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Rat stellt drei wichtige Weichen für die Zukunft

Eilsen Rat stellt drei wichtige Weichen für die Zukunft

Mit dem dreimaligen Ändern des Flächennutzungsplans haben die Politiker im Samtgemeinderat bei ihrer jüngsten Zusammenkunft im „Panorama“-Restaurant am Luhdener Golfplatz die Weichen für drei Großprojekte in Eilsen gestellt, von denen sich fast alle Beteiligten viel versprechen.

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„Wohnpark Alter Garten“: Die geplante Nachnutzung der Schinkenkruse stößt auf Kritik von Heinz-Hardy Hoffmann (Grüne). Fotos: tw

Quelle: tw

Eilsen. Eilsen (tw). In Heeßen geht es dabei um die beabsichtigte Sanierung der Schulstraße, in Bad Eilsen um die geplante Anlage des Wohnmobilplatzes und in Luhden um das Nachnutzen der früheren Schinkenkruse für „Wohnen im Alter“.

 Für die Schulstraße und den Wohnmobilpark heben alle Abgeordneten die Finger; bei der Abstimmung in Sachen Schinkenkruse votiert Heinz-Hardy Hoffmann (Bündnis 90/Grüne) als Einziger gegen ein Ändern des Flächennutzungsplans – und stellt sich damit auch gegen die mit ihm per Koalitionsvertrag verbunden Genossen.

 Damit erlebt die frisch formierte Gruppe aus SPD und Hoffmann ihre erste Belastungsprobe – und übersteht sie. In dem von beiden Seiten unterzeichneten Kontrakt heißt es zwar: „Es wird grundsätzlich angestrebt, Entscheidungen gemeinsam zu tragen.“ Aber: Sollte das im Einzelfall nicht möglich sein, heißt es weiter, „wird öffentlich informiert, dass das abweichende Stimmverhalten keine Auflösung der Gruppe oder der Zusammenarbeit von SPD und Bündnis 90/Die Grünen bedeutet“. „Herr Hoffmann ist gegen ein Ändern des Flächennutzungsplans für das Projekt ,Schinkenkruse‘ – das ist legitim“, befindet denn auch SPD-Fraktionschef Jürgen Schmökel. Schinkenkruse:

 Hoffmann zu den Gründen seines Neins: „Trotz der – hohen – Sanierungskosten sollte die Schinkenkruse als Gebäude nicht abgerissen, sondern erhalten bleiben. Es gibt in unserer Region gute Planungsbüros, die sich auf den Erhalt solcher geschichtsträchtigen Altbauten spezialisiert haben.“ So ist für das Hauptgebäude Hoffmann zufolge etwa eine Zukunft als Mehrgenerationenhaus denkbar. Keine Zukunft habe dagegen ein Wohnpark 50 plus, von dem Grünen als „Denken von gestern“ bezeichnet, das zu einem „Alten-Ghetto auf dem Berg“ führe. Hoffmann ist aber überzeugt, dass der Investor, die Luhdener Unternehmerfamilie Bahr, ihr Konzept noch einmal überdenkt.

 Kritik kommt auch von einer Zuhörerin der Ratssitzung. Sie hat den Eindruck, dass in Sachen Schinkenkruse durch die Bahrs allzu schnell vollendete Tatsachen geschaffen worden sind. Den Investoren lasse man offenbar alles durchgehen – während alle übrigen Bürger von den Rathäusern und Räten bei ihren Bauvorhaben bis ins Kleinste reglementiert würden.

 Das aber sieht Bernd Schöenmann wie das Gros des Samtgemeinderates anders. Der Samtgemeindebürgermeister: „Nicht nur in Luhden ist man mit genau diesem Investor sehr zufrieden. Das insbesondere vor dem Hintergrund, was uns ansonsten auf dem Berg vielleicht alles an Nutzung gedroht hätte.“

 Wie berichtet ist für das Areal der Schinkenkruse durch die Bahrs eine Folgenutzung vorgesehen, die unter der Überschrift „Leben im Alter“ steht; damit soll dem drohenden Verfall und den damit verbundenen Problemen entgegen gewirkt werden. Angedacht sind altengerechte, kosten-, flächen- und energiesparende Bauformen, die die Ansprüche der Altersgruppe 50 plus decken und sich in das Landschaftsbild integrieren. Aktuell sind zwölf bis 14 Häuser geplant; der Charakter der früheren „Hofstelle“ soll erhalten bleiben. Neben der reinen Wohnnutzung sollen im früheren Stallgebäude Kleintiere gehalten werden, die zur Bewirtschaftung der zum Anwesen gehörenden Grünflächen eingesetzt werden sollen. Schulstraße:

 Mit dem Ändern des Flächennutzungsplans für die Schulstraße schaffen die Abgeordneten die Voraussetzung dafür, dass die Heeßer Schulstraße inklusive Regen- und Schmutzwasserkanal ab 2013 komplett erneuert werden kann. „Für die Straße erwarten wir Zuschüsse in Höhe von 60, für den Regenwasserkanal in Höhe von 50 Prozent“, so Schönemann. Zuschüsse, die nicht fließen würden, wenn die Straße nicht per Federstrich zur „örtlichen Hauptverkehrsstraße“ würde. Wohnmobilplatz:

 In dem die Eilser Politiker den Flächennutzungsplan zum 14. und bis dato letzten Mal ändern, kommen sie einem Wunsch der Gemeinde Bad Eilsen nach. Die will auf dem Areal der früheren Gärtnerei einen Wohnmobilplatz anlegen und damit ein weiteres attraktives Angebot für Erholungsuchende schaffen. Die in diesem Gebiet liegende Remise soll unter Erhalt ihrer historischen Bausubstanz für Zwecke der Gastronomie wie der Kultur umgestaltet werden und so den Bereich bis hin zur Bahnhofstraße und zum Kurpark gestalterisch aufwerten. Merke:

 In allen drei Fällen konkret beschlossen haben die Abgeordneten: die Zustimmung zum Planungskonzept sowie die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden.

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