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Historische Dorfspaziergänge sind komplett

Eilsen / Projekt "Spurensuche" Historische Dorfspaziergänge sind komplett

Die Fotos sind aufgenommen, die Texte geschrieben, die Daten erfasst, die Poster gedruckt – trotzdem wollen sich die Beteiligten am Projekt „Spurensuche“ und „Historischer Dorfspaziergang“ noch nicht entspannt zurücklegen.

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Zufriedene Bürgermeister und Spurensucher: Die Hinweistafeln sind komplett. © kk

Eilsen (kk). Wie jetzt eine Besprechung der Eilsener Bürgermeister mit Mitgliedern des Arbeitskreises der Schaumburger Landschaft zeigte, bleibt noch einiges zu tun, um die Ergebnisse praxistauglich aufzubereiten. Dabei kann sich das, was bisher geschaffen wurde, sehen lassen: Eilsen ist die erste Samtgemeinde im Landkreis, in der flächendeckend Poster mit den „Historischen Dorfspaziergängen“ entwickelt wurden. Für jede der Mitgliedsgemeinden gibt es mindestens eins der anschaulich bebilderten Plakate. Karten, Fotos und kurze Texte verweisen auf Sehenswürdigkeiten im Ort – durchaus auch abseits ausgetretener touristischer Pfade.

Mit dem Ahnsener Blatt wurde jetzt die letzte Lücke in Eilsen gefüllt. Zu sehen sind unter anderem historische Hofstellen, der alte Wasserturm oder das Mundloch des Ahnser Stollens. Vorausgegangen waren bereits „Spaziergänge“ durch Luhden, Schermbeck, Heeßen, Buchholz und mit drei unterschiedlichen Schwerpunkten durch Bad Eilsen.

„Wir dokumentieren Kulturgüter, an denen man meist vorbeigeht, ohne sie näher zu beachten. Doch gerade sie machen den Charakter eines Ortes aus,“ beschreibt Karl-Heinz Oelkers die Zielsetzung des Projektes „Spurensuche“. Gefragt sind da nicht unbedingt berühmte Baudenkmale wie Schloss oder Kirche, sondern eher unscheinbare Zeitzeugen. Das können landwirtschaftliche Gebäude, Brücken oder Relikte des Handwerks, des Bergbaus oder der Industrie sein.

Gerade solche Objekte fielen, so Oelkers, oft durch das Raster offizieller Denkmalspflege.

Die Gruppe hat auf der einen Seite themenbezogene Poster wie „Schaumburger Wasserkraft“ oder „Historische Baumgestalten“ herausgebracht. Den zweiten Schwerpunkt bildet die Spurensuche in den Gemeinden. Und da ist die Samtgemeinde Eilsen mit den Dorfspaziergängen ganz vorne mit dabei.

Möglich wurde dies, und darauf wiesen die Bürgermeister noch einmal dankend hin, nur durch die Unterstützung zahlreicher aktiver Helfer vor Ort. So entstanden in den vergangenen Monaten die schon erwähnten Poster, die für 4,50 Euro in der Kurverwaltung, in den Gemeindeverwaltungen und bei den Bürgermeistern erhältlich sind. Nachfrage und Interesse seien rege, berichteten sie von den ersten Erfahrungen. Buchholz` Bürgermeister Hartmut Krause nutzt die Poster inzwischen sogar als offizielles Geschenk der Gemeinde, andere Kollegen wollen folgen.

Allerdings hat sich herausgestellt, dass die Plakate für den praktischen Spaziergang vor Ort etwas zu unhandlich sind. Darum wird, besonders für Touristen, über ein handlicheres Format nachgedacht. Wie Dieter Gutzeit aus Ahnsen vorschlug, soll zunächst erst aber einmal ein Faltblatt auf das Angebot an sich hinweisen. Ein Musterexemplar konnte er schon präsentieren.

Genau die richtige Größe haben die Plakate aber, um in den einzelnen Gemeinden auf die Sehenswürdigkeiten im Ort aufmerksam zu machen. In Heeßen hat man bereits eine Lösung für den Aushang gefunden: Der Heeßener Dorfspaziergang wurde auf der Rückseite des neuen Ortsplans angebracht und macht dort neugierig auf eine Entdeckungsreise durchs Dorf. Auch die anderen „Spaziergänge“ werden demnächst folgen. Dafür wurden bereits Ständer bestellt und die technischen Voraussetzungen geklärt. Moderne Druckverfahren und kratzfestes Acrylglas sollen das Ganze zu einer dauerhaften Angelegenheit machen.

Die Informationen sind nicht nur auf Papier, sondern auch digitalisiert verfügbar. Mittelfristig sollen auch die Eilsener Datensätze in die aktive Tourismuswerbung einfließen. Sie sollen, zusammen mit Angeboten aus dem gesamten Landkreis, auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten abgerufen werden können. Das wird einmal im Internet über das Weserbergland-Portal möglich sein, auch die örtlichen Tourist-Informationen sollen Zugriff erhalten. Dann könnten zum Beispiel Informationen ausgedruckt werden, die ganz individuell auf die Interessen und Wünsche der Gäste zugeschnitten sind. So würde auch bedient, wer sich beispielsweise nur für Spuren des Bergbaus, Mühlen oder Grenzsteine in einem ganz bestimmten Bereich interessiert.

Über 2000 Objekte hat der Arbeitskreis Spurensuche mit Fotos, Texten und Karten bereits digitalisiert, doch an der praktischen Verknüpfung und damit an der Nutzbarkeit hapert es noch. Beate Barenthin, in der Gruppe für die Digitalisierung zuständig, und Karl-Heinz Oelkers berichteten über ärgerliche Software-Probleme. Dieter Gutzeit mahnte an, dass gerade die Online-Umsetzung einer besseren Unterstützung durch den Landkreis bedürfe.

Um zumindest finanzielle Mittel für die Optimierung des Systems zu bekommen, wurde bereits ein Antrag auf die Förderung mit Leader-Mittteln gestellt. Der befindet sich derzeit in der Prüfungsphase. Samtgemeindebürgermeister Bernd Schönemann gibt dem Projekt gute Chancen, noch seien Mittel aus diesem Zuschusstopf verfügbar.

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