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Kulinarisch eher schwierig

Legende des Wittekind Kulinarisch eher schwierig

Der Sachsenherzog Wittekind sowie die sich um diesen rankenden Sagen und Legenden haben im Mittelpunkt des „Literarischen Kabinetts“ gestanden, zu dem der Heimat- und Kulturverein Eilsen ins Kirchenzentrum Luhden eingeladen hatte.

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Mit seinem Vortrag über den Sachsenherzog Wittekind fesselt Friedrich Winkelhake (rechts) die Besucher des „Literarischen Kabinetts“.

Quelle: wk

Luhden. Beim „Kabinett“ handelt es sich um eine mit drei bis vier Vortragsabenden pro Jahr aufwartende Veranstaltungsreihe, die – so der Vereinsvorsitzende Friedrich Winkelhake – eine „feste Anhängerschaft“ gefunden hat.

Dass bei der aktuellen Ausgabe statt der sonst üblichen zirca 40 nur rund 20 Zuhörer gekommen waren, führte er darauf zurück, dass das gewählte Thema offenbar nicht die Zugkraft hatte wie die Themen zuvor. Gleichwohl freute er sich über die Resonanz und darüber, dass er außer etlichen bekannten auch einige neue Gesichter entdecken konnte.

Bevor Winkelhake jedoch in seinen mit Lichtbildern unterlegten Vortrag einstieg, wurde erst mal in aller Ruhe gemeinsam gespeist. Denn wie von Dieter Gutzeit, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins, zu erfahren war, gehört es zum Programm des „Literarischen Kabinetts“, dass den Teilnehmern ein zum Motto des jeweiligen Referats passendes, vom Hobbykoch Günther Bergmann zubereitetes Gericht kredenzt wird. Dadurch können sich die Besucher schon mal kulinarisch dem Vortragsthema nähern. Dass diesmal indes Bratwürstchen, Hähnchen und Filetspieße aufgefahren wurden, war sozusagen aus der Not geboren. Denn was der Sachsenherzog Wittekind, der im achten Jahrhundert nach Christus gelebt habe, gerne gegessen habe, das wisse man leider nicht, erklärte Gutzeit. Sei’s drum, den Gästen schmeckte es jedenfalls.

Krieg mit Karl dem Großen

So gestärkt war eine gute Grundlage geschaffen, um in das Leben des Sachsenherzogs Wittekind einzutauchen – über den der passionierte Heimatforscher Winkelhake einiges recherchiert und zu erzählen hatte. Etwa, dass der Adelige etliche kriegerische Auseinandersetzungen mit Karl dem Großen (König der Franken) ausgefochten habe, wobei mal die eine, mal die andere Kriegspartei Erfolg gehabt habe, bevor schließlich ein Friedensvertrag geschlossen worden sei.

Dabei sei eine dieser Schlachten zwischen Sachsen und Franken im Süntel geschlagen worden, führte der Vereinsvorsitzende weiter aus. Hinweise auf das damalige Geschehen könne man dort heute noch finden – und zwar in Form von Ortsbeschreibungen wie „Blutbach“, „Totental“ und „Dachtelfeld“ (übersetzt: Schlachtenfeld).

Überreste von 20 Burgen in Verbindung mit Wittekind-Sagen

Zudem habe er, so Winkelhake, bei den mit seiner Lebensgefährtin unternommenen Exkursionen im Süntel gut 20 „Burgen“ – genauer: das, was davon noch übrig geblieben ist – entdeckt, die „den Sagen und Legenden nach“ dem Sachsenherzog Wittekind zugeschrieben werden. Aber: „Das meiste kann man vergessen, denn das ist dazugelogen“, relativierte der Referent. Dennoch: „Je mehr Sagen und Geschichten wir zu diesen Burgen fanden, desto mehr hat mir die Beschäftigung mit diesem Thema Spaß gemacht.“

Offenbar so viel Spaß, dass Winkelhake die Ergebnisse seiner heimatkundlichen Recherchen in Form eines mit Fotos bebilderten Buchmanuskriptes zusammengefasst hat, das er mit „Ausflüge, Wanderungen und Spaziergänge auf den Spuren des Sachsenherzogs Wittekind“ betitelt hat.

Zu erwähnen bleibt noch, dass der Sachsenherzog Wittekind in einer Kirche in Enger (Kreis Herford) begraben worden sein soll. Jedenfalls habe man bei Ausgrabungen im Jahr 1971 in einer Grube unter dem dortigen Altarraum Gebeine entdeckt, die – so Winkelhake – der wissenschaftlichen Einschätzung nach vermutlich von einem „Reitermann“ mit „ganz krummen Beinen (kurz und kräftig)“ stammen. wk

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