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Samtgemeinde Eilsen Grüne und SPD fordern mehr Hochwasserschutz
Schaumburg Eilsen Samtgemeinde Eilsen Grüne und SPD fordern mehr Hochwasserschutz
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00:22 02.09.2018
Die Stapelbrücke in Ahnsen soll durch eine Konstruktion ersetzt werden, die einen besseren Wasserabfluss der Aue ermöglicht. Quelle: wk
Samtgemeinde Eilsen

Was den Hochwasserschutz in der Samtgemeinde Eilsen betrifft, besteht dringender Handlungsbedarf. So jedenfalls sieht es die Gruppe von SPD und Bündnis 90/Die Grünen im Samtgemeinderat.

Verwaltung soll sich über Fördermöglichkeiten informieren

Daher hat diese bei der jüngsten Sitzung des Kommunalparlaments beantragt, dass sich die Verwaltung „umgehend“ mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft und Naturschutz (NLWKN) in Verbindung setzen möge, um sich von dieser Fachbehörde über Förderungsmöglichkeiten zum Hochwasserschutz der Kommunen beraten zu lassen.

Zudem solle die Verwaltung ein Renaturierungskonzept hinsichtlich des auf Samtgemeindegebiet gelegenen Abschnitts der Bückeburger Aue entwickeln lassen und für die Maßnahmen entsprechende Zuschüsse beantragen. Das Ziel sei die „baldmöglichste Umsetzung von sich ergänzenden Maßnahmen und Fördermöglichkeiten, um hier Hochwasser-, Klima- und Naturschutz in der Wirkung und der Fördermittelausstattung zu kombinieren“, hieß es in dem Antrag.

Straßen könnten sich in "reißende Flüsse verwandeln"

Ihren Vorstoß begründete die Gruppe SPD-Bündnis 90/Die Grünen mit „immer heftigeren Unwetterereignissen mit hohen Millionenschäden“ sowie mit „düsteren Voraussagen zu immer häufigeren Wetterphänomenen aufgrund des Klimawandels“. Dabei bestehe in der Samtgemeinde Eilsen bei starken Regenfällen die Gefahr, dass sich Straßen und Wege in Hanglagen „in reißende Flüsse verwandeln“, die sich in die tieferen Bereiche der Mitgliedsgemeinden ergießen.

Dadurch könne es unter anderem zu Unterspülungen von Gebäuden, Erdrutschen an den Hängen und Überflutungen der alten Ortskerne kommen. Gefährdet seien auch „wertvolle öffentliche Einrichtungen wie das Palais im Park, die Steuerakademie, die Heeßer Schule und der Kindergartenbereich“.

Ergänzend merkte Heinz-Hardy Hoffmann (Grüne) hierzu bei der Ratssitzung an, dass man ein Kataster haben wolle, in dem aufgeführt sei, welche Hochwasserschutzmaßnahmen bereits umgesetzt worden seien.

Samtgemeindebürgermeister hält Vorstoß für überflüssig

Gegenwind bekam die Gruppe SPD-Bündnis 90/Die Grünen von Bernd Schönemann, dem Samtgemeindebürgermeister: Schon „diverse Male“ habe er darauf hingewiesen, dass der Verwaltung ein Sachverständigen-Gutachten zum Hochwasserschutz vorliege und dass vonseiten der Samtgemeinde beziehungsweise Gemeinden sowie des Landkreises bereits verschiedene Maßnahmen umgesetzt worden seien, erklärte er.

Exemplarisch erinnerte der Verwaltungschef an die Anmietung von als Überschwemmungsgebiet dienenden Grünflächen in Bad Eilsen und an die im Jahr 2004 zwecks Verbesserung des Wasserdurchflusses erfolgte Höherlegung der Auebrücke an der Bad Eilser Bahnhofstraße. Ferner wies er darauf hin, dass für die Zukunft ja auch noch die Erneuerung der Ahnser Stapelbrücke geplant sei, deren Durchflussweite verbreitert werden soll.

Kann der Hochwasserschutz noch verbessert werden?

Vor diesem Hintergrund sollte man „die Kirche ein bisschen im Dorf lassen“, resümierte Schönemann adressiert an die Gruppe SPD-Bündnis 90/Die Grünen. Gleichwohl zeigte er sich offen dafür, eine Übersicht aller hiesigen Hochwasserschutzmaßnahmen zu erstellen, um zu schauen, welche der von dem Sachverständigenbüro seinerzeit im Einzelnen vorgeschlagenen Projekte bereits umgesetzt worden sind.

Sinnvoll könnte es seines Erachtens auch sein, so der Verwaltungschef, die „Notaue“ im Bad Eilser Kurpark und das Regenrückhaltebecken in Ahnsen jeweils ein Stück zu vertiefen.

„Der Hochwasserschutz sollte vordringlich behandelt werden“, betonte Hartmut Krause von der Fraktionsgruppe CDU/Hasse. Konkret müsse man sich Gedanken darüber machen, ob man in diesem Bereich nicht noch mehr zur Verbesserung des Hochwasserschutzes tun könne.

Der Samtgemeinderat beauftragte bei einer Gegenstimme (Schönemann) und einer Enthaltung (Willi Dreves, CDU) die Verwaltung, eine Bestandsaufnahme in Sachen Hochwasserschutz vorzunehmen.

von Michael Werk