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Hat Ihr Hund einen Chip und ist versichert?

Eilsen / Samtgemeinde schreibt Halter an Hat Ihr Hund einen Chip und ist versichert?

Exakt 429 Bürger der Samtgemeinde haben dieser Tage Post aus dem Eilser Rathaus bekommen. Der Grund: Sie alle haben einen Hund. Für Herrchen, „Hasso“ & Co. hat sich seit Sommer des zurückliegenden Jahres einiges geändert.

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Diese „Jack Russel“-Dame, ist 13 Jahre alt und hört auf den Namen Tassia; ihr Halter zahlt in Eilsen Steuern. Ob er die Hündin auch chippen lässt, hat er angesichts ihres hohen Alters aber noch nicht entschieden. Übrigens: So grantig wie auf diesem Schnappschuss, den der Eilser der Redaktion mit einem Schmunzeln zugeschickt hat, zeigt sich Tassia höchst selten; das Tier ist ein allerliebstes Gemütsviech.

Quelle: pr.

Eilsen (tw). „Zum 1. Juli ist das neue Niedersächsische Gesetz über das Halten von Hunden in Kraft getreten“, erinnert Andreas Kunde. Der Fachbereichsleiter Ordnungs- und Bauwesen: „Das Gesetz sieht vor, dass jeder Hund, der älter als sechs Monate ist, vom Tierarzt mit einer elektronischen Kennnummer (Transponder) versehen werden muss. Mit dem Chip wird eine Zuordnung des Tieres zum Halter vereinfacht. Eine bereits vorhandene Tätowierung ersetzt den Chip nicht.“ Kommt hinzu: Für das Tier muss eine Haftpflichtversicherung angeschlossen werden, die – mindestens – 500 000 Euro für Personen- und 250 000 Euro für Sachschäden abdeckt.
Das Gesetz dient dazu, Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung vorzubeugen und abzuwehren, die mit dem Halten und dem Führen von Hunden verbunden sind. Denn das Verhalten des Hundehalters hat maßgeblichen Einfluss auf Zwischenfälle mit Hunden, sodass die Erziehung und Ausbildung des Hundes und die Sachkunde und Eignung des Hundehalters von wesentlicher Bedeutung sind.
Kunde und seinen drei Mitarbeitern obliegt es nun zu überwachen, dass die Neuregelungen von den Hundehaltern auch tatsächlich eingehalten werden. Doch: „Bislang“, so der Fachbereichsleiter, „haben wir erst 210 Rückmeldungen erhalten.“ Rein rechnerisch ist das erst knapp die Hälfte derjenigen, die bis zum Ende der Frist am 30. April antworten müssen. Immerhin: Diejenigen, die uns die eingeforderte Bescheinigung des Tierarztes über die erfolgte Kennzeichnung sowie eine Kopie des Versicherungsscheines geschickt haben, sollen durchweg kooperativ gewesen sein. „Gemeckert über die Neuregelungen“, freut sich Kunde, „hat keiner“.
Dass auch nur annähernd alle 429 Hundehalter dem Ordnungsamt die Bescheinigungen schicken werden – das indes glaubt Kunde nicht. Er sagt: „Ich rechne damit, dass längst nicht alle, die einen Hund haben, ihn vom Tierarzt mit einem Transponder versehen, also ,chippen’ lassen.“ So sei es wahrscheinlich, dass gerade die Halter älterer Hunde befürchten, dass ihr Tier den Eingriff nicht gut verkraften würde. Bei dem besagten Eingriff wird ein etwa reiskorngroße Chip (Transponder) vom Tierarzt durch eine Spritze in die linke Halsseite des Hundes eingesetzt. Der Transponder muss in der Codestruktur und dem Informationsgehalt dem Standard ISO 11784 und den im Standard ISO 11785 festgelegten technischen Anforderungen entsprechen.
Doch wie auch immer: Die Kontrolle der Einhaltung der Regelungen zur Sachkunde, der Kennzeichnung (Chip) und Haftpflichtversicherung ist und bleibt jetzt Aufgabe der (Samt-)Gemeinden. Für die in einem behördlichen Verfahren als gefährlich eingestuften Hunde bleibt wie bisher der Landkreis zuständig.
„Bevor wir uns mit dem Brief an die Eilser Hundehalter gewandt haben, haben wir uns mit den anderen Ordnungsamtsleitern im Landkreis abgestimmt“, sagt Kunde. Denn die vom Gesetzgeber geforderte Überwachung könne auch nur anlassbezogen erfolgen. Könne – müsse aber eben nicht. Die Samtgemeinde habe sich dafür entschieden, die Nachweise generell und von allen Haltern einzufordern – „weil wir ganz einfach einen Überblick haben wollen“, wie der Eilser sagt. Er wird die von Herrschen und Frauchen übermittelten Daten an ein Zentralregister weiterleiten, das zum 1. August 2013 bei dem zuständigen Fachministerium eingerichtet werden soll. Irgendwann, da ist Kunde sicher, wird das Ministerium dann auch noch den Nachweis einer „theoretischen und praktischen Sachkundeprüfung“ von allen Haltern fordern – „es sei denn, sie haben in den letzten zehn Jahren einen Hund über wenigstens zwei Jahre hinweg gehalten.“
Jetzt bittet die Samtgemeinde die 219 Hundehalter, die den Transponder- und den Haftpflicht-Nachweis bislang noch nicht eingereicht haben, das bis zum 30. April nachzuholen. „Wer uns die Belege bis zum Stichtag nicht schickt, erhält einen weiteren Brief zur Erinnerung“, so Kunde. Sanktionen aus dem Rathaus in Form von Verwarn- oder Bußgeldern müsse aber niemand befürchten, der das Geforderte schuldig bleibt.
Halter von Hunden können ihren Vierbeiner zudem unter Nennung der erhaltenen Transpondernummer nach der Kennzeichnung bei einem nicht amtlichen und privatrechtlich geführten Tierregister anmelden. Sollte der Hund einmal entlaufen, erleichtert dies die Rückführung. Die Anmeldung bei einem dieser Register ist ausreichend. Eine Registrierung bei einem nicht amtlichen Tierregister ersetzt die später notwendige Meldung beim niedersächsischen Register jedoch nicht.

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