sich bereits ab, dass der Investition in eine 70 000 Euro teure Flutlichtanlage für den Sportplatz Heeßen zumindest in den Augen von Eilser Finanzpolitikern keine Priorität zukommt.
Der Ergebnisetat, den der von Hans-Jürgen Winkelhake (SPD) geleitete Fachausschuss dem Eilser „Ortsparlament“ zwar schweren Herzens, aber dennoch einstimmig zur Annahme empfiehlt, hat ein Gesamtvolumen von 3,53 Millionen Euro. Ausgeglichen wird er nicht zuletzt dank einer Samtgemeindeumlage in Höhe von 1,36 Millionen Euro sein, die um 4,84 Prozent über dem liegt, was die Mitgliedsgemeinden Ahnsen, Bad Eilsen, Buchholz, Heeßen und Luhden im zurückliegenden Jahr aufbringen mussten.
Sehr zur Sorge von Karl-Heinz Voigt. Der Fraktionschef der Luhdener Christdemokraten: „Das ist eine enorme Summe. Den Gemeinden bleibt fast nichts mehr für eigene Investitionen.“ Das verkennen Samtgemeindebürgermeister Bernd Schönemann und Kämmerin Svenja Edler nicht, doch: „Uns ist es ganz wichtig, dass wir nicht mit einem nicht ausgeglichenen Ertragshaushalt in die Doppik starten“, erläutert die Führungsriege des Rathauses ihre Beweggründe.
Doppik steht für „DOPPelte Buchführung In Konten“. Sie wird mit dem Etat 2012 eingeführt und löst als neues, vermeintlich transparenteres kommunales Finanzmanagement die Kameralistik ab. Die Doppik hat der Samtgemeinde zahlreiche Lehrgänge, viel Mehrarbeit und Kosten im sechsstelligen Bereich beschert – nicht zuletzt durch neue Software.
Zu dem besagten Investitionspaket von 327 000 Euro zählen als größte Brocken das Fahrgestell für das neue LF 10/6, das die Ortswehr Luhden erhalten soll und das 2013 mit einem 170 000 Euro teuren Aufsatz komplettiert werden soll. Dazu zählen ferner die umstrittene Flutlichtanlage (70 000 Euro), Ersatz für den maroden Schlepper (50 000 Euro), Kanalbaumaßnahmen (50 000 Euro), die Erweiterung der Sanitärräume im TSV-Vereinsheim (22 000 Euro) und die Einrichtung der Küche für die Kita Emmaus (20 000 Euro).
Auf Anraten Edlers werden das LF 10/6-Fahrgestell, die Flutlichtanlage und die Erweiterung der Sanitärräume im Etatentwurf als Kreditermächtigungen eingeplant; die drei Maßnahmen kosten zusammen 192 000 Euro.
An Rückstellungen, die die Samtgemeinde aus Eigenmitteln finanzieren muss, sollen 218 000 Euro in Instandhaltungsmaßnahmen fließen. Größte Brocken sind dabei die Sanierung des Daches des Grundschulaltbaus (150 000 Euro), die Sanierung der Tennenbahn am Sportplatz Heeßen (20 000 Euro) und die Dachabdichtung des Gerätehauses der Ortswehr Bad Eilsen (15 000) Euro.
Für den Etat haben die Bürgervertreter nun die Qual der Wahl: Machen sie von den Kreditermächtigungen keinen Gebrauch, verzichten also auf die Aufnahme von 192 000 Euro, wird die Eilser Schuldenlast dank Tilgung weiter sinken – und zwar auf 369 000 Euro am Ende des aktuellen Jahres. Das entspräche einer Pro-Kopf-Verschuldung von 55,17 Euro. Leihen sie sich dagegen die 192 000 Euro, werden die Schulden nicht sinken, sondern steigen – auf 561 000 Euro. Das wären 83,80 Euro pro Einwohner.
Dramatisch wäre auch das nicht: Denn in den anderen Samtgemeinden Niedersachsens liegt die Pro-Kopf-Verschuldung im Schnitt bei 360 Euro. Kommt hinzu: Den Eilser Schulden steht so oder so eine respektable Rücklage, nämlich ein Guthaben von 617 000 Euro gegenüber. Anders als zunächst erwartet, hatte der Sparstrumpf im zurückliegenden Jahr nicht angetastet werden müssen.
Am ehesten wackelt noch die Flutlichtanlage, für die sich die Kollegen des Bauausschusses zuvor wie ein Mann starkgemacht hatten. Dass sie wackelt, liegt am Luhdener Arm der Gruppe CDU/Hasse. Sowohl Bürgermeister Thomas Beckmann als auch dessen Fraktionschef Karl-Heinz Voigt verübeln es dem TSV Ahnsen, dass dieser mit der Bitte um die Finanzierung des Flutlichts nicht zunächst an die Gemeinde Ahnsen herangetreten ist, sondern gleich bei der Samtgemeinde vorstellig wurde. Auch vermissen die beiden eine Aussage des Klubs, wie viel dieser selbst zu zahlen gewillt ist. Für Hasse hat die Erneuerung des Schuldaches absolute Priorität, gefolgt von der Ersatzbeschaffung für den abgängigen Schlepper. „Eine Flutlichtanlage ist für mich drittrangig – das Projekt lässt sich schieben“, so der Unabhängige.
Merke: Der Samtgemeinderat trifft sich am morgigen Donnerstag, 22. März, um 19.30 Uhr zu einer öffentlichen Sitzung im „Heeßer Krug“ – und entscheidet über den aktuellen Etat.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Schaumburg