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Streit um Haushaltshilfe findet ein gutes Ende

Buchholz Streit um Haushaltshilfe findet ein gutes Ende

Wenn Menschen unverschuldet in soziale Notlagen geraten, kann es hilfreich sein, wenn sich eine Zeitung um Aufklärung bemüht. So geschehen im Fall der Familie Godau, bei der die Mutter von zwei Kindern nach einer Operation durch eine Infektion ausfiel.

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Sven Godau mit einem seiner Kinder, die er während der Erkrankung seiner Frau betreute.

Quelle: sig

Buchholz. Im Grunde ist die Entfernung von Krampfadern ein Eingriff, bei dem die Betroffenen verhältnismäßig schnell wieder auf die Beine kommen. In diesem Fall schloss sich aber eine Infektion an. Dadurch fiel die Mutter für die häuslichen Pflichten und die Betreuung von zwei minderjährigen Kindern für einen längeren Zeitraum aus.

 Die Folge war: Der Ehemann musste seinen Arbeitgeber um Freistellung bitten, um sich daheim um seine Familie zu kümmern. Weil Sven Godau bei einem Bauunternehmen auf wechselnden Baustellen im Einsatz ist, musste er daheim bleiben und sich um seine Familie kümmern. Eine Teilzeitbeschäftigung kam für den Arbeitgeber nämlich nicht in Frage. Diese Entscheidung wurde Sven Godau schriftlich mitgeteilt.

 Bei der Geschäftsstelle ihrer Krankenkasse in Rinteln hatte die Ehefrau deshalb für die Phase, in der ihr Mann sich daheim um seine Familie kümmern musste, einen Antrag auf Gewährung einer vorübergehenden Haushaltshilfe gestellt. Der Antrag brachte jedoch nicht das erhoffte Ergebnis. Die Krankenkasse zahlte zuerst nur für fünf Tage, dann auch nur für jeweils drei statt acht Stunden, weil die Kinder vormittags zum Kindergarten gebracht würden.

 Der zuständige Arzt hatte bescheinigt, dass in der ersten Woche nach der OP eine ganztägige Haushaltshilfe erforderlich sei und in der darauf folgenden Woche zumindest für vier Stunden. Da der Familienvater in seinem Beruf nur ganztags beschäftigt werden konnte, gab es einen erheblichen finanziellen Ausfall.

 Der Medizinische Dienst der Krankenkasse beharrte auf seiner Sicht der Dinge, sodass Ira Godau schließlich Widerspruch einlegte und einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung ihrer Interessen beauftragte.

 Die Redaktion dieser Zeitung wandte sich deshalb an die zuständige Geschäftsstelle der Krankenkasse und bat um eine Stellungnahme. Wir wiesen darauf hin, dass es in letzter Konsequenz nur um einen verhältnismäßig bescheidenen Betrag (über 600 Euro) ging. Für eine vierköpfige Familie bedeutet aber diese finanzielle Lücke schon eine spürbare Einschränkung der Ausgaben für den Lebensunterhalt.

 Die Redaktion wies zugleich darauf hin, dass schließlich alle für die Lösung des Falles erforderlichen Unterlagen eingereicht worden seien, auch die des behandelnden Arztes und des Arbeitgebers. Deshalb wurde die Krankenkasse mit der Frage konfrontiert: „Was hält Sie von einer einvernehmlichen Lösung ab? Ein zeitraubender Rechtsstreit und damit verbundener Imageverlust kann doch eigentlich nicht im Interesse liegen. Wir würden uns über eine positive Entscheidung freuen.“

 Die Redaktion hat dann noch einmal telefonisch nachgefasst und von zuständiger Stelle die Zusicherung erhalten, dass man den Fall nochmals prüfen werde – auch unter sozialen Aspekten. Eine E-Mail-Antwort erhielt die erfreuliche Reaktion: „Auch wir sind nicht an einem Rechtsstreit interessiert und möchten die Angelegenheit gerne im Sinne der Familie Godau lösen.“ Von der Familie Godau und der Bückeburger Anwaltskanzlei, die den Fall bearbeitet, kam schließlich die erfreuliche Bestätigung: „Die noch ausstehende Summe ist bezahlt worden.“

 Damit hat dieser Fall für die Familie doch noch ein gutes Ende gefunden. Ein weiteres Hinauszögern durch zunächst noch zusätzlich angeforderte ärztliche Befundberichte hätte für niemanden Sinn gemacht. Die Krankenkasse verdient Anerkennung für ihre Einsicht und die Beendigung des Streites.

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