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Samtgemeinde Eilsen Scarlett ist der Star des Tages
Schaumburg Eilsen Samtgemeinde Eilsen Scarlett ist der Star des Tages
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00:30 02.11.2014
Superintendent Reiner Rinne (von links), Vater Mehdi Gouhari-Moghaddam mit Scarlett, Mutter Beverly Recentis und Rose Höbel während des jüngsten Treffens. möh
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Eilsen

Die Rede ist von den Flüchtlingsfamilien, die im ehemaligen Haus Berlin an der Theodor-Heuss-Straße 6 in Bad Eilsen leben und warten, bis sie integriert sind, den eigenen Lebensunterhalt verdienen und in eigene Wohnungen umziehen dürfen. Um den Familien aus den Kriegsländern Syrien und Libanon tatkräftig unter die Arme zu greifen, hat sich in der Samtgemeinde eine Art Unterstützerverein um Superintendent Reiner Rinne und Bad Eilsens Bürgermeisterin Christel Bergmann gebildet. Erstmals trafen sich jetzt die Flüchtlinge und eben diese Ehrenamtlichen im Gemeindehaus der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde, um sich bei Kaffee und Kuchen besser kennenzulernen und das gegenseitige Vertrauen zu vertiefen.

 Mit von der Partie war auch die kleine Scarlett, die erst am 14. Oktober im Bückeburger Krankenhaus Bethel das Licht der Welt erblickt hat. Die Mutter Beverly Recentis und Vater Mehdi Gouhari-Moghaddam sind natürlich mächtig stolz auf ihre kleine Tochter, die in Deutschland geboren wurde. Der Unterstützerverein und die jungen Eltern sind der zuständigen Hebamme im Krankenhaus Bethel dankbar, die nicht zuletzt mit ihren Englisch-Kenntnissen der Mutter die Angst vor der Geburt ihres ersten Kindes nehmen konnte.

 Die Familien, deren Oberhäupter Hotel-Manager, Ingenieure und Piloten sowie Flugzeugingenieure sind, freuen sich sehr über die tatkräftige Hilfe der Eilser Bürger. Mitglieder des Unterstützervereins geben nicht nur Sprachunterricht, sondern fahren die Flüchtlinge auch zum Arzt oder zu Behörden und gehen auch einfach in das ehemalige Haus Berlin und fragen nach, ob sie etwas helfen könnten.

 Es geht vor allem um ganz praktische Hilfe. Die Kriegsflüchtlinge sind schließlich nicht nur in einem fremden Land, sondern auch in einem anderen Kulturkreis. Zudem sind ihnen viele Kleinigkeiten unbekannt, zum Beispiel das Einstellen der Heizung oder das richtige Lüften der Wohnung, damit sich kein Schimmel bildet. Außerdem vermittelt der Unterstützerkreis Kontakte zu anderen Hilfsorganisationen, die für die Menschen aus Syrien und dem Libanon wichtig sein könnten. Angesichts der vielen Unterstützung, die ihnen widerfährt, erklärte einer der Flüchtlinge im evangelischen Gemeindehaus bereits: „Bad Eilsen ist zwar ein kleiner Ort, aber für uns ein großartiger Platz zum Leben.“

 Aber auch viele Einzelpersonen werden aktiv und wollen die Flüchtlinge mit Kleidung und gebrauchten Möbeln versorgen. Gut gemeinte Hilfe, die jedoch kontraproduktiv sei, wie Bürgermeisterin Bergmann erklärte. Altkleider und ausgediente Möbel gehörten in den „AnziehPunkt“ oder in ein Möbellager. Falls benötigt, würden sie von dort aus wieder gezielt an die Flüchtlinge ausgegeben. Mittlerweile seien die Räumlichkeiten an der Theodor-Heuss-Straße voll von Spenden, die dort nicht wirklich helfen würden. Bergmann: „Wir freuen uns in der Regel über jeden, der hilft. Aber bitte nicht auf diese Weise“. Und die Flüchtlinge könnten sich nicht immer sprachlich artikulieren, zeigten sich aber freundlich und würden all die Sachen annehmen, wenn es an der Haustür klingele. möh

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